Tourismus

Neues Konzept: So will Neukölln Touristen anlocken

Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) hat das Tourismuskonzept für Neukölln vorgestellt.

Martin Hikel, Bezirksbürgermeister von Neukölln.

Martin Hikel, Bezirksbürgermeister von Neukölln.

Foto: Amin Akhtar

Neukölln. Martin Hikel (SPD), Bezirksbürgermeister von Neukölln, hat das neue Tourismuskonzept für den Bezirk vorgestellt. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt: Wie sehen die touristischen Potenziale von Neukölln aus?

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Neukölln hatte im vergangenen Jahr Hikel dazu aufgefordert, ein Tourismuskonzept zu erarbeiten.

Klar ist: Der Norden von Neukölln ist hip, urban und vor allem bei jungen Menschen beliebt. Der Schiller- oder Reuterkiez sind zentrale Anziehungspunkte, hier gibt es unzählige Cafés, Bars, Restaurants und Clubs. Im vergangenem Jahr wurde der Bezirk deshalb auch vom Reiseführer „Time Out“ auf Platz sieben der „50 coolsten Viertel der Welt“ gewählt.

Der Süden Neuköllns hingegen ist eher gediegen und bürgerlich, hier finden sich grüne Oasen wie der Britzer Garten, die Britzer Mühle oder das Schloss und der Gutshof Britz. „Die Vielfalt und Internationalität machen Neukölln aus. Wir sind ein melting pot, hier verschmelzen Kulturen“, sagt Hikel.

Neukölln bei Übernachtungszahlen nur im Berliner Mittelfeld

Im vergangenem Jahr übernachteten knapp 900.000 Touristen in Neukölln – Platz sieben im Berlinweiten Bezirkevergleich. Jedoch, so steht es im aktuellen Tourismuskonzept, könne die Nachfrage nach nach innerstädtischen Hotelangeboten im Bezirk kaum bedient werden. Hingegen sei Neukölln beim Angebot an Airbnb-Unterkünften im stadtweiten Vergleich mit an erster Stelle. Mehr als 2000 solcher privat vermieteter Ferienwohnungen soll es im Bezirk geben, in ganz Berlin etwa 17.200.

Und: Obwohl es in Neukölln kulturelle Stätten, wie beispielsweise die Neuköllner Oper oder den Heimathafen Neukölln, sowie das Estrel Hotel, das auf Großveranstaltungen ausgelegt ist, gibt, sind diese Orte nicht ganzjährig ausgelastet. Das ginge noch mehr – so das Fazit des Tourismuskonzepts.

Hikel: Neukölln ist wie Arte

Hikel erklärt, Neukölln plane eine sogenannte „Arte“-Strategie: Im Bezirk gäbe es kleine, exquisite und außergewöhnliche Angebote, wie beispielsweise die Neuköllner Oper – ein Geheimtipp, im Gegensatz zur Deutschen Oper. „Wenn Mitte die ARD wäre, dann sind wir Arte,“ so Hikel. Der Ausbau dieser Orte ist eines der Ziele der Tourismusstrategie. Denn, so ist sich der Bezirksbürgermeister sicher: Kulturelle Feinschmecker kommen gerne nach Neukölln.

Und so ist eine Idee, diese kulturellen Spielstätten mit Geld zu fördern und besser zu vernetzen. Das Alleinstellungsmerkmal, das der Bezirk hier besitze, solle weiter hervorgestellt werden.

Außerdem will Neukölln mitschwimmen auf der Trendwelle Öko-Tourismus. Dabei ist einer der Vorschläge im Tourismuskonzept, neue Wege in Neukölln zu erschließen, auf denen Radfahrer und Fußgänger sicher und schnell zu den unterschiedlichen Parks und kulturellen Angeboten kommen. „Urban and green trails“, nennt sich das im Konzept.

Hikel: Wir sind noch in der Findungsphase

Besonders wichtig sei es allen Beteiligten, unterstreicht Hikel, dass Anwohner in dem Konzept berücksichtigt werden. Dafür solle ein Tourismusbeirat gegründet werden, in dem über die Vorschläge aus dem Konzept diskutiert wird. Erst jüngst hatte die Neuköllner Links-Fraktion genau dies vehement gefordert.

Hikel betont aber auch, dass man aktuell noch in der Findungs- und Diskussionsphase sei. Jegliche Vorschläge, die im Konzept gemacht wurden, werden noch im Rathaus zur Diskussion stehen. „Es bewegt sich gerade vieles“, sagt der Bezirksbürgermeister.