Berliner helfen

"Stimmt so!" - Jetzt wird aufgerundet

Foto: Reto Klar

Berliner können seit Montag in allen Kaiser's-Filialen ganz einfach Geld spenden. Schnell mal im Supermarkt Einkäufe erledigen - das machen wir alle fast täglich. Sich für seine Mitmenschen in Berlin einsetzen und helfen, wo Hilfe nötig ist - auch das wollen viele. Doch oft ist nicht klar, wie und wo genau - und ob die Spende auch wirklich ankommt.

Jetzt können die Berliner beides ganz einfach miteinander verbinden. Indem sie nämlich Gutes tun - und zwar gleich an der Supermarktkasse beim Bezahlen. Und das geht so: Mit dem Spruch "Berlin. Stimmt so" sind alle Kunden in den mehr als 150 Kaiser's Filialen in Berlin jetzt dazu eingeladen, beim Bezahlen Geldbeträge auf einen von ihnen gewünschten Betrag aufzurunden. Die Differenz wird dann über den Verein "Berliner helfen" direkt und ohne Abzüge an die Berliner Tafel gespendet.

Die Aktion ist ein Projekt von "Berliner helfen", einer Initiative der Berliner Morgenpost, und der Kaiser's Tengelmann GmbH. Sie ist am gestrigen Montag gestartet - ganz lokal, nur in Berlin.

Carsten Erdmann, Erster Vorsitzender von "Berliner helfen", erklärt die Idee dahinter: "Mit dieser gemeinsamen Initiative schaffen wir eine direkte Möglichkeit, sich ohne größeren Aufwand in seinem eigenen Kiez zu engagieren."

Direkt im eigenen Kiez helfen

Und der Plan scheint schon aufzugehen: Der Student Jan Kaminski (31) aus Prenzlauer Berg arbeitet in der Nähe des Theodor-Heuss-Platzes und geht deshalb regelmäßig zum dortigen Kaiser's-Markt, um einzukaufen. "Ich finde das Projekt total super", sagt er. "Der Wille zu helfen ist ja oft da, vor allem wenn es um Berliner geht - also unseren direkten Nachbarn. Wenn ich da jetzt ganz einfach und ohne größeren Aufwand direkt an der Supermarktkasse etwas spenden kann, werde ich das wohl auch ab und zu tun." Heute kauft er nur Tomaten - und testet gleich einmal, wie das neue Projekt funktioniert. Die Ware kostet eigentlich 1,44 Euro. Kaminski gibt der Kassiererin aber zwei Euro in die Hand und sagt: "Berlin. Stimmt so." Damit gehen 56 Cent an die Berliner Tafel. Sie leistet wertvolle Arbeit, immerhin versorgt sie monatlich 125.000 bedürftige Menschen in Berlin mit 660 Tonnen Lebensmitteln.

"Wir freuen uns, so die engagierte Arbeit der Berliner Tafel in den Berliner Stadtteilen zu unterstützen", sagt Carsten Erdmann. Und auch die Vorsitzende der Berliner Tafel, Sabine Werth, ist sehr zufrieden: "Eine wunderbare Idee", sagt sie. "Ich freue mich sehr, dass Kaiser's diese Aktion zu unseren Gunsten durchführen möchte."

Außerdem begrüßt sie, dass sich auch "Berliner helfen" zum wiederholten Male für die Unterstützung der Arbeit der Berliner Tafel entschieden habe. Doch das Beste an diesem Projekt, so die Vorsitzende der Berliner Tafel weiter, sei, dass allein der Kunde entscheiden könne, wann und wie viel er tatsächlich für seine Mitmenschen spenden will. "Ich kann als Kunde einfach nur auf den nächsten Eurobetrag aufrunden und damit ein paar Cent spenden. Ich kann aber auch einfach mal fünf oder zehn Euro dazulegen und sagen: "Berlin. Stimmt so" - und jeder Cent kommt direkt der Berliner Tafel zugute."

Und diese Hilfe ist auch bitter nötig: Mit 20 eigenen Fahrzeugen holt die Berliner Tafel täglich gespendete Lebensmittel aus den Berliner Supermärkten ab. Allein das Benzingeld für die Fahrten koste dabei schon 7000 Euro im Monat, sagt Sabine Werth. Außerdem sei auch Geld für die Verwaltung und die Festangestellten der Tafel notwendig. Deshalb sagt die Vorsitzende: "Herzlichen Dank - auch schon an alle im Voraus, die in Zukunft beim Bezahlen "Berlin. Stimmt so" sagen werden."

Und die Idee ist durchaus vielversprechend. Vor vier Jahren bereits führte Kaiser's schon ein ganz ähnliches Projekt ein: die Pfandbon-Spendenaktion. Dabei werden Pfandbons zurückgebrachter Flaschen auf Wunsch und Knopfdruck nicht ausgezahlt, sondern einbehalten und auch in diesem Fall an die Berliner Tafel gespendet. "Das war und ist eine sehr erfolgreiche Aktion - und hat auch bundesweit Nachahmer gefunden", sagt Tobias Tuchlenski, Geschäftsführer von Kaiser's Tengelmann Berlin. Jetzt "freuen wir uns sehr, mit einer weiteren Aktion und in Zusammenarbeit mit der Berliner Morgenpost für noch mehr Spendeneinnahmen der Berliner Tafel sorgen zu können".

Die Hilfe kommt an, wo sie nötig ist

Und es kann losgehen: Die Mitarbeiter sind alle bereits entsprechend geschult und vorbereitet. Sagt also ein Kunde an der Kasse "Berlin. Stimmt so", drücken sie ganz einfach eine spezielle Nummer im Kassiersystem - und der gespendete Differenzbetrag wird nicht automatisch auf das Einnahmekonto des Supermarkts, sondern auf ein Extrakonto gebucht. Und das wird dann auch auf dem Kassenbon für den Kunden festgehalten. Und wenn ein Kunde lieber mit Karte anstatt in bar zahlen will? - "das geht genauso, das ist gar kein Problem", sagt der Geschäftsführer.