Bauprojekte in Pankow

Pankow hinkt Zielen beim Wohnungsbau hinterher

Die Großprojekte im Bezirk lassen länger auf sich warten. Es wird mehr Tempo an der Michelangelostraße gefordert.

Der Streit um Wohnungsbau auf Parkplatz-Flächen an der Michelangelostraße schwelt schon seit dem Jahre 2014

Der Streit um Wohnungsbau auf Parkplatz-Flächen an der Michelangelostraße schwelt schon seit dem Jahre 2014

Foto: Thomas Schubert / BM

Pankow. Das Neubaupensum in Pankow für die nächsten ist zehn Jahre ist so groß wie in keinem anderen Bezirk – und reicht über die berlinweit bekanntesten Pläne für 2000 Wohnungen am Pankower Tor oder die 1200 Einheiten an der Michelangelostraße deutlich hinaus.

Ein aktueller Überblick des Bezirksamts zeigt: Insgesamt sechs Vorhaben sind in der so genannten Prioritätenliste eins vorgemerkt. Dabei reicht die Spanne laut Klaus Risken, dem Leiter des Stadtentwicklungsamts, von überschaubaren 119 Wohnungen an der Lautentaler Straße neben einem Biotop in Blankenburg bis zur Nachverdichtung im Süden von Buch mit 1600 Wohnungen. In Karow-Süd können sogar mehrere Tausend Einheiten entstehen.

Nur Karow-Süd liegt im Zeitplan

Im mittleren Größenbereich sind Projekte an der Iduna Neukirchstraße in Heinersdorf und das Wilhelmsruher Tor mit jeweils etwa 400 Wohnungen in Vorbereitungen. An der Ludwig-Quidde-Straße ist ein neues Quartier mit 550 Wohnungen zu erwarten. Aber nur Karow-Süd liegt derzeit im Zeitplan, wie das Bezirksamt auf Anfrage des SPD-Verordneten Mike Szidat bestätigt.

Eine fast zehnjährige Vorgeschichte und ein erneut verzögerter Baubeginn – das ist der Sachstand für das 34 Hektar große Quartier am Pankower Tor des Investors Kurt Krieger. Der hatte im November angekündigt, schon ab 2021 bauen zu wollen, muss nun aber länger warten. In einem Verkehrsgutachten habe man „erheblichen Bearbeitungsbedarf“ festgestellt, sagt Risken.

Radschnellweg kommt frühestens 2023

Sorgen bereiten auch seltene Tierarten auf der jetzigen Brache. Als gesichert gilt inzwischen der Radschnellweg „Panke Trail“, bei dem es lange unklar war, ob er sich ohne Unterbrechung am neuen Einkaufszentrum vorbeiführen lässt. Trotz der Einigung gilt: „Unsere ehrgeizigen Zeitpläne müssen wir in Frage stellen“, meint der Amtsleiter. Vor 2023 wird das Projekt wohl nicht starten können.

Bei der besonders großen Verzögerung im Fall Projekts Michelangelostraße in Prenzlauer Berg, das in die Priorität 2 fällt, soll es laut Bezirksamt und Senat nicht bleiben. Im Januar war bekannt geworden, dass mit einer Fertigstellung der 1200 Wohnungen erst im Jahre 2035 zu rechnen ist. Als das Projekt Mitte der 2010er Jahre erstmals diskutiert wurde, war der damalige Baustadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) noch von einem Abschluss bis 2020 ausgegangen.

Straßen- vor Wohnungsbau

Doch unter seinem Nachfolger und Parteifreund Vollrad Kuhn stellte man fest, dass erst die Michelangelostraße völlig neu gebaut werden muss, ehe dort der Wohnungsbau startet. Nach Kritik des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) will Kuhn aber darauf drängen, erste Teile des Quartiers mit 400 Wohnungen schon ab 2024 parallel zum Straßenumbau zu errichten.

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