Springbrunnen

Springbrunnen: Vom „Regenwald“ zum „Keramikbrunnen“ – Schmuckbrunnen, Teil 3

<span class="Apple-style-span"><b>Zur Auflockerung der Plattenbau-Siedlungen</b></span><div><br /></div><div>Die im Bezirk Lichtenberg ab den 1970er bis in die 1980er Jahre entstandenen etwa 30 künstlerisch gestalteten Riesel- und Springbrunnen befanden sich häufig im Bereich gesellschaftlicher Zentren. Eine Auswahl solcher „Brünnlein“ und ihr jetziges Erscheinungsbild werden in mehreren Beiträgen hier vorgestellt.<div><span class="Apple-style-span"><br /></span></div><div><b><br /></b></div><div><b>Aus dem „Regenwald“ wird der „Große Keramikbrunnen“</b></div><div><span class="Apple-style-span"><br /></span></div><div><span class="Apple-style-span">Erinnert Sie das Foto in irgendeiner Weise an einen Regenwald? Nicht? Das war jedenfalls noch anders, als der Schmuckbrunnen 1976 eingeweiht wurde. Der&nbsp;</span>Keramikbrunnen des&nbsp;<span class="Apple-style-span">Künstlers Rudolf Kaiser, der 1976 vor der damaligen HO-Kaufhalle in der Schulze-Boysen-Straße im Bereich Frankfurter-Allee Süd eingeweiht wurde, stellte symbolisch einen Regenwald dar - in Form von sechs hoch aufragende Säulen aus Keramik, über die runde flachrandige Ablaufschalen in mehreren Höhen gezogen waren. Aus der Mitte jeder Säule floss das Wasser in die jeweils darunter sitzende Schale und durch kleine Löcher in deren Boden schließlich in Etappen in das quadratische unverkleidete Kunststeinbecken. [<a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-R0511-0012,_Berlin,_Frankfurter_Allee,_Brunnen.jpg">Originalansicht hier</a>]&nbsp;</span></div><div><div><span class="Apple-style-span"><br /></span></div><div><span class="Apple-style-span"><br />Der jetzt im Foto zu sehende Brunnen entstand erst in den 1990er Jahren, nachdem die symbolischen tröpfelnden Bäume mehrfach beschädigt worden waren. Weil der Zeuthener Künstler 1980 gestorben war, konnte man keine Veränderungen mit ihm abstimmen. So bestimmte eine Kunstkommission folgende Vereinfachung: die sechs Säulen im Becken werden um ein Element gekürzt und spiralförmig höhenabgestuft an ihrem früheren Platz wieder aufgestellt. Anstelle der flachen Schalen erhalten die oberen Enden der Säulen große Keramik-Hohlkugeln aufgesetzt. Die Kugeln werden in angepasster Farbgebung neu angefertigt. Das Wasser quillt nun aus der oberen Säulenöffnung in die Kugel und kann dort in feinen Strahlen in alle Richtungen austreten. Das Becken erhält eine Außenverkleidung aus passenden braunen Keramikfliesen. Im Frühjahr 2013 soll der erneuerte Schmuckbrunnen wieder frei sprudeln, wie<a href="http://www.lichtenberger-ansichten.de/?site=details&amp;id=289&amp;lang=deutsch"> bereits zuvor</a>.</span></div><div><span class="Apple-style-span"><br /><br /><b>Verbesserte Umgebung für den Schmuckbrunnen</b></span></div><div><br /></div><div>Im Herbst 2012 wurde der kleine Grünbereich rund um den Brunnen abgesperrt. Die befragten Einwohner befürchteten schon, dass der Hingucker das Schicksal vieler anderer Brunnen-„Artgenossen“ erleiden müsste und man ihn abbauen würde. Zum Glück stellte sich heraus, dass die Grünanlage sogar aufgebessert wurde, das Bezirksamt einige Bänke aufstellen und die Wege neu beschottern ließ. So ergibt sich nun zusammen mit dem renovierten Brunnen eine kleine Erholungsoase.</div><div><span class="Apple-style-span"><br />Gern hätten die Anwohner Handzettel zu den Arbeiten bekommen oder ein Baustellenschild gelesen. Aber ein Schild aufzustellen, ist nach den Berliner Bestimmungen bei Baumaßnahmen unter einem Wert von 500.000 Euro freiwillig – und auch ein zusätzlicher Kostenfaktor für die ausführende Firma. Für Arbeiten mit geringerer Summe sollten die Bauverantwortlichen aller Bezirke trotzdem über eine prinzipielle neue Vorschrift nachdenken. Heute wollen doch alle möglichst gut informiert sein oder?</span></div><div><span class="Apple-style-span"><br /><br /><b>Quelle:</b><br />Sylva Brösicke-Istok, Gabriela Ivan, Romy Köcher, Hans Schlegel: „Plastiken Denkmäler, Brunnen in Berlin. Katalog 1993“, Bezirk Lichtenberg; Luisenstädtischer Bildungsverein Berlin 1993, ISBN 3-89542-012-3; Seite 20<br /><br /></span></div></div></div>

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