Berlin-Borsigwalde

Ex-Paar mit brutalem Messerkampf - Anklage wegen Mordversuch

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Laut Staatsanwaltschaft erfolgte der Mordversuch in einem Mehfamilienhaus an der Ernststraße im Reinickendorfer Ortsteil Borsigwalde.

Laut Staatsanwaltschaft erfolgte der Mordversuch in einem Mehfamilienhaus an der Ernststraße im Reinickendorfer Ortsteil Borsigwalde.

Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

Ein Ingenieur soll versucht haben, seine Ex zu töten. Nun erhob die Staatsanwaltschaft Anklage - und schildert verstörende Details.

Berlin. Es müssen verstörende Szenen gewesen sein, die sich am 31. Juli 2022 in einem Mehrfamilienhaus an der Ernststraße im Reinickendorfer Ortsteil Borsigwalde abgespielt haben: Ein 35-Jähriger ging mit einem Messer auf seine gleichaltrige Ex-Frau los und verletzte sie schwer. Doch die Frau leistete Gegenwehr und fügte dem Mann ebenfalls schwere Verletzungen zu. So schildern es die Ermittler.

Nun hat die Staatsanwaltschaft Berlin Anklage gegen den Bauingenieur erhoben – wegen versuchten Heimtückemordes und gefährlicher Körperverletzung. Die Ermittler gehen davon aus, dass "Familienstreitigkeiten" das Motiv für den versuchten Mord sein sollen. Der Deutsche soll die Ermordung seiner Ex-Frau geplant haben, weil es Streit um die gemeinsame Tochter gegeben haben soll.

Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag weiter mitteilte, hatte der 35-Jährige seine Ex-Frau nach einem gemeinsamen Abendessen dazu überredet, mit ihm in seine Wohnung zu kommen. Dort soll der Mann zunächst versucht haben, ihr in ein Auge zu stechen – was diese sogar noch als Witz aufgefasst haben soll.

Mordversuch in Berlin-Reinickendorf: 35-Jährige konnte sich aus der Wohnung retten

Es folgte dann "ein längeres Kampfgeschehen", wie es die Staatsanwaltschaft ausdrückt. Nach erfolgreicher Gegenwehr der Frau sollen beide mit dem Messer aufeinander eingestochen, sich geschlagen und gebissen haben.

Schließlich konnte die Frau ihr Mobiltelefon erreichen und einen Notruf absetzen. Wie die Polizei mitteilte, trafen die Beamten gegen 18.40 Uhr an dem Mehrfamilienhaus an der Ernststraße ein, vor dem die 35-Jährige stark am Hals und an der Schulter blutend saß.

Den Mann trafen die Polizisten in der Wohnung an - mit Stichverletzungen am Bauch und Schnittverletzungen an Armen und Beinen. Da nicht auszuschließen war, dass er noch das Messer bei sich führt, legten ihm die Einsatzkräfte Handfesseln an. Beide mussten in einer Klinik notoperiert werden.

Auch gegen die deutsche Frau sei wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt worden. Dieses Verfahren wurde laut Behörde jedoch zwischenzeitlich eingestellt. „Die Frau dürfte in Notwehr gehandelt haben“, erklärte der Sprecher.

( bee )