Unfallstatistik

Keine Toten, aber mehr Verletzte auf den Straßen

Die Verkehrsunfallstatistik aus dem letzten Jahr zeigt, dass die Straßen von Marzahn-Hellersdorf nicht sicherer geworden sind.

Marzahn im Februar 2018: Einer von mehr als 6000 Unfällen des vergangenen Jahres im Straßenverkehr

Marzahn im Februar 2018: Einer von mehr als 6000 Unfällen des vergangenen Jahres im Straßenverkehr

Foto: Thomas Peise

Berlin. Laut Koalitionsvertrag strebt der rot-rot-grüne Senat die „Vision Zero“ an. Dieses Ziel, das seine Ursprung Anfang der 90er-Jahre in Schweden hatte, sieht keine Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr vor. In Marzahn-Hellersdorf ist man davon aber noch ein gutes Stück entfernt. Das belegen Zahlen aus der Verkehrsunfallstatistik von Januar bis November 2018, die der Abgeordnete Kristian Ronneburg (Linke) bei der Senatsinnenverwaltung erfragt hat.

Demnach gab es in diesem Zeitraum im Ost-Bezirk insgesamt 6323 Unfälle im Straßenverkehr. Verglichen zu 6665 Vorfällen im Jahr davor gab es hier also keine signifikante Änderung. Erfreulich ist, dass es 2018 keinen Verkehrstoten gab, während es 2017 noch zwei Jahren.

Die meisten Unfälle an Kreuzung Rhinstraße/Landsberger Allee

Sorge bereitet hingegen die Entwicklung bei den Verletzten. Die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten stieg um rund ein Viertel auf 127, insgesamt waren 138 Personen betroffen. Die Zahl der Leichtverletzten blieb nahezu gleich. „Es wird deutlich, dass sich die Zahl der Straßenverkehrsunfälle nicht sonderlich verändert hat“, sagt Linken-Politiker Ronneburg. Auch wenn dies zunächst positiv sei, sei leider auch keine Verbesserung erkennbar.

Der gefährlichste Straßenabschnitt mit den meisten Unfällen war wie schon in den Jahren zuvor die Kreuzung Rhinstraße/Landsberger Allee. Hier krachte es von Januar bis November 2018 satte 90 Mal, ein Anstieg von fast einem Drittel zum gesamten Jahr 2016. Er werde mit Polizei, Senat und Bezirksamt prüfen, was getan werden müsse, um dort ein Stop-Zeichen aufzustellen und endlich die Zahl der Unfälle zu reduzieren, so Ronneburg.

Dafür wurden in den vergangenen Jahren bereits andere Unfallschwerpunkte entschärft. Laut Innenverwaltung sind das:

- Knotenpunkt Allee der Kosmonauten/Beilsteiner Straße: Neubau der Ampel und Vollsignalisierung, sprich Ampeln an jeder Straßenmündung

- Knotenpunkt Hellersdorfer Straße/Neue Grottkauer Straße/Feldberger Ring: Getrennt signalisierte Linksabbiegende, Erneuerung der Markierung

- Knotenpunkt Köpenicker Straße/Eichenallee/Dankratstraße: Verbesserung der Sichtbeziehungen, Verdeutlichung von Verkehrszeichen und Markierungen, Anordnung von Piktogrammen auf der Fahrbahn

- Knotenpunkt Ahrensfelder Platz–Märkische Allee/Havemannstraße: Änderung und Erneuerung der Knoten- und Spurmarkierung, straßenbauliche Anpassung des Inselkopfes, verstärkte Geschwindigkeitskontrollen

Zudem ist am Kreuzungspunkt Hultschiner Damm/Rahnsdorfer Straße eine neue Ampel geplant. Auch soll im Kreuzungsbereich Landsberger Allee/Raoul-Wallenberg-Straße der Radweg Richtung Eastgate über eine Rampe auf den Gehweg geleitet werden, damit Busse und Lkw eine klare Trennung des Radwegs auf der Straße erkennen.

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