Urlaub für einen Tag

Mit dem Kanu den Finowkanal entdecken

Urlaub auf dem Wasser kann eine Alternative zu den sonst üblichen Ausflügen sein. Und wer mit dem Kanu auf dem 400 Jahre alten Finowkanal, der ältesten noch schiffbaren künstlichen Wasserstraße Deutschlands, paddelt, kennt sich danach bestimmt nicht nur mit den Schleusen aus.

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Urlaub auf dem Wasser kann eine Alternative zu den sonst üblichen Ausflügen sein. Und wer mit dem Kanu auf dem 400 Jahre alten Finowkanal, der ältesten noch schiffbaren künstlichen Wasserstraße Deutschlands, paddelt, kennt sich danach bestimmt nicht nur mit den Schleusen aus.

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Technik macht Spaß - vor allem, wenn man sie anfassen darf. Wer mit dem Kanu auf dem 400 Jahre alten Finowkanal, der ältesten noch schiffbaren künstlichen Wasserstraße Deutschlands, paddelt, kennt sich danach bestimmt mit dem Schleusen aus. Denn allein zwischen Eberswalde und Finowfurt gibt es fünf Schleusen, die mit einer Handkurbel bedient werden müssen. Entspannung gibt es dann bei der Fahrt. Der gleichmäßige Paddelschlag und die Stille auf dem Wasser lassen selbst unruhige Geister friedlich werden.

Nach circa drei Stunden abwechslungsreicher Fahrt, auf der Fischreiher, Kormoran und mit etwas Glück auch der Eisvogel gesichtet werden können, wechseln die Ausflügler das Gefährt. Auf dem alten Mühlengelände in Finowfurt, oberhalb der Schleuse Schöpfurt befindet sich eine der Stationen des Kanu- und Fahrradverleihs "Triangel".

Mit dem Fahrrad geht es zum Finowfurter Luftfahrtmuseum, das nach der Wende auf dem Gelände eines nationalsozialistischen Fliegerhorstes und später sowjetischen Militärflughafens entstand. Juchzend vor Vergnügen braust der fünfjährige Yves mit seinem Vater Matthias mit dem Elektrowagen über die Betonplattenpiste - vorbei an den Shelters, den erd- und grasbedeckten Flugzeughangars und an der TU-134, einem ehemaligen Passagierflugzeug der Interflug. Das, was wie ein Rosinenbomber aussieht, ist die Iljuschin IL-14P, mit der DDR-Chef Walter Ulbricht seine Staatsflüge machte.

Vom benachbarten Sportflughafen steigt ein kleines Flugzeug auf. Dann ist es wieder ruhig, nur die Grillen zirpen im Gras und würziger Kiefernduft weht von den Bäumen herüber.

Im Hubschrauber Mi-8T - ist Anfassen erlaubt - Yves ergreift im Cockpit den Steuerknüppel und kommt sich wie ein richtiger Helikopterpilot vor. Doch dann wird es ihm in der Maschine zu warm - jetzt will er das von Papa versprochene Eis haben. Der Zugang zum Imbissstand ist nicht zu verfehlen: Zum kleinen Biergarten geht es gleich neben der Lenin-Statue, die früher in einem Ehrenhain in Eberswalde stand. Auf dem zehn Hektar großen Freigelände und im Inneren von acht Hangars werden mehr als 25 Flugzeuge aus der Zeit von 1945 bis 1985 gezeigt, daneben Turbinen, Motoren, Flugzeugwracks aus dem Zweiten Weltkrieg sowie verschiedene Feuerwehrfahrzeuge.

Auf dem Treidelpfad entlang dem Finowkanal geht es wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die Treidelweg-Radroute führt noch weiter bis zum Schiffshebewerk in Niederfinow.

Eine andere Möglichkeit den Finowkanal auf ganz traditionelle Weise zu entdecken, ist eine Fahrt mit der "Schippelschute". Das Touristenfloß erinnert an die Flößertradition auf dem Kanal. Die Tradition des Treidelns - das mühselige Ziehen des Schiffes von Arbeitern oder Zugtieren - lässt sich bei einer Fahrt mit einem über 100 Jahre alten Schleppkahn der Fahrgastschifffahrt Neumann erleben. Sie bietet auch Fahrten durch das Schiffshebewerk an.

Der "Schiffsfahrstuhl" überwindet einen Höhenunterschied von 36 Metern und imponiert nicht nur Technikfans. Der riesige Stahlkoloss, der in einem Wassertrog bis zu 1000 Tonnen schwere Schiffe hebt, kann auch zu Fuß erklommen werden - über 206 Stufen.

Lernen, wie Senf hergestellt wird

Gleich in der Nähe lässt sich eine ganz andere Technik erlernen: Wie Senf hergestellt wird, zeigt der Mostrich-Experte Rainer Zimmermann in seinen Senfseminaren (nur nach Anmeldung). Es wird gemahlen und gemischt, jeder Teilnehmer kann so seine eigene Sorte ganz nach eigenem Geschmack kreieren. Das "Senfland" ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Und wer danach Lust auf etwas Süßes hat, findet in Zimmermanns kleinem Laden in unmittelbarer Nähe zum Schiffshebewerk auch 20 verschiedene Arten Lakritze oder echtes Moskauer Eis. Der "Senfland-Dschungel" kann derzeit nicht betreten werden.

Das Gebiet östlich von Niederfinow gehört zu den Ausläufern des Oderbruchs. Die rund 800 Jahre alte Stadt Oderberg verrät schon mit ihrem Namen ihre Besonderheit: Sie liegt malerisch an der Alten Oder und an über 100 Meter hohen Hängen mit für Brandenburger Verhältnisse überraschend schroffen Abbrüchen. Wanderwege führen zu den Aussichtspunkten hinauf, auch zur höchsten Erhebung der Region, dem 120 Meter hohen Pimpinellenberg.

Mondscheintour im Kanadier

Ein schwimmendes Denkmal liegt am Ufer der Alten Oder: der Seitenraddampfer "Riesa", Teil des Binnenschifffahrtsmuseums im Ort. Gleich nebenan befindet sich der Kanuverleih von Karsten Förster, der für die letzten Stunden des Tages die "Mondscheintour" im Kanadier von Bad Freienwalde nach Oderberg empfiehlt. "Jedes Boot bekommt einen Lampion, das gibt ein wunderbares Bild, wenn es langsam dunkel wird", beschreibt Förster. "Und zum Abschluss sitzt man dann noch am Lagerfeuer."

Und noch einen Geheimtipp gibt es in Oderberg für Schleckermäuler: Als bestes Eiscafé Brandenburgs wählten die Hörer von BB Radio "Kieslingers Kaffeestube" für seine fantasievollen Kreationen - und das leckere selbst gemachte Eis.