Weihnachtsaktion

Kinderheim Elisabethstift braucht Anschluss

Im Kinderheim Elisabethstift werden Spenden gebraucht, um den Online-Unterricht im Lockdown möglich zu machen.

Kinder mit ihrer Erzieherin Maren Müller im Hausaufgabenraum.

Kinder mit ihrer Erzieherin Maren Müller im Hausaufgabenraum.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Berlin.  Das Elisabethstift ist eines der ältesten Kinderheime Berlins, gegründet 1826 von der Pfarrfrau Caroline Weiße, die nach dem Tod ihrer kleinen Tochter sechs mutterlose Kinder bei sich aufnahm. Seit 1903 befindet sich das Kinderheim auf einem großen Gelände im Reinickendorfer Stadtteil Hermsdorf.

200 Kinder vom Säugling bis zur Volljährigkeit werden in kleinen Wohngruppen mit fünf bis acht Kindern betreut. Die pädagogischen Methoden und Konzepte haben sich im Laufe der Jahrzehnte gewandelt, die Gründe für die Aufnahme der Kinder sind die gleichen geblieben: Eltern, die aufgrund von Drogensucht, psychischer Probleme oder mangelnder Reife nicht in der Lage sind, ihre Kinder so zu versorgen, wie es nötig wäre. Das Jugendamt veranlasst dann eine Inobhutnahme, um die Kinder zu schützen.

Notfälle werden auch nachts aufgenommen

„Wir sind auch für Notfälle da, wenn die Polizei nachts mit Kleinkindern vor der Tür steht, die aus einer vermüllten Wohnung geholt wurden“, sagt Helmut Wegner, seit 1997 Leiter des Evangelischen Kinderheims Elisabethstift. In den Wohngruppen lebt immer eine Erzieherin oder ein Erzieher mit den Kindern zusammen, um feste Familienähnliche Strukturen zu schaffen. Ganz wichtig ist dem Heim die Zusammenarbeit mit den Eltern, so weit dies möglich ist. „Wir bieten Elterntraining und Therapien an, die Kinder sollen in Kontakt bleiben und wenn es möglich ist, zu ihren Eltern zurückkehren“, sagt Helmut Wegner. Aber gerade dieses so wichtige Kontakthalten war schon im ersten Lockdown im Frühjahr extrem schwer.

„Wir haben nur einen funktionstüchtigen Computer für 80 Kinder und nur wenige Tablets“ erzählt Erzieherin Maren Müller. Das eigentliche Problem ist die fehlende technische Infrastruktur für den Online-Unterricht in Corona-Zeiten. „Es fehlen nicht nur die Computer und Tablets, wir müssen überhaupt erst einmal ein sicheres W-Lan-Netz aufbauen“, sagt der Heimleiter. Die Server und das Netzwerk müssen auch entsprechend abgesichert sein und gewartet werden, um die Kinder vor den Gefahren des Internets zu schützen. Die veraltete EDV-Anlage kann das alles nicht mehr leisten.

Es fehlen 100.000 Euro für die technische Ausstattung

Die Kosten für eine entsprechende technische Aufrüstung belaufen sich auf 100.000 Euro. „Bei den Senatsmitteln für die digitale Aufrüstung der Schulen wurden die Kinderheime vergessen. Wir sind dafür auf Spenden angewiesen“, sagt Wegner. „Wie sollen unserer ohnehin benachteiligten Kinder ihre Chance bekommen, wenn sie am Homeschooling gar nicht teilnehmen können?“, fragt der Heimleiter.

Zu Weihnachten gibt es in diesem Jahr im Elisabethstift keine gemeinsame große Feier mit allen Kindern, Mitarbeitern, Eltern und Förderern, sondern jede Wohngruppe feiert für sich. Die Hälfte der Kinder wird das Weihnachtsfest zu Hause bei den Eltern verbringen. Etwa 70 Familien werden vom Elisabethstift ambulant betreut. „Oft leben sie von Hatz IV in beengten Verhältnissen, da ist der Lockdown besonders schwer auszuhalten. Corona fordert uns alle heraus“, sagt Helmut Wegner.

Spenden Sie für die „Schöne Bescherung“

In diesem Jahr sammelt der Verein „Berliner helfen e.V.“ zum 18. Mal mit der Weihnachtsaktion „Schöne Bescherung“ Spenden für Kinder und Jugendliche. Unterstützt werden einzelne behinderte Kinder, vor allem aber Einrichtungen, die sich um Kinder und Jugendliche aus sozial schwachem Umfeld kümmern. Auch Kinderheime wie das Elisabethstift in Hermsdorf und Nachmittagsbetreuungseinrichtungen oder Therapieprojekte für traumatisierte Kinder sind auf Spenden angewiesen. Machen Sie mit bei der„Schönen Bescherung“! Spenden Sie an:

Berliner helfen e.V.
Stichwort: „Bescherung“
IBAN: DE69 1002 0500 0003 3071 00
BIC: BFSWDE33BER

Für eine Spendenbescheinigung geben Sie bitte die Anschrift bei der Überweisung an. Weitere Infos unter 030/8872–77844 oder auf www.morgenpost.de/berliner-helfen/