Berliner helfen

Neuköllner Zirkus für Schulkinder kämpft ums Überleben

Mit der Aktion „Wir helfen Helfern“ unterstützt die Berliner Morgenpost gemeinnützige Vereine, damit sie die Corona-Krise überstehen.

Familie Richter betreibt den Erlebniscircus für Neuköllner Schulkinder.

Familie Richter betreibt den Erlebniscircus für Neuköllner Schulkinder.

Foto: Christian Kruppa

Berlin. Die von der Berliner Morgenpost gestartete Spendenaktion „Wir helfen Helfern“ trifft nicht nur auf große Resonanz bei den betroffenen Vereinen, sondern auch auf viele Unterstützer. Die Leser der Berliner Morgenpost haben seit dem Start am 4. April mehr als 20.000 Euro gespendet „Es ist wichtig, gemeinnützigen Institutionen zu helfen, die durch die jetzige gesellschaftliche Situationen in eine Schieflage gekommen sind“, sagt Sigfried Helias vom Verein Kinder in Gefahr.

Der Verein sammelt vor allem mit Veranstaltungen wie dem Britzer Mühlenfest und der „Stars in Concert“-Charity Gala Spenden für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Berlin. „Doch unsere Partner in der Hotellerie, Gastronomie und Kultur bangen nun selbst um ihre Existenz“, sagt Siegfried Helias. Dennoch hat sich sein Verein mit 1000 Euro an der Aktion „Wir helfen Helfern“ beteiligt, um den Erlebniscircus Neukölln zu unterstützen.

2006 wurde das Mitmach-Projekt für Neuköllner Schüler von der Zirkusfamilie Richter und dem damaligen Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky gegründet. „Seitdem kamen jede Woche 150 Kinder aus allen Neuköllner Schulen zu uns. Das Training in der Manege und der Umgang mit den Tieren stärkt ihr Selbstvertrauen und wirkt sich positiv auf ihr soziales Verhalten aus“, sagt Gabriele Richter, die den Mitmachzirkus gemeinsam mit Bruder Gerhard Richter leitet. Getragen wird das Projekt von ihrem Zirkus Mondeo, es ist weit über Berlin hinaus anerkannt und wird auch vom Bezirksamt Neukölln gefördert. Für Kinder aus finanziell schwachen Familien werden die Teilnahmegebühren übernommen.

Doch wegen der Corona-Krise sind alle Projektwochen für Schulen und Förderprogramme für traumatisierte Flüchtlingskinder abgesagt. „Uns fehlen die Einnahmen aber die Kosten laufen natürlich weiter. Als Familienbetrieb können wir uns einschränken, aber die Tiere brauchen ihr Futter und frisches Stroh“, sagt die Zirkusbesitzerin. Pferde, Ponys, Esel und Alpakas gehören zum Zirkus und sind die Lieblinge der Kinder. „Lehrer rufen uns an und machen uns Mut. Sie sagen, Ihr müsst unbedingt erhalten bleiben!“, erzählt Gabriele Richter, aber sie rechnet nicht damit, dass bis zu den Sommerferien Schulprojektwochen stattfinden können. Aus der Aktion „Wir helfen Helfern“ gibt es eine Spende über 6.000 Euro, damit Neuköllner Schulkinder nach der Corona-Krise wieder zu kleinen Stars in der Mange werden können.

Blindenverein will über Corona informieren

Mit ganz anderen Sorgen hat sich der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV) an Berliner helfen e. V. gewandt. Der Verein wurde 1874 gegründet um blinde und sehbehinderte Menschen in ihrem Alltag zu unterstützen, erhält aber keine stattliche Förderung. Er hat um finanzielle Hilfe gebeten, um wichtige Informationen zu Corona-Pandemie aufbereiten und vermitteln zu können: „Vielen blinden und sehbehinderten Menschen fällt es schwer, sich die relevanten Informationen herauszufiltern. Dazu kommt, dass die überwiegend älteren Menschen keinen Internetzugang haben. Wir wollen eine Corona-Sonderausgabe als Hörbuch und im Großdruck produzieren, um über die wichtigsten Senatsbeschlüsse, Sicherheitsvorkehrungen, Informations- und Hilfsangebote zu informieren. Wir können damit rund 2.500 blinde und sehbehinderte Menschen sowie ihre Angehörigen erreichen“, schrieb Paloma Rändel vom ABSV. Das wurde durch ein Spende über 4.000 Euro aus der Aktion „Wir helfen Helfern“ ermöglicht. „Wir sind so dankbar, eine großartige Nachricht für unsere Mitglieder“, sagt die Vereinssprecherin.

Für psychisch labile Menschen sind die Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren besonders schwer zu ertragen. Mit einer Spende über 2000 Euro aus der Aktion wird deshalb auch das Netzwerk Stimmenhören e. V. unterstützt. „Wir akzeptieren jede Erklärung, die dem stimmenhörenden Menschen hilft, seine Erfahrung einzuordnen und zu integrieren. Wir ermöglichen Austausch und Unterstützung durch Beratungsgespräche, Selbsthilfegruppen und stehen telefonisch, postalisch und via E-Mail für Fragen zum Stimmenhören zur Verfügung“, erläutert Vorstandsmitglied Laura Vogt. Das Netzwerk Stimmenhören arbeitet auch mit Fachleuten aus dem psychiatrischen und psychosozialen Bereich zusammen, bietet Aufklärung und Information durch Broschüren, Flyer und Bücher zum Thema Stimmenhören.

Aktion „Wir helfen Helfern“: So können sich Vereine bewerben

Gemeinnützige Vereine und Einrichtungen in Berlin, die im Bereich der Jugend- und Altenhilfe, der Wohlfahrtspflege sowie der Gesundheitsfürsorge tätig sind, und die aufgrund der Corona-Krise ihre Kosten nicht mehr decken können oder denen aufgrund von abgesagten Charity-Veranstaltungen oder des Rückzugs von Sponsoren Mittel für ihre Arbeit fehlen, können sich bei Berliner helfen e. V. um eine Spende bewerben. Voraussetzung ist, dass sie vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt sind und keine öffentliche Förderung erhalten. Als Nachweis dient der aktuelle Freistellungsbescheid. Anträge können formlos mit kurzer Beschreibung der Vereinsarbeit – gern mit Fotos – und Begründung, wofür die Spende gebraucht wird, per E-Mail oder Post, gestellt werden an:

Berliner helfen e. V., E-Mail: kontakt@berliner-helfen.de, Post-Anschrift: Berliner helfen e. V./ Berliner Morgenpost, Kurfürstendamm 21, 10719 Berlin,Tel. 030-8872 77844

Wer die Aktion unterstützen möchte, kann unter dem Stichwort „Wir helfen Helfern“ spenden an: Berliner helfen e. V. IBAN DE69 1002 0500 0003 3071 00 BIC BFSWDE33BER

Für eine Spendenbestätigung bei der Überweisung bitte die Anschrift angeben.