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Vorfreude auf Weihnachten im Haus Jona

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Petra Götze
Adventsvorbereitung im Haus Jona in Spandau.

Adventsvorbereitung im Haus Jona in Spandau.

Foto: Stiftung Jona

Aktion „Schöne Bescherung“: das Kinder- und Jugendhaus Jona in Spandau und die Kinder im Hestia- Frauenhaus hoffen auf viele Spenden.

Berlin. Fleißig haben die Kinder in Jona’s Haus in den letzten Tagen Papiersterne, Engel und Schneeflocken aus Watte gebastelt. Pünktlich zum ersten Advent schmücken die selbst gebastelten Kunstwerke die in privater Initiative gegründete Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung im Spandauer Ortsteil Staaken. In der Bastelwerkstatt entstehen bunte Tannengestecke, im Theaterraum wird das Krippenspiel geübt und in der Holzwerkstatt werden Anhänger für den Weihnachtsbaum gewerkelt. Das gemeinsame Plätzchenbacken musste wegen der Infektionsgeschehens ausfallen.

Das Haus Jona, benannt nach der biblischen Geschichte von Jona und dem Wal, ist eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die es im Leben schwer haben. Mit verschiedenen Bildungsprojekten und anregenden Freizeitangeboten werden junge Menschen erreicht, die aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen. Ziel ist es, die Bildungsbenachteiligung zu verringern und einen Anschluss an die Gesellschaft zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen Kindern durch besondere Highlights wie die großen Ferienprogramme und Ausflüge wieder Freude und Hoffnung geschenkt bekommen und eine harmonische Gemeinschaft erleben.

„Viele Kinder haben durch den Distanzunterricht in der Corona-Pandemie und keinerlei Unterstützung zu Hause den Anschluss in der Schule verloren. Eine ungesunde Ernährung und wenig Möglichkeiten zu Bewegung haben zu einem starken Anstieg von Übergewicht geführt“, sagt Angelika Bier, die Gründerin des Kinderhauses.

Sie und ihre Mitarbeiter erleben, wie die Heranwachsenden unter den Kontaktbeschränkungen gelitten haben. „Motivationslosigkeit, Einsamkeit und Angst sind Zeichen dieser Entwicklung. Jugendliche mit einer gebrochenen Bildungsbiographie schaffen den Übergang von der Schule in den Beruf nun noch weniger als früher, die Perspektivlosigkeit ist sehr groß“, sagt Corinna Dietrich von der Stiftung Jona.

Im kommenden Jahr möchten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen besonders fördern. Unter dem Motto „Begeistern, bewegen und begleiten!“ sollen die Sportangebote in Jona’s Haus ausgebaut werden, Kinder zu Aktivitäten motiviert und bei psychischen Problemen begleitet werden. „Für Sportgeräte, sportorientierte Workshops und engagierte Mitarbeiter brauchen wir Spenden. Wir sind sehr dankbar, dass wir wieder bei der ,Schönen Bescherung’ dabei sein dürfen“, sagt Corinna Dietrich.

Auf Spenden aus der Weihnachtsaktion hofft auch das Frauenhaus Hestia. 1993 vom Verein Hestia gegründet, ist es ein Zufluchtsort für 60 Frauen und ihre Kinder, die vor Misshandlung und Gewalt aus ihrem Zuhause fliehen mussten Sie können dort wohnen, bis sie eine sichere Unterkunft gefunden haben, erhalten Unterstützung bei der Wohnungssuche, bei finanziellen und rechtlichen Problemen und persönlichen Krisen.

Wenn Frauen häusliche Gewalt erfahren, leiden ihre Kinder immer mit. In 80 bis 90 Prozent der Fälle erleben die Kinder selbst Gewalt oder werden Zeugen. Bei etwa 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Frauenhäusern treten Symptome von posttraumatischen Belastungsstörungen auf. „Oft zeigen sie Verhaltensauffälligkeiten, sind aggressiv oder besonders zurückgezogen“, sagt Vanessa Maurer vom Frauenhaus Heestia.

Um ihnen das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln, soll der Kinderbereich des Frauenhauses für die Bedürfnisse kleinerer und größerer Kinder umgestaltet werden. „Sie sollen Raum zum Toben bekommen, zum kreativ werden, aber auch Rückzugsorte zur Entspannung und ruhige Räume für Hausaufgaben“, sagt Vanessa Maurer.

Das Frauenhaus wird zum Teil durch die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung finanziert, aber nicht alle Kosten des täglichen Bedarfs sind gedeckt. „Wir sind auf Spenden angewiesen, um den Bewohnerinnen und ihren Kindern einen entlastenden Aufenthalt zu ermöglichen.“, sagt Vanessa Maurer.

Spenden für die Weihnachtsaktion

Um sozial benachteiligten und chronisch kranken Kindern und Jugendlichen eine Freude zu machen, startet die Berliner Morgenpost mit ihrem Verein Berliner helfen zum 19. Mal die Aktion „Schöne Bescherung“. Bis Weihnachten berichten wir über Einrichtungen und Vereine, die sich für Kinder und Jugendliche in Berlin engagieren. Sie sind auf Spenden angewiesen, da sie vielfach ohne öffentliche Förderung aber mit viel freiwilligem Engagement arbeiten. Machen Sie mit bei der„Schönen Bescherung“. Spenden Sie an:

Berliner helfen e. V. Stichwort: „Bescherung“ IBAN: DE69 1002 0500 0003 3071 00 BIC: BFSWDE33BER Berliner helfen e. V. ist als gemeinnützig anerkannt. Für eine Spendenbescheinigung geben Sie bitte Ihren Namen und die Anschrift bei der Überweisung an. Weitere Infos unter 030 8872 – 77844 oder per E-Mail an: kontakt@ berliner-helfen.de