Urlaub für einen Tag

Auf dem Kamel durch Brandenburg ziehen

Man muss nicht nach Ägypten fahren, um auf einem Kamel reiten zu können. Und man muss keine langen Wege in Kauf nehmen, um den Kindern und sich ein aufregendes und doch erholsames Wochenende zu bescheren. In nur einer Stunde ist man von Berlin aus in Neuruppin. Und dort gibt es allerhand zu sehen und zu erleben.

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Man muss nicht nach Ägypten fahren, um auf einem Kamel reiten zu können. Und man muss keine langen Wege in Kauf nehmen, um sich ein erholsames Wochenende zu bescheren. Denn in nur einer Stunde ist man von Berlin aus in Neuruppin, am Ufer des längsten Sees in Brandenburg.

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Ein Familienausflug ist eine komplizierte Angelegenheit. Vor allem, wenn Kinder unterschiedlichen Alters mit auf Kurzreise gehen. Was den einen brennend interessiert, langweilt den anderen. Und stets nur auf die Wünsche des Nachwuchses einzugehen, führt auch beiden Eltern zu Verdruss. Auch sie haben frei und wollen was erleben. Auch von langen Fahrten sind die Heranwachsenden auf den Rücksitzen meist wenig begeistert. Die Lösung all dieser Probleme liegt quasi vor der Haustür, im nur etwa 60 Kilometer von der nördwestlichen Stadtgrenze entfernten Ruppiner Land mit der Kreisstadt Neuruppin. Dort gibt es derart viel zu erleben, da ist für jeden was dabei: Tiere, Wellness, Sport, Theater, Stadtrundgänge, Bootsfahrten.

Schon der Rundgang durch die Stadt mit 32.000 Einwohnern, die zum Gedenken an den dort geborenen Dichter Theodor Fontane (1819 - 1898) den Beinamen Fontanestadt trägt und dessen Geburthaus (die Löwen-Apotheke) noch erhalten ist, lohnt sich. Denn Neuruppin gehörte bereits im Mittelalter zu den größeren nordostdeutschen Städten. Erhalten geblieben sind aus dieser Zeit unter anderem Teile der Stadtmauer, der Klosterkirche St. Trinitatis (1246), die St. Georgs-Kapelle (1362), das Siechenhospital (1490) sowie Reste des Seeviertels.

Sauna mit Blick auf den See

Direkt am Ufer des längsten Sees in Brandenburg, des Ruppiner Sees, empfängt die neue Fontane Therme – unter anderem mit Deutschlands größter schwimmender Seesauna mit Blick auf den See – seine Gäste. Neben zahlreichen Saunen, Wellness- und Fitnessangeboten gibt es auch beheizte Innen- und Außenbecken zum Schwimmen und Relaxen und die Möglichkeit zum Sprung in den See.

Im Außenbereich werden Beachvolleyball, ein Trimm-dich-Pfad oder Bogenschießen angeboten; es können Fahrräder (12 Euro/Tag) oder Ruderboote (6 Euro/Stunde) ausgeliehen werden oder einstündige Dampferfahrten mit dem hauseigenen Loungeboot (Seehotel Fontane – Ruppiner See – Alt Ruppiner bis vor die Schleuse Alt Ruppin und zurück, 6 Euro pro Person) unternommen werden.

Wer eher die Weiten des Ruppiner Landes mit seinen Tieren erleben möchte, kann dies im nur 13 Kilometer vom Stadtzentrum entfernten Tierpark Kunsterspring. Dort können die Besucher 500 Tiere 90 verschiedener Arten, vor allem heimische Wildtiere, vor der Naturkulisse des Kunstertals erleben. Lehrschauen, Umweltspiele und Info-Tafeln fördern die naturkundliche Bildung. Eine Besondere Attraktion sind die Fischotter, das Streichelgehege, das Terrarium und ein Abenteuerspielplatz.

Mit Huskies auf Tuchfühlung

Für eher aktive Tierfreunde gibt es im benachbarten Frankendorf die Möglichkeit, mit Huskies auf Tuchfühlung und auf Tour zu gehen. Die im Rudel lebenden 25 Sibirian Huskies von Sabine Kühn und Elmar Frust sind bestens geeignet, Kindern spielerisch den Umgang mit Hunden zu vermitteln. Sie können mit ihnen toben oder mit dem Gespann auf Schnuppertour gehen. Vor einem Besuch ist eine telefonische Voranmeldung erforderlich, da die Hunde und deren Halter zu bestimmten Zeiten unterwegs sind.

Wem der Sinn nach Kunst steht, sollte sich in das nur 12 Kilometer von Frankendorf entfernte Netzeband begeben, das sich in den letzten Jahren zu einer Art liebens- und sehenswerten Künstlerkolonie entwickelt hat. Dort zählt der seit 1996 regelmäßig veranstaltete Theatersommer auf der Freilichtbühne im Gutspark zu den Höhepunkten des Jahres. Mit einem ambitionierten Programm gewann der Theatersommer ein begeistertes Publikum von Berlin bis Hamburg. „Sommergäste“ im ersten Jahr, Grillparzers „Sappho“ im zweiten Jahr, „Der Tor und der Tod“ von Hugo von Hofmannsthal und „Don Perlimplim“ von Federico Garcia Lorca 1998, „Faust Public“ und die „Rocky Horror Show“ 1999, um nur einige der Netzebander Inszenierungen zu nennen.

Dazu rund 20 Gastspiele pro Sommer. Insgesamt 5000 Besucher kommen pro Jahr zu den Veranstaltungen. Bevor ab Ende Juli „Die Nibelungen“ die Bühne erobern, steht an diesem Wochenende letztmalig „Pinocchio“ auf dem Programm. Die Kulisse des Netzebander Naturtheaters – Bäume, Büsche, Waldwege und Grünflächen – sind ideale Orte für Pinocchios Abenteuer.

Märkische Karawane

Wem das alles noch nicht aufregend genug sein sollte, hat die Möglichkeit auf dem Weg von oder nach Berlin, im knapp 30 Kilometer von Neuruppin entfernten Löwenberger Land auf Wüstenschiffe zu treffen. Im Fleckschnupphof Nassenheide kann man die Bekanntschaft mit Khalif, Suleika, Saba, Fatima und weiteren ausgewachsenen Kamelen machen. Wer sich die orientalischen Prachtexemplare nur mal ansehen will, kann das immer sonntags von 15 bis 18 Uhr tun (1 Euro).

Wer allerdings mit den sanften Giganten auf Tuchfühlung gehen will, sollte zuvor telefonisch Kontakt mit Gabriele Heidicke, der Chefin der märkischen Karawane, aufnehmen. Bei ihr kann man einen einstündigen Geländeritt auf dem Kamel (ab 55 Euro pro Person/Mindestalter etwa 8 Jahre) oder für die Kleinen eine Erlebnisstunde Kamel buchen (60 Euro pro Stunde für bis zu vier Kinder). In dieser Zeit können die Kinder das Kamel anfassen, bürsten, streicheln, kuscheln und natürlich: darauf reiten.

Die nächste Folge: Ein Ausflug nach Rheinsberg