Berliner helfen

Hilfe für Helfer: Unterstützung für den Rumpelbasar

Seit 50 Jahren existiert das Sozialkaufhaus in Zehlendorf. Zum Jubiläum gibt es eine Spende aus der Aktion „Wir helfen Helfern“.

Marion Herzog und Sylvia Wiesner vom Rumpelbasar Zehlendorf

Marion Herzog und Sylvia Wiesner vom Rumpelbasar Zehlendorf

Foto: Katrin Lange (FMG)

Die Einladung waren schon raus: 50 Jahre Rumpelbasar – das sollte Mitte Mai groß gefeiert werden. Sogar die Kundinnen des Sozialkaufhauses hatten sich für das Festprogramm etwas ausgedacht. Sie wollten mit den Second-Hand-Sachen, die auf den vielen Kleiderstangen hängen, eine Modenschau machen. Doch nun fällt das Fest aus ist. „Vielleicht können wird es im September nachholen, vielleicht aber auch erst nächstes Jahr“, sagt Marion Herzog, erste Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins „Rumpelbasar Zehlendorf“.

Wegen der Corona-Krise ist der Rumpelbasar geschlossen

Doch das ist noch nicht das Schlimmste. Wegen des Coronavirus ist die 500 Quadratmeter große Ladenfläche in einem Lichterfelder Gewerbegebiet seit Wochen geschlossen. Die fünf Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt, aber die Miete läuft weiter. Der Verein bildet keine Rücklagen sondern unterstützt mit Sach- und Geldspenden zahlreiche andere soziale Projekte, wie zum Beispiel die Kinderhilfe Berlin-Brandenburg, das Kinderhaus Mitte und das Stadtteilzentrum Steglitz.

Die Freude war natürlich groß, als die Nachricht kam, dass der Verein 1000 Euro von der Aktion der Berliner Morgenpost „Wir helfen Helfern“ bekommt. „Damit können wir den Verlust etwas ausgleichen“, sagt Marion Herzog. Sie werde die Summe für die Miete nutzen, aber auch an Helfer denken, die es besonders hart getroffen hat.

Hoffnung auf Wiedereröffnung nach dem Muttertag

Die Osterdekoration konnten die Mitarbeiter, die von 45 Ehrenamtlichen unterstützt werden, schon wieder einpacken. Kein Kunde hat sie überhaupt gesehen. In den vergangen Wochen wurde aufgeräumt, gemalert und geputzt. Spielzeug, Kleidung, Gardinen, Geschirr, Bücher, Taschen und Schuhe – alles ist einsortiert. Aber aufgrund der hohen Hygiene-Auflagen, die nicht so einfach auf den beiden Etagen umzusetzen sind, gibt es noch kein Wiedereröffnungsdatum. Vielleicht klappt es nach dem Muttertag. Es steht dann auf der Internetseite rumpelbasar-zehlendorf.de.

Die Geschichte des Second-Hand-Kaufhauses begann 1970 in einem Keller am Lupsteiner Weg. Zwei Frauen der Kirchengemeinde Zehlendorf-Schönow ärgerten sich darüber, das die Nachbarn Dingen wegwarfen, die andere noch gebrauchen konnten. Seitdem werden ausgediente Möbel, Kleidung und Hausrat als Spende entgegengenommen und in dem sozialen Warenhaus gegen einen Obolus weitergegeben oder auch verschenkt. „Schulen und Kitas freuen sich über Bastelmaterial und Bücher, Flüchtlingsheime über Kleidung“, erzählt Sylvia Wiesner, die zweite Vorsitzende des Vereins. Alle Einnahmen werden nach Abzug der Kosten für Mitarbeiter und Miete an andere Vereine und Initiativen verteilt.

Oft gewaschene Babysachen sind sehr beliebt

Viele Rentner, aber auch Zehlendorfer Hausfrauen kämen gern in den Laden, erzählen die beiden Vereinschefinnen. Im Lager hängt gerade ein weißer Nerzmantel, der nun mit den Wintersachen eingelagert wird. Spielzeug ist sehr beliebt, aber auch Kleidung. „Vor allem Babysachen werden gern genommen, weil sie schon so oft gewaschen sind, dass sie keine Chemie mehr enthalten“, sagt Marion Herzog. „Stammkundin“ ist auch eine 98-jährige Seniorin aus Wannsee, die noch in alter Schrift in ihren Briefen um neues Bastelmaterial oder Wolle bittet. „Das bringen wir ihr dann natürlich vorbei“, sagt die Vereinsvorsitzende. Die Zeit sei Schnelllebiger geworden, habe die Frauen festgestellt. Weil die Kleidung oft so billig geworden sei, würden die Menschen mehr kaufen und auch nach einer Saison schon wieder abgeben. „Den Gedanken der Nachhaltigkeit – den haben wir schon vor 50 Jahren gehabt“, sagt Marion Herzog. So neu sei die Idee nicht.

Rumpelbasar Zehlendorf, Am Stichkanal 2-4, Annahme und Verkauf Dienstag 9.30–11.30 Uhr, Mittwoch 17–19 Uhr, derzeit noch geschlossen

Aktion „Wir helfen Helfern“: So können sich Vereine bewerben

Gemeinnützige Vereine und Einrichtungen in Berlin, die im Bereich der Jugend- und Altenhilfe, der Wohlfahrtspflege sowie der Gesundheitsfürsorge tätig sind, und die aufgrund der Corona-Krise ihre Kosten nicht mehr decken können oder denen aufgrund von abgesagten Charity-Veranstaltungen oder des Rückzugs von Sponsoren Mittel für ihre Arbeit fehlen, können sich bei Berliner helfen e. V. um eine Spende bewerben.

Voraussetzung ist, dass sie vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt sind und keine öffentliche Förderung erhalten. Als Nachweis dient der aktuelle Freistellungsbescheid. Anträge können formlos mit kurzer Beschreibung der Vereinsarbeit – gern mit Fotos – und Begründung, wofür die Spende gebraucht wird, per E-Mail oder Post, gestellt werden an:

Berliner helfen e. V.,
E-Mail: kontakt@berliner-helfen.de,
Post-Anschrift: Berliner helfen e. V./Berliner Morgenpost, Kurfürstendamm 21, 10719 Berlin,Tel. 030-8872 77844

Wer die Aktion unterstützen möchte, kann unter dem Stichwort „Wir helfen Helfern“ spenden an:

Berliner helfen e. V. IBAN DE69 1002 0500 0003 3071 00BIC BFSWDE33BER

Für eine Spendenbestätigung bei der Überweisung bitte die Anschrift angeben.