Wir helfen Helfern

Im Grunewald warten Abenteuer auf die Kinder

Aktion „Wir helfen Helfern“: Das Abenteuerzentrum im Grunewald bietet Platz zum Toben, darf aber wegen der Corona-Krise nicht öffnen.

Bereit für neue Abenteuer: Geschäftsführer Axel Wagner.

Bereit für neue Abenteuer: Geschäftsführer Axel Wagner.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE FotoServices

Frische Luft, dichter Wald und sogar ein Seilgarten - einen besseren Platz kann es für Stadtkinder zum Spielen und Toben eigentlich nicht geben, auch gerade jetzt während der Corona-Pandemie. Doch das Abenteuerzentrum im Grunewald ist wie alle Jugendfreizeiteinrichtungen seit Beginn der Corona-Krise geschlossen.

„Wir haben Betriebsverbot und wissen deshalb nicht, wie wir unsere Kosten erwirtschaften sollen“, sagt Axel Wagner, Geschäftsführer der gemeinnützigen Ferne-Fahrten-Abenteuer GmbH, die das Abenteuerzentrum seit 15 Jahren betreibt.

Übernachtung in Jurten mit Kaminöfen

Das drei Hektar große Waldgelände hinter dem Tennis-Club Blau-Weiß wird von Schulklassen für Ausflüge genutzt, beherbergt Schüler auf Klassenfahrten oder Pfadfindergruppen im Jugendaustausch und bietet sozialpädagogische Erlebnisse für Jugendliche aus Kreuzberg, Wedding und Neukölln.

Für ein Projekt mit Flüchtlingskindern wurden 2015 drei große runde Jurten-Zelte aufgestellt mit Holzboden und Kaminofen als Heizung. „Das ist im Winter besonders schön und abenteuerlich“, sagt der Pädagoge Axel Walter.

Beim gemeinsamen Übernachten ohne große Annehmlichkeiten lernen die Jugendlichen von allein, Konflikte auszuhalten und sich an Regeln zu halten, meint Wagner. „Doch wegen Corona geht das natürlich nicht mehr.“ Auch das Gebäude mit den Gruppenschlafsälen bleibt ungenutzt.

Motto lautet „Jedem Kind sein Abenteuer“

Aber drinnen hält sich im Abenteuerzentrum sowieso niemand lange auf: Alles ist auf Erlebnisse in und mit der Natur ausgerichtet. Das Forstgelände ist eingezäunt, aber die Bäume und das Dickicht bieten jede Menge Verstecke und viel Platz für eigene Erkundungen.

„Jedem Kind sein Abenteuer“ lautet das Motto der Einrichtung, übernommen von den Pfadfindern und ihrer Philosophie, dass Kinder möglichst viel selbst entdecken und mit eigenen Händen ohne fremde Hilfe etwas schaffen sollen, wie die selbst gebaute rote Hütte auf dem Gelände.

Im Seilgarten trainieren die Kinder beim Überqueren einer wackeligen Hängebrücke in luftiger Höhe, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen und sich auf andere verlassen zu müssen. „Natürlich immer angeseilt und unter Aufsicht der Trainer“, erklärt Axel Wagner. Die 20 pädagogischen Mitarbeiter des Abenteuerzentrums sind in Kurzarbeit, nur die Waldkita auf dem Gelände ist mit zwei Erziehern noch in Betrieb. Dort wollen jeden Tag die Ponys Schnute und Lieschen und die Hühner versorgt werden.

Kosten können in der Corona-Krise nicht erwirtschaftet werden

Für das Forstgelände muss das Abenteuerzentrum keine Pacht an das Bezirksamt zahlen, dafür aber alle anfallenden Kosten unter anderem für Reparatur- oder Baumarbeiten tragen.

„Wir überlegen uns natürlich Konzepte, wie wir mit kleinen Gruppen von zehn statt 30 Kindern den Corona-Maßnahmen gerecht werden können, wenn wir denn wieder aufmachen dürfen.“

Damit das Abenteuerzentrum die Krise übersteht und weiter eine Oase für Großstadtkinder bleibt, gibt es eine Spende aus der Aktion „Wir helfen Helfern“.

Verein Zuckerbaum hilft Geschwistern von schwerkranken Kindern

Auch der Verein „Zuckerbaum“, der sich um die Bedürfnisse gesunder Geschwister von schwer kranken Kindern kümmert, setzt auf die positive Wirkung der Natur: „Wir möchten natürlich ganz schnell wieder unsere Zuckerbaumkinder glücklich rennend und laut lachend auf unserer schönen Streuobstwiese in Glindow sehen! Viele Kinder dürfen seit Wochen nicht vor die Tür. Zu groß ist die Angst der Eltern, sie könnten gefährliche Viren in die Wohnung bringen. Das ist natürlich verständlich, aber schwer auszuhalten. Nicht jede Wohnung hat einen Balkon oder gar eine Terrasse“, sagt Doreen Bendler vom Verein Zuckerbaum.

Um den gesunden Kindern etwas Abwechslung ins Haus zu bringen, haben sie und ihre ehrenamtlichen Mitstreiter Trost-Pakete mit Spielen und Rätseln und dazu handgeschriebene Briefe und Karten geschickt.

Spende für Ferienfahrt nach Glindow

Für die Zeit nach den strengen Corona-Maßnahmen plant der Verein eine Sommerferienwoche unter dem Motto „Raum für mich“. Auf dem Gelände in Glindow bei Werder soll mit den Kindern und Jugendlichen nach ihren Vorstellungen gebaut und gestaltet werden. Dafür gibt es ebenfalls eine Spende aus der Aktion „Wir helfen Helfern“, da das große Fest, mit dessen Einnahmen die Ferienfahrt und andere Freizeitaktivitäten normalerweise finanziert werden, in diesem Jahr ausfallen musste.

„Es freut uns sehr, dass so viele Leserinnen und Leser gespendet und so großartig ihr Herz geöffnet haben“, bedankt sich Doreen Bendler vom Verein Zuckerbaum.

Aktion „Wir helfen Helfern“: So können sich Vereine bewerben

Gemeinnützige Vereine und Einrichtungen in Berlin, die im Bereich der Jugend- und Altenhilfe, der Wohlfahrtspflege sowie der Gesundheitsfürsorge tätig sind, und die aufgrund der Corona-Krise ihre Kosten nicht mehr decken können oder denen aufgrund von abgesagten Charity-Veranstaltungen oder des Rückzugs von Sponsoren Mittel für ihre Arbeit fehlen, können sich bei Berliner helfen e. V. um eine Spende bewerben.

Voraussetzung ist, dass sie vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt sind und keine öffentliche Förderung erhalten. Als Nachweis dient der aktuelle Freistellungsbescheid. Anträge können formlos mit kurzer Beschreibung der Vereinsarbeit – gern mit Fotos – und Begründung, wofür die Spende gebraucht wird, per E-Mail oder Post, gestellt werden an:

Berliner helfen e. V., E-Mail: kontakt@berliner-helfen.de,
Post-Anschrift: Berliner helfen e. V./Berliner Morgenpost, Kurfürstendamm 21, 10719 Berlin, Tel. 030-8872 77844

Wer die Aktion unterstützen möchte, kann unter dem Stichwort „Wir helfen Helfern“ spenden an:

Berliner helfen e. V. IBAN DE69 1002 0500 0003 3071 00 BIC BFSWDE33BER

Für eine Spendenbestätigung bei der Überweisung bitte die Anschrift angeben.