Berliner helfen

Ukrainian Youth Club: Treffpunkt für junge Ukrainer

| Lesedauer: 3 Minuten
Petra Götze
Sozialpädagogin  Rebekka Rauchhaus (m.) mit ihren Schützlingen Polina, Liza, Vika und Veronika (v.l.) nach dem Mittagessen im Ukrainian Youth Club in Mitte.  

Sozialpädagogin  Rebekka Rauchhaus (m.) mit ihren Schützlingen Polina, Liza, Vika und Veronika (v.l.) nach dem Mittagessen im Ukrainian Youth Club in Mitte.  

Foto: KRAUTHOEFER , JOERG

Unter den Flüchtlingen sind viele Kinder und Jugendliche. Im Youth Club der Arche-Stiftung können sie gemeinsam Berlin kennenlernen.

Einen perfekteren Ausgangspunkt um Berlin zu erkunden, gibt es wohl nicht: am Schinkelplatz mit Blick auf das wieder aufgebaute Humboldt-Schloss, treffen sich täglich 30 ukrainische Kinder und Jugendliche im Ukrainian Youth Club, um gemeinsam die Stadt zu erkunden, die erst einmal ihre neue Heimat sein wird.

Die Arche-Stiftung hat den Ukrainian Youth Club im März diesen Jahres ins Leben gerufen, um Kindern im Alter zwischen 12 und 17 Jahren, die noch keinen Schulplatz haben, unter pädagogischer Betreuung eine sinnvolle Beschäftigung, Lernmöglichkeiten, Sport und Ausflüge anzubieten. Viele sind durch Krieg und Flucht traumatisiert. In der Gemeinschaft sollen sie wieder lachen können und sich angenommen fühlen.

„Wir machen Ausflüge in Museen und andere kulturelle Einrichtungen. Heute waren wir in den Pink Pepper Studios und haben ein Werbevideo gedreht“, erzählt die Projektleiterin Rebekka Rauchhaus. Täglich gibt es ein warmes Mittagessen für alle, wer will kann bei einer Runde Tischtennis entspannen oder am Computer spielen.

Digital-Agentur stellt Ukrainian Youth Club Räume zur Verfügung

Die hellen, modernen Räume in der exklusiven Lage am Schinkelplatz in Mitte hat die Digital-Agentur Experience One, die den Youth Club gemeinsam mit der Arche initiiert hat, kostenlos zur Verfügung gestellt. „Das ist unser Event-Space. Ist doch toll, wenn hier Leben in der Bude ist“, meint Office-Managerin Julia Krauß.

„Wir wollten eine Umgebung schaffen, in der sich die geflüchteten Kinder wohlfühlen, sich entfalten und einfach nur zusammen sein können. Hier entsteht jede Woche ein abwechslungsreiches Programm von mindestens zehn Doppelstunden und vielen Ausflügen. Für unser Team ein absolutes Herzensprojekt“, sagt Kai Müller, Vorstand der Experience One AG.

Ukrainian Youth Club wird durch Sponsoren und Spenden finanziert

Finanziert wird der Ukrainian Youth Club durch weitere Sponsoren und mit Spenden, Museen und Freizeiteinrichtungen stellen kostenlos Eintrittskarten zur Verfügung. Angeboten werden Deutsch- und Englischunterricht, Ehrenamtliche organisieren Workshops zum Thema Programmieren und Augmented Reality.

„Die Kids sind sehr technikbegeistert“, sagt Sozialpädagogin Rebekka Rauchhaus. Sie verständigt sich auf Deutsch und Englisch mit den Teenagern, zusätzlich helfen Ehrenamtliche, die ukrainisch sprechen und auch die Translator-App auf dem Handy.

Während die Jungen gern vor den Computern im hinteren Teil des Raumes sitzen und spielen, sind bei den Mädchen kreative Handarbeiten mit bunten Perlen und anderen Materialien sehr beliebt. „Ich finde es schön hier, wir kommen jeden Tag“, sagt die 13-jährige Alisa auf Englisch. Sie und ihre 10-jährige Schwester Varvara sind mit der Mutter und anderen Verwandten Anfang Mai aus Nikopol geflohen. „Ich denke jeden Tag an mein Zuhause“, sagt Alisa. Sie hofft, dass der Krieg bald vorbei ist und sie und ihre Familie in ihre Heimat zurückkehren können.

Der Ukrainian Youth Club wurde wie das Arche-Schulprojekt für ukrainische Kinder mit einer Spende aus der Ukraine Hilfsaktion von Berliner helfen e.V. , dem Verein der Berliner Morgenpost, gefördert.