Berlins Bezirke

Das sind die Tipps zum Wochenende in Berlin

Ausgehen nur in Mitte? Weit gefehlt. Das Veranstaltungsangebot ist in allen Berliner Stadtteilen vielfältig. Eine Auswahl.

Braumeister Thomas Thyrell, Stone Brewing, Mariendorf, Berlin, Feb 2018 @ FM Rohm

Braumeister Thomas Thyrell, Stone Brewing, Mariendorf, Berlin, Feb 2018 @ FM Rohm

Foto: BM

Berlin. Restaurant-Tipp

Craft-Bier und feines Bratwursttrio im Stone Brewing

Die Anfahrt lohnt sich: Ganz weit draußen, im äußersten Süden Berlins, hat im September 2016 das „Stone Brewing World Bistro & Gardens“ eröffnet. Auf dem Gelände des alten Gaswerks im Marienpark finden 750 Gäste in dem alten Backsteingebäude, im Sommer weitere rund 450 Gäste in den Gärten Platz. Die Kult-Brauerei aus Kalifornien bietet im Bistro und in der „Library Bar“ im Haupthaus aus dem Jahr 1901 mehr als 75 Sorten Craft-Biere an. Die Biere aus handwerklicher Herstellung fließen vom Hahn, die Auswahl an Flaschenbieren ist ebenfalls groß.

Stone Brewing World Bistro & Gardens wurde kürzlich mit dem „Bier, Bars & Brauer“-Award als „Beste Biergastronomie in Deutschland“ ausgezeichnet. Die Brauerei zählt zu den Top 10 Brauereien in Deutschland. Ein schöner Erfolg für Thomas Tyrell, den Braumeister von Stone Brewing Berlin. Das Hauptbrauhaus, welches ebenfalls besichtigt werden kann, hat eine Kapazität von 10.000 Litern, die kleinere Pilot-Brauanlage kann in einem Sud 1000 Liter brauen. Die Stone Brewing-Gründer Greg Koch und Steve Wagner gelten als überzeugte Unterstützer der internationalen Slow-Food-Bewegung. Alle Zutaten stammen, so das Versprechen, von lokalen und ökologisch arbeitenden Landwirtschaftsbetrieben. Zu den Spezialitäten des Hauses zählen Gegrilltes Strip Steak aus Freilandhaltung, mit Stone BBQ-Sauce, Café de Paris-Butter, White Salsa, knusprigen Kartoffelchips und Ofengemüse der Saison (32 Euro). Ebenso das Trio aus Käsekrainer, grober Bratwurst und Merguez samt einer Ofenkartoffel mit Jalapeno Sauerrahm und einem Senf kreiert aus einem der Stone Biere, dem Stone Runiation Double IPA (16 Euro).

Stone Brewing, Im Marienpark 23, Alt-Mariendorf, Mo.– Do., 12 – 0 Uhr, Küche bis 22 Uhr; Fr. und Sbd., 12 – 0 Uhr, Küche bis 23 Uhr; Sonn-und Feiertag 10 Uhr -22 Uhr, Küche bis 21 Uhr. Reservierung unter 030/2 12 34 31 00. S-Bahn Station Attilastraße (S2) oder U-Bahn Station Alt-Mariendorf (U6), kostenlose Parkplätze. www.stonebrewing.com

Vorverkaufs-Tipp

Unterwegs in den Hansa-Studios und auf Bowies Spuren in Kreuzberg

Zu besonderen Terminen lädt Tour-Veranstalter Thilo Schmied seinen Freund Eduard Meyer nach Berlin ein. Der war Toningenieur in den Hansa-Studios, als noch nicht U2, Depeche Mode und REM dort aufgenommen hatten, sondern Schlager produziert wurden. Unten im Schaukasten des Studios sind einige der „Hitparade“-Stars zu sehen, die im Haus an der Köthener Straße am Mikrofon gestanden hatten. Später allerdings arbeitete Meyer dort mit David Bowie und Iggy Pop. Hansa-Experte Schmied und Meyer laden in einer Veranstaltungsreihe, die vom 72. Geburtstag des 2016 verstorbenen Briten geprägt ist, zur Bowie Berlin Tour: eine drei bis vierstündige Reise durch Studio und Bowies Berlin, lebhaft präsentiert mit Video und Multimedia-Tourbus.

Bowie Berlin Tour, Start Köthener Straße 38, Kreuzberg, 22./23. Januar, 10.30 Uhr, Teilnahme nach Anmeldung: Tel. 0172 42 42 037 , musictours-berlin.de. Preis auf Anfrage

Ausstellungs-Tipp

Ey Alter – Endspurt bei interaktiver Ausstellung in Schönebergs Gasometer

Kaum jemand ist frei von Bildern im Kopf: Hier der junge Hüpfer, dort das alte Eisen. Altersstereotype nennen Psychologen das Phänomen. Die Ausstellung „Ey Alter“, die noch bis 19. Januar in Schöneberg läuft, betrachtet den demografischen Wandel als Chance. Sie ersetzt Altersstereotype durch Talente und Potenziale, sie will Impulse für neue Formen der Zusammenarbeit von jung und erfahren setzen. Die Schau, die auf Initiative von Mercedes-Benz entstand, war vor Berlin bereits in Stuttgart und Bremen zu sehen. Zum Start muss sich der Besucher entscheiden: Ist er alt oder jung? In den 20 Stationen der interaktiven Ausstellung kann er dann seine Fähigkeiten testen – in Geschicklichkeit, Wahrnehmung und Denkleistung.

Ausstellung Gasometer Berlin, Euref-Campus, Torgauerstraße 12, Schöneberg. Geöffnet: Mo.– So., 10–18 Uhr, Do., 10–20 Uhr, service@eyalter.com, Telefon: 0711 / 400 700 70.

Mitmach-Tipp

Wenn es ein Wort gibt, bei dem Sabine Engert hellhörig wird, dann ist das „natürlich“. Steht dieser Begriff auf einer Cremeverpackung, lässt die Diplomchemikerin und Umweltbildnerin beim Naturschutz Berlin-Malchow die Finger davon. Denn allzu oft verbergen sich dahinter synthetische Zusatzstoffe. Das ist nur ein Grund, warum sie ihre Leidenschaft für selbst gemachte Naturkosmetik aus Honig, Öl, Sahne und mehr entdeckt hat. Ihr Können und Wissen, wie man mit kleinsten Schritten sich und seiner Gesundheit Gutes tun kann, gibt sie gern bei speziellen Kursen weiter. Der Nächste findet am 13. Januar von 14 bis 17 Uhr im Umweltbüro Lichtenberg statt. Dabei können alle Teilnehmer unter ihrer Anleitung eine eigene Gesichtscreme aus wenigen Zutaten schnell und einfach selbst herstellen und nach Gefallen mit Duftstoffen ergänzen. Dafür wird ein Kostenbeitrag von fünf Euro pro Person erhoben.

Umweltbüro Lichtenberg, Passower Str. 35, Telefon: 030/92 90 18 66, www.umweltbuero-lichtenberg.de

Literatur-Tipp

Aus dem Leben der großen Schriftstellerin Christa Wolf

Die Schriftstellerin Christa Wolf (1929–2011) zählte zu den wichtigsten Stimmen der deutschen Literatur im 20. Jahrhundert. Bücher wie „Der geteilte Himmel“, „Nachdenken über Christa T.“ und „Kassandra“ sind legendär, gehörten in vielen Abiturjahrgängen zum Prüfungsthema, weil die deutsche Teilung darin immer eine Rolle spielte. 2010 erschien ihr letzter Roman „Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud“. Diese Literatur ist heute noch lebendig, das Deutsche Theater etwa spielt ihre „Medea“ (Regie Tilmann Köhler), Anfang Januar stand es erst wieder in den Kammerspielen auf dem Spielplan. Die Christa Wolf Gesellschaft tut einiges, um ihr Werk weiterzutragen. Am 15. Januar gibt es einen schönen Termin im Rabenhaus: Dort stellt die Literaturwissenschaftlerin Monika Melchert die Autorin vor und liest aus einem ihrer Bücher.

Nachbarschafthaus Rabenhaus, Puchanstraße 9. 18.30 Uhr. Freier Eintritt.

Ausstellungs-Tipp

Experten führen durch das Museum Reinickendorf

Germanen, Dampfloks, Grenzanlagen – das erwartet die Besucher, wenn sie an einer Führung durch das Museum Reinickendorf teilnehmen. Am Sonntag, 13. Januar, werden Experten durch das Haus führen, das mal die alte Dorfschule von Hermsdorf war. Ein Handwerkerraum, eine Försterstube, der Raum „Raus ins Grüne“ und eine Arbeiterküche aus der Zeit um 1920 illustrieren die Entwicklung des Ortes im Norden Berlins vom ländlich geprägten Dorf über ein Ausflugsziel für Städter bis zur Industrialisierung und Eingemeindung nach Berlin. Die Rolle Reinickendorfs für die Rüstungsproduktion der Nationalsozialisten, die französische Besatzung und die Folgen der deutschen Teilung wird genauso anschaulich dargestellt wie die ältere Geschichte der Region.

Museum Reinickendorf, Alt-Hermsdorf 35, 13467 Berlin, 13. Januar, 15-16 Uhr, Teilnahme kostenfrei. Weitere Informationen: www.museum-reinickendorf.de

Spaziergang-Tipp

Januar-Kiezspaziergang durch die alte Wilmersdorfer Mitte

Beim nächsten Kiezspaziergang des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf führt Kulturstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD) am heutigen 12. Januar durch das Herz des alten Wilmersdorf. Ein Viertel, für dessen Identität seit einigen Jahren die Bürgerinitiative „Wilmersdorfer Mitte“ kämpft und einen Rückbau der überdimensionierten Verkehrsführung aus den 70er-Jahren zugunsten der historischen Baufluchten fordert.

Gelungen ist den Aktivisten immerhin, dass es nun wieder einen Weg durch die Sportplätze im Volkspark gibt. Der Kiezspaziergang mit der Stadträtin beginnt um 14 Uhr am U-Bahnhof Blissestraße an der südwestlichen Ecke Berliner und Blissestraße. Von dort geht es über die Mannheimer Straße 27, wo Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg vor 100 Jahren verhaftet wurden. Endpunkt ist schließlich die Auenkirche an der Wilhelmsaue, dem historischen Mittelpunkt Wilmersdorfs. Pfarrerin Kristine We­sterhoff wird dort die Kiezspaziergänger empfangen und ihnen dann die Kirche zeigen.