Urlaub für einen Tag

Ein bisschen Pracht mitten in Brandenburg

Rheinsberg - das ist mehr als nur sein berühmtes Schloss am Grienericksee. Hier verbrachte der junge Friedrich II. von 1736 bis 1740 seine glücklichste Zeit - ohne das strenge Regiment seines Vaters. Aber Rheinsberg ist auch eine wunderhübsche Kleinstadt mitten im von Pracht nicht gerade verwöhnten Brandenburg. Ideales Ziel für einen Tagesausflug von Berlin aus.

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Rheinsberg - das ist mehr als nur sein berühmtes Schloss am Grienericksee. Hier verbrachte der junge Friedrich II. von 1736 bis 1740 seine glücklichste Zeit . Aber Rheinsberg ist auch eine wunderhübsche Kleinstadt, in der gestresste Großstädter bei Kutsch- und Paddelbootfahrten entspannen können.

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Die edlen weißen Yachten tragen Namen wie "London" oder "Antwerpen". Ihre Besitzer sind damit weit gereist. Die zehn Jahre alte Marlene aus Lützen bei Leipzig und ihre Freundin Rosalie (8) werfen zum ersten Mal einen Blick auf die prächtigen Schiffe. Die beiden Mädchen sind mit ihren Eltern - zwei befreundete Paare - zwar schon zum sechsten Mal in Rheinsberg im Urlaub.

Im erst vor wenigen Jahren eröffneten Hafendorf waren sie noch nie. Kleine Ferienhäuser im skandinavischen Fachwerkstil reihen sich hier aneinander, vor den Türen liegen die Boote und Kähne der Bewohner. Die Häuser sind über breite Stege zu erreichen. Wer sich einen Überblick über das Ferienidyll verschaffen will, klettert die Stufen des 20 Meter hohen Leuchtturms hoch. Gegenüber thront das neu gebaute 4-Sterne-Ifa-Hotel Rheinsberg.

Obwohl die Kulisse etwas künstlich wirkt, lohnt sich ein Abstecher in das vom Rheinsberger Zentrum etwa zwei Kilometer entfernte Hafendorf. An der Verleihstation lassen sich Motor-, Segel- und Ruderboote mieten. Die Eltern von Marlene und Rosalie haben es sich in den weiß-blauen Strandkörben mit Blick auf den Rheinsberger See gemütlich gemacht, während die Mädchen auf dem Spielplatz herumtoben.

Mehr als ein Schloss

Rheinsberg - das ist mehr als nur sein berühmtes Schloss. Wer es aber noch nicht kennt oder neue Details entdecken möchte, sollte den Tipp der ortskundigen Urlauberinnen Marlene und Rosalie annehmen und eine Schloss- und Parkführung mitmachen. Wer weiß schon, dass bereits zu Zeiten des jungen Kronprinzen und späteren preußischen Königs, Friedrich II., Billard gespielt wurde? Ein Übergang im Rheinsberger Schlosspark heißt deshalb "Billardbrücke".

In dem malerisch am Grienericksee gelegenen Schloss verbrachte der junge Friedrich von 1736 bis 1740 seine glücklichste Zeit - ohne das strenge Regiment seines Vaters. Das Schloss ist täglich außer montags zu besichtigen, für Kinder gibt es spezielle Audio-Guide-Führungen. Montags haben auch viele der rund 35 Gaststätten in Rheinsberg geschlossen, also kein guter Termin für einen Tagesausflug!

Marlene und Rosalie empfehlen: Nach der Schlossführung in eine der Kutschen einsteigen, die auch ab 10 Uhr direkt vor dem Schlosseingang auf Gäste warten. Besonders gefragt ist der Wagen von Hans-Werner Zimmermann. Ihn ziehen das Reitpony Aja und der "Haflinger-Mix" Hansi. Eine Fahrt kann ab einer halben Stunde (25 Euro) gebucht werden. Bis zu fünf Personen haben Platz. "Wohin es geht, darf der Gast entscheiden", sagt Kutscher Zimmermann.

Spätestens nach der Tour meldet sich der Hunger. Nur wenige Häuser von der Pferdestation entfernt liegt an der Seestraße die "Grillstube". Hier wird Hausmannskost serviert. Wer es gehobener möchte, sitzt ruhig im rustikalen Hofgarten des "Seehofs". Oder lieber eine süße Leckerei? Dann bietet sich ein Besuch in der Schokoladenmanufaktur in der Rhin-Passage an. Wenn die Kinder Glück haben, können sie bei der Produktion zusehen. Die flüssige Schokolade wird in Plastikformen gegossen, um anschließend im Kühlschrank fest zu werden. Wer selbst kreativ sein will, kann bei der Keramik-Manufaktur Dornbusch im Friedrichszentrum Tassen bemalen. Dort kann in der "gläsernen Manufaktur" auch zugesehen werden.

Liebe zwischen Wolfgang und Klärchen

In der Stadt, die Kurt Tucholsky als Kulisse der Liebe zwischen Klärchen und Wolfgang wählte, kann fast alles zu Fuß erwandert werden. Lohnenswert ist der Gang zur Uferpromenade. Unten am Hafen bietet die Reederei Halbeck auch zweistündige Dampferfahrten über die Rheinsberger Seenkette an. Marlene und Rosalie empfehlen mit kleineren Kindern die einstündige und damit kürzere Tour von 17 bis 18 Uhr. Das Schiff umfährt einmal die Remus-Insel. Laut einer aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts stammenden Legende soll dort Remus, einer der Gründer Roms, begraben sein. An der Anlegestelle können wie im Hafendorf Boote ausgeliehen werden.

Die Rheinsberg-Expertinnen Marlene und Rosalie hätten noch viel mehr Tipps auf Lager: Einen Ausflug zum Rheinsberger Eisenbahnmuseum am Bahnhof etwa oder Reiten in Repente, Dollgow oder Großzerlang. Ein Naturerlebnis ist das Paddeln auf dem Rhin. In Einer- und Zweier-Kajaks geht es auf eine gemächliche Wassertour in seichtem Gewässer. Die erste Hälfte der für Familien mit Kindern ab acht Jahren geeigneten Tour führt vorbei an Wiesen, Weiden und dem Ort Zechow. Ab Rheinshagen schlängelt sich der Fluss durch Wälder mit tief herabhängenden Ästen. Mit etwas Glück sind blaue Libellen oder sogar ein Eisvogel zu sehen.

Adressen und Tipps für Aktivitäten in Rheinsberg

A nfahrt:

Mit dem Auto :
Von Berlin etwa in anderthalb Stunden über die A 111 und weiter über die B 96.

Mit der Regionalbahn:
Ab Hauptbahnhof etwa eine Stunde und 20 Minuten, je nach Abfahrtszeit.

Adressen :

Eisenbahnmuseum am Bahnhof (Di.14-18 Uhr und Sbd. 9-12 Uhr)
Schokoladen-Manufaktur, Rhin-Passage
Keramik Manufaktur, Friedrichszentrum.

Bootsverleih: Kurt-Tucholsky-Straße oder im Hafendorf, Kaistraße 3.

Essen :

Einfach:
Grillstube Am Markt/Seestraße

Gehoben:
Seehof einige Meter weiter

Imbiss:
Fischräucherei an der Uferpromenade.

Reiterhöfe :

Hof Repente, Tel. 33923/704 30

Pension für Pferd und Reiter in Dollgow, Tel. 033082/503 46.

Rhin-Tour: Bootsverleih Obermühle am Parkplatz Rhin-Passage, ca. fünf Stunden im 2er- oder 1er-Kajak (40 Euro bzw. 25 Euro inkl. Rücktransport), Anmeldung: Tel. 033931/ 392 47 oder Tel. 0172/604 83 75.

Auskunft: Touristeninformation: Am Markt, 16834 Rheinsberg, Tel. 033931/20 59

Die nächste Folge: Wo man am Schwielowsee Messing gießt und auf den Spuren der Telenovelas wandelt