Berliner helfen

Neuer Spielplatz für die Stephanus Schule

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Petra Götze
Spielplatz-Eröffnung an der Stephanus Schule in Weißensee.

Spielplatz-Eröffnung an der Stephanus Schule in Weißensee.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Berliner helfen, der Verein der Berliner Morgenpost, spendet 25.000 Euro aus einer Erbschaft. Sie ist für behinderte Kinder gedacht.

Berlin. Ein Vermächtnis als Auftrag: Ein langjähriger Leser der Berliner Morgenpost hatte einen Teil seines Vermögens Berliner helfen vermacht, dem gemeinnützigen Verein der Zeitung. Verbunden mit der Auflage, das gespendete Geld für behinderte Kinder und Jugendliche in Berlin zu verwenden.

Siegfried Helias, Vorsitzender des Vereins Kinder in Gefahr und Charity-Partner von Berliner helfen e.V. machte auf einen langgehegten Plan der Stephanus Schule in Weißensee aufmerksam: Das Förderzentrum für geistig und körperlich behinderte Kinder wollte einen Spielplatz bauen, speziell ausgerichtet auf die besonderen Bedürfnisse der 95 Schülerinnen und Schüler, aber auch als inklusiven Treffpunkt für alle Bewohner und Nachbarn der Stephanus Stiftung in Weißensee.

25.000 Euro aus einer Erbschaft gespendet

„Wir hatten schon einen Teil der Summe zusammen, aber 75.000 Euro waren einfach zu viel“, sagt Angelika Arndt, ehemalige Leiterin der Stephanus Schule und seit Jahren Vorsitzende der Fördervereins der Schule. Einen hohen Kostenfaktor für den Bau des Spielplatzes machte die tiefe Verankerung der Spielgeräte aus, damit sie sicher von körperlich eingeschränkten Kindern benutzt werden können.

Der Verein Kinder in Gefahr, seit vielen Jahren mit Lesungen und Veranstaltungen Förderer der Stephanus Schule, hatte ebenfalls schon Geld für den neuen Spielplatz gesammelt. Durch die zweckgebundene Erbschaft konnte Berliner helfen e.V. im Sommer vergangenen Jahres den letzten Teil in Höhe von 25.000 Euro beisteuern.

Corona-bedingt verzögerten sich der Baubeginn, aber im April diesen Jahres rollten endlich Bagger an, um den Boden vorzubereiten. „Die Kinder waren so aufgeregt, kamen jeden Tag an den Bauzaun, um die Fortschritte zu beobachten und zu fotografieren“, berichtet Angelika Arndt. Die Spielgeräte durften die Kinder mit aussuchen, alle sind mit weichen Fallschutzmatten ausgestattet.

In dieser Woche war es soweit: Am Dienstag wurde der neue Spielplatz mit einer kleinen Zeremonie und Eiscreme für alle feierlich eröffnet. „Die Freude der Kinder ist riesengroß, denn es ist für uns alle das erste Mal seit dem Lockdown, dass wir wieder zu einer Feier zusammen kommen“, sagte Schulleiterin Karen Schulz. Der Schulchor unter Leitung von Musiklehrerin Regina Probiesch hatte in kleiner Besetzung einen Monat lang Lieder einstudiert. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 01 überreichten stolz ihr mit vielen Fotos erstelltes Bautagebuch.

Dann wurden die neuen Geräte ausprobiert: Zwei Drehkarusselle, in denen man auch sitzen kann, ein Armfahrrad für Kinder im Rollstuhl, eine große Schaukel, das in den Boden eingelassene Trampolin und das spannende Klangspielgerät. Nicht alle trauten sich gleich auf eines der Karussells – aber der Spaß und der Stolz waren groß, nachdem die ersten Runden gedreht waren. „Unser Ziel ist es, die Kinder zu ermutigen und sie zu stärken“, sagt Schulleiterin Karen Schulz.

Die Stephanus Schule feierte im vergangenen Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Sie wurde 1990 als erste freie evangelische Schule mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ im Ostteil der Stadt eröffnet und 1993 staatlich anerkannt. Die Schule gehört zur Stephanus Stiftung, eine karitative Einrichtungen zur Betreuung von pflegebedürftigen und geistig behinderten Menschen. Neben der Schule gibt es auf dem Gelände an der Albertinenstraße 20 auch ein Altenheim, Wohnbereiche für Menschen mit Behinderung, Diakonie-Werkstätten, die Friedenskirche und eine Kita.

„Der neue Spielplatz soll ein Treffpunkt für alle sein, zum Spielen und sich Kennenlernen, jeder ist willkommen!“, betont Angelika Arndt vom Förderverein der Stephanus Schule.