Urlaub für einen Tag

Am Scharmützelsee kann die ganze Familie golfen

Bad Saarow ist nicht erst nach der Wende zu Glanz gekommen. Der traditionelle Kurort hat schon lange allerhand zu bieten. Den Scharmützelsee zum Bespiel, der schon in grauen Vorwendezeiten Entspannung und Verwöhnen versprach. Heute ist das Angebot noch breiter.

Golfplätze, Wellness, luxuriöse Hotelanlagen, Fisch-Spezialitäten und Cafés mit Seeblick - mit dem Kurort Bad Saarow verbinden viele Berliner Erholung und Entspannung pur. Das liegt vor allem am Scharmützelsee, dessen schilfbewachsene, sanfte Uferkanten auf Großstadtgemüter außerordentlich beruhigend wirken. Und dann ist da natürlich noch die Catharinenquelle, die aus mehr als tausend Metern Tiefe nach oben blubbert und der eigentliche Grund für die Berühmtheit des Kurortes ist.

Viele Besucher zieht es deshalb vor allem in die Saarow-Therme, die größte zusammenhängende Thermalsolefläche in Mittel- und Norddeutschland. Dort kann man gepflegt saunieren und sich zwischendurch im angenehm warmen Salzwasser treiben lassen.

Dass der Kurort noch ganz andere - und sehr familienfreundliche - Facetten zu bieten hat, merkt man, wenn man das Seeschloss Petersdorf im gleichnamigen Stadtteil besucht. Die Wasserski- und Wakeboard-Anlage am kleineren Petersdorfer See mit angrenzendem Restaurant wird vor allem von Aktiv-Urlaubern geschätzt.

Ehrfurcht vor dem Wasser

Auf dem Bootssteg stehen junge durchtrainierte Sportler. Aber auch Familien sind dabei: Mütter, Väter, Kinder im Grundschulalter und Teenager. Alle schauen fasziniert und ein wenig ehrfürchtig auf das Wasser. Von Seilbahnen gezogen, flitzen Wasserski-Fahrer über den See, einige der Wakeboarder drehen sich auf ihren Brettern und springen über Rampen.

Ein Mensch, ein Brett und ordentlich Tempo: Vom Ufer aus betrachtet, erinnert das Wakeboarden an Snowboard-Fahren. Dabei haben die beiden Sportarten nur wenig gemein. Der Snowboarder steuert sein Brett vor allem mit den Beinen, der Wakeboarder dagegen braucht Kraft in den Armen und in der Brust, um nicht unfreiwillig baden zu gehen. "Am Anfang hat die Sportart ein wenig von Triathlon", findet Nils-Uwe Schröder, Geschäftsführer der Anlage. "Man muss zwischendurch auch immer wieder schwimmen und laufen."

Während des zweistündigen Einführungskurses sieht man zunächst ein Informationsvideo, anschließend klettern die meisten zunächst auf ein so genanntes Kneeboard, das einem kleinen Surfboard ähnelt. Auf dem Kneeboard gelingen vielen Neulingen die ersten Runden mühelos und ohne Sturz. Das gibt Selbstvertrauen und macht Lust auf mehr.

Begabte können es nach 2 Stunden

Begabten Anfängern gelingt es innerhalb von zwei Stunden, erste Runden mit dem Wasserski oder dem Wakeboard zu drehen. Die jüngsten Wassersportler sind etwa sechs Jahre alt. "Die wichtigste Voraussetzung ist, dass die Kinder schwimmen können und sich an die Anweisungen und Sicherheitsvorschriften halten", erklärt Schröder.

Das Treiben auf der Anlage lässt sich auch wunderbar vom gegenüberliegenden Strandbad Petersdorfer See aus beobachten. Der bewachte Badestrand mit schwimmenden Spielgeräten und Beach-Volleyball-Feld kommt auch in der Hochsaison im Vergleich zu Berliner Freibädern beschaulich daher. Hier gibt es jede Menge Freiraum zwischen den Handtüchern und keine langen Schlangen an den Imbiss-Ständen.

Will man dem Wasser nicht allzu nahe kommen, bietet sich in den Sommermonaten eine Dampferfahrt über das "Märkische Meer", wie der Scharmützelsee auch genannt wird, an. Die Schiffe starten vom Hafen Seestraße in Bad Saarow zu verschiedenen Rund- und Kaffeefahrten. Besonderer Tipp: die Schleusenfahrten. Für eine Tour zum Storkower See braucht man etwa drei Stunden. Die längste Schleusenfahrt führt bis nach Prieros und dauert satte neuneinhalb Stunden hin und zurück.

Einmal Tiger Woods sein

Wer sich dagegen einmal wie Tiger Woods fühlen möchte, sollte der öffentlichen Golfanlage des Sporting Club Berlin einen Besuch abstatten. In unmittelbarer Nähe zum Scharmützelsee liegt der Jake-McEwan-Platz. Das Besondere: Hier kann die ganze Familie einen Tag lang entspannt golfen. Ein Handicap oder eine Clubmitgliedschaft werden nicht verlangt.

Die neun verkürzten Bahnen, die zwischen 113 und 161 Meter lang sind, bieten mit ihren zahlreichen Bunkern und Wasserhindernissen viel Abwechslung. Leihschläger können im Tenniszentrum gemietet werden. Das Tagesticket ab 11 Uhr morgens kostet für Kinder zehn Euro, Erwachsene zahlen zwanzig Euro. Auf Wunsch kann auch eine Trainerstunde gebucht werden (Anmeldung erforderlich).

Ebenfalls ohne jede Hektik geht es im Fasanen- und Wildpark in der Faunstraße zu. In Käfigen und großen Volieren sind Papageien, verschiedene Fasanenarten, Präriehunde, Ziegen, Nutrias, Zwergponys und Waschbären untergebracht. Respekteinflößend wirkt der riesige Nandu. Über der Suhlgrube der Zwergschweine Naddel und Nuckel kreisen Libellen, eine Frettchen-Mutter beäugt ihren schlafenden Nachwuchs. Für kleine Kinder gibt es auf dem Gelände einen Spielplatz, nebenan stehen Tische und Stühle, zum Picknick mit Blick auf die Tiergehege.

Kutschfahrt bei Fred Peter

Wem weiter der Sinn nach Tieren steht, kann eine Kutschfahrt bei Fred Peter buchen. In der kleinsten Kutsche haben fünf Personen Platz, im großen Kremser sitzen 15 Menschen nebeneinander. Die Touristenattraktion der Gegend sind die Markgrafensteine. Die beiden riesigen Findlinge stammen aus der letzten Eiszeit und wirken inmitten der Waldlandschaft bizarr. Zu den Steinen gelangt man auch über einen gut ausgebauten Wanderweg. Mit der Kutsche macht es Kindern vermutlich mehr Spaß.

Anfahrt :
Mit dem Auto: Über die A 113 und die A 12 in Richtung Frankfurt (O.), Ausfahrt Fürstenwalde West, vom Berliner Zentrum aus etwa 75 Minuten. '
Mit der Bahn: ab Hauptbahnhof über Fürstenwalde etwa 70 Minuten, je nach Abfahrtszeit

Schifffahrt:
Scharmützelsee Schifffahrtsgesellschaft, Seestraße 40, Tel. 033 631/599 30

Golf:
Sporting Club Berlin, Am Golfplatz 1, Tel. 033 631/637 11. Tageskarte 20 Euro, Kinder 10 Euro.

Petersdorf:
Seeschloss Petersdorf , Am See 18, Tel. 033 631/586 90, Mo.-Fr., 12-21 Uhr, Sbd./So., 10-21 Uhr, Doppelstunde 19 Euro, Kinder und Jugendliche 17 Euro.
Strandbad Petersdorf , täglich 10-20 Uhr, 2,50 Euro, Kinder 1,50 Euro

Wildpark:
Fasanen- und Wildpark Bad Saarow-Pieskow, Faunstraße 10, täglich 9-20 Uhr, 2 Euro, Kinder 1 Euro

Kutschfahrten:
Peters Kutschen, Reichenwalder Straße 9, Tel. 033 631/2360

Gastronomie:
Einfach: Beyers Gasthaus, Am See 1.
Gehoben: Villa Contessa, Seestraße 18 und Landhaus Alte Eichen, Alte Eichen 21

Auskunft:
Gästeinformation Bad Saarow, Bahnhofsplatz 4, Tel.033 631/43 83 80