Ausflug

Ukrainische Kinder begeistert vom Besuch im Zoo

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Peter Iwatiw
Anja (7) im Berliner Zoo 

Anja (7) im Berliner Zoo 

Foto: Marianne Iwatiw

Wenn eine aus der Ukraine geflüchtete Familie sich den Zoo erobert, sind alle begeistert.

Am vergangenen Wochenende wurden Träume wahr: Meine aus der Ukraine geflüchtete Familie eroberte für sich den Zoologischen Garten. Vor allem die Kinder gerieten außer Rand und Band vor Begeisterung. Und sie waren nicht allein: Überall auf den Wegen und vor den Gehegen waren ukrainische Stimmen zu hören, zogen aufgeregte ukrainische Kinder ihre Mütter und Verwandten über Stock und Stein zu immer neuen tierischen Sensationen.

Dabei war es ein ganz normales Wochenende und kein Tag der offenen Tür für Kriegsflüchtlinge. Aber in diesen bösen Zeiten hemmungsloser militärischer Aggression und Zerstörungswut sehnt sich die Seele nach einem Stück heiler Welt – man kann sich über die putzigen Pandas ebenso freuen wie über die raffinierten Krähen, die sich bei der Fütterung undercover unter die Truppe der Pinguine mischen.

Auch die Erwachsenen konnten die Sorgen zumindest für ein paar Stunden verdrängen. Sie müssen sich mit fremden Lebenswelten, einer fremden Sprache und Schrift sowie mit einer oftmals unverständlichen Bürokratie abplagen.

Auf der anderen Seite ist die Hilfsbereitschaft vieler Berliner für die Kriegsflüchtlinge aus dem Osten schlicht sensationell. Meine Familie hatte das Glück, nach Wochen in unseren beengten Wohnräumen in der Gästewohnung einer Wohnungsbaugenossenschaft unterzukommen. Die mussten sie zwischenzeitlich räumen, weil noch Buchungen vorlagen. Und was passierte? Ein Oberförster aus Tegel lud die gesamte Gruppe für diese Zeit in sein gemütliches Forsthaus ein und bewirtete sie herzlich und freundschaftlich. Neben der Eingangstür prangte ein Schild, auf dem in kyrillisch die Worte „Laskawa prosimo“ standen – herzlich willkommen. Ein Forsthaus mitten im Wald samt Wildgattern mit Damwild, Wildschweinen inklusive Frischlingen und Mufflons. Gleich dabei der Tegeler See. Und ein Jugendfahrrad stand für Erkundungen auch zur Verfügung.