Ausflugs-Tipp

Ein Ortsteil im Wandel: Oberschöneweide neu entdecken

Zwischen Wuhlheide und Spree entwickelt sich das alte Industrieareal zum beliebten Stadtquartier. Eine Entdeckungstour.

Alte Fabrikgebäude an der Wilhelminenhofstraße werden nach und nach für neue Nutzungszwecke saniert.

Alte Fabrikgebäude an der Wilhelminenhofstraße werden nach und nach für neue Nutzungszwecke saniert.

Foto: L. Ganssmann

Oberschöneweide wurde jahrzehntelang nur als Industriestandort wahrgenommen. Dass der Ortsteil im Wandel ist und sich dort inmitten des alten Industriecharmes und der Arbeiterwohnhäuser auch eine grüne Lunge befindet, ist noch heute weitgehend unbekannt. Gut frequentiert ist das Kinder-, Jugend- und Familienzentrum FEZ Berlin, das im 370 Hektar großen Volkspark Wuhlheide liegt, einem großen Waldgebiet.

Wir starten unsere Entdeckungstour am S-Bahnhof Wuhlheide (S3) und nehmen den Ausgang Wuhlheide/Parkeisenbahn/FEZ. Über eine Fußgängerbrücke verlassen wir den Bahnhof und stoßen auf einen Gehweg parallel zu den Gleisen der Parkeisenbahn, mit der das FEZ-Gelände erkundet werden kann. Folgen Sie der Straße Am Bahnhof Wuhlheide geradeaus in den Wald, dann leicht rechts in Richtung Wasserwerk laufen. Nun führt der Weg etwa einen Kilometer lang durch das städtische Waldgebiet Wuhlheide, bis man rechts in die Kastanienallee abbiegt.

60 Modelle von Sehenswürdigkeiten können bestaunt werden

Nach kurzer Zeit erreicht man den Modellpark Berlin-Brandenburg. Der wurde 2007 auf dem Gelände des ehemaligen Ernst-Thälmann-Stadions eröffnet. Dort können Besucher mehr als 60 im Maßstab 1:25 originalgetreu nachgebaute Modelle bekannter Berliner und Brandenburger Sehenswürdigkeiten bestaunen.

Am Eingang geradeaus stoßen Sie schon bald auf das Eichgestell, den Hauptweg der Wuhlheide, der von alten Eichen gesäumt ist. Dem etwa 600 Meter nach links folgen und dann rechts in die Verlängerte Rathenaustraße einbiegen, wo sich der Eingang zum Waldfriedhof Schöneweide befindet. Der wurde 1902 von der Industriellenfamilie Rathenau angelegt. Das gesamte Ensemble, zu dem auch das Rathenau-Grab gehört, ist mittlerweile unter Denkmalschutz gestellt.

Unsere Tour führt am Friedhof vorbei. Es wird nun lauter, bald ist die vielbefahrene Straße An der Wuhlheide in Sicht, die wir queren, um anschließend der Rathenaustraße zu folgen. Der Weg führt in das ruhige Wohngebiet von Oberschöneweide, in dem jetzt auch junge Familien und Studenten leben. An der Wilhelminenhofstraße führt der Weg aus dem Wohngebiet in das alte Industrieareal an der Spree. Einst hatten dort 25 Großunternehmen, ein Drittel davon aus der Elektrotechnik, ihre Betriebsstätten. Hinter den gelben Klinkermauern haben bis zur Wende Zehntausende Menschen gearbeitet. Nach der deutschen Wiedervereinigung verloren innerhalb weniger Jahre 25.000 davon ihre Jobs. Die Großindustrie in Oberschöneweide ist nur noch ein Kapitel in den Geschichtsbüchern.

Alter Industriecharme

Der Weg führt an der Wilhelminenhofstraße nach rechts. Viele der alten Industriebauten stehen unter Denkmalschutz und versprühen – zum Teil aufwendig saniert – alten Industriecharme. Hinter den Backsteingemäuern haben sich mittlerweile zahlreiche Künstler angesiedelt, aber auch Gründer und die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW).

Die Tour führt nun nach rechts und dann links in die Lauffener Straße hinein, über den Platz am Kaisersteg direkt auf das Spreeufer zu. Die Fußgängerbrücke Kaisersteg führt über den Fluss nach Niederschöneweide. Der Hasselwerder Straße folgen Sie bis zur Schnellerstraße. Dort nach rechts bis zur Michael-Brückner-Straße gehen, wo sich vis-à-vis das Ziel des Ausflugs, der S-Bahnhof Schöneweide, befindet.

Sehenswert:

Modellpark Berlin-Brandenburg, An der Wuhlheide 80, Oberschöneweide, tgl. 10–18 Uhr, Tel. 36 44 60 19, Eintritt 4,50, erm. 2,50 Euro, www.modellparkberlin.de

Kranhauscafé, Paul-Tropp-Straße 11, frische Kaffeespezialitäten, diverses Gebäck und Kuchen sowie Imbiss, Oberschöneweide, Do.+ Fr. 11–19 Uhr, Sbd. + So. 10–20 Uhr, Tel. 63 96 76 80, www.kranhaus.berlin

Schmalspurbahn BPE Berliner Parkeisenbahn, An der Wuhlheide 189, Oberschöneweide, Tel. 53 89 26 60, Fahrkarten kosten ab 3 Euro, Infos zu Fahrzeiten www.parkeisenbahn.de

Strecke: Die Streckenlänge beträgt 6,3 Kilometer. Dafür sollten etwa 1,5 Stunden eingeplant werden.