Natur

Der heimliche Tierpark Berlins

Nikolassee hat rund 15.000 Einwohner. Das ist überschaubar. Doch das täuscht, denn Nikolassee ist dicht bevölkert: mit Tieren.

Leidvoll erfahren dies Gartenbesitzer, denen gut gelaunte Wildschweine die Beete durchpflügen oder wild gewordene Saatkrähen den Rasen ruinieren. Die Vogelvielfalt in dem Kiez mit den großen Gärten, den Parks und Gewässern betört. An einem Sonntagmorgen, wenn die Stadt noch schläft, werden die meisten Nikolasseer vor dem Läuten der Kirchglocken vom munteren Gezwitscher der Vögel geweckt. Dank der Bürgerinitiative „Pro Rehwiese“ wurden die Brutstätten für Nachtigallen, den Mittel- und Grünspecht und für die Grauschnäpper gerettet.

Zudem haben viele engagierte Anwohner in ihren Gärten Vogelhäuser, Steinhaufen für Echsen oder kleine Asthaufen für Igelfamilien angelegt. Und so wundert sich niemand, wenn ein Fuchs morgens frech mit einem halben Kormoran im Mund auf dem Rasen steht und abends der Bewegungsmelder den Umzug einer Igelfamilie beleuchtet.