Kriminalität

Spandauer Brandserie: Erneut Feuer an der Heerstraße-Nord

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Erneut musste die Berliner Feuerwehr in der Siedlung Heerstraße-Nord im Spandauer Ortsteil Staaken ausrücken, um einen brennenden Keller zu löschen (Archivbild).

Erneut musste die Berliner Feuerwehr in der Siedlung Heerstraße-Nord im Spandauer Ortsteil Staaken ausrücken, um einen brennenden Keller zu löschen (Archivbild).

Foto: Annette Riedl / dpa

In der Nacht zu Sonntag wurde in der Siedlung Heerstraße-Nord in Spandau erneut ein Feuer gelegt. Die Brandserie geht damit weiter.

Berlin. Für einige Wochen schien es so, als würden die Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung Heerstraße-Nord in Spandau wieder ruhig schlafen können. In der Nacht zu Sonntag stellte sich das jedoch als Fehlannahme heraus, denn der oder die Brandstifter scheinen weiter ihr Unwesen zu treiben. So wurde nun in einem Keller eines siebengeschossigen Hochhauses an der Maulbeerallee an gleich zwei Stellen Feuer gelegt.

Die Flammen wurden gegen 2.15 Uhr von einem Anwohner entdeckt, der Brandgeruch aus dem Keller wahrnahm. Die Feuerwehr rückte mit 40 Kräften an und brauchte mehrere Stunden, um den Brand wieder zu löschen. Sechs Personen wurden rettungsdienstlich betreut. Eine 44-Jährige musste mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht und dort ambulant behandelt werden. Durch die Hitzeeinwirkung wurden Versorgungsleitungen des Wohnhauses beschädigt.

Die Brandserie im Quartier zwischen Maulbeer- und Obstallee nördlich der Heerstraße in Staaken sucht in Berlin ihresgleichen. Seit Mitte vergangenen Jahres hält sie die Menschen in Atem. Allein bis April dieses Jahres rechnete die Polizei der Serie mehr als 80 Fälle zu (Stand Mai 2022). Ernsthaft verletzt oder getötet wurde zwar bislang niemand. Dennoch leben die Menschen im dem Kiez, der außerdem von sozialen Problemen gekennzeichnet ist, in Angst.

Spandauer Brandserie: Immer wieder brennen Sperrmüllhaufen

Immer wieder stehen dabei etwa Sperrmüllhaufen im Freien, in Hauseingängen, aber auch in den Hausfluren in Flammen. Auch auf Müll- oder Altkleidercontainer, Dixi-Toiletten und insbesondere auf Gegenstände in den Kellern scheinen es die Täter abgesehen zu haben. Die landeseigene Gewobag hatte zuletzt ihren Widerstand aufgegeben und Kameras installiert sowie einen privaten Sicherheitsdienst beauftragt.

Im aktuellen Fall hat zunächst ein Brandkommissariat die Ermittlungen übernommen. Wahrscheinlich werden sie an die Ermittlungsgruppe (EG) „Quartier“ übergeben, die das Landeskriminalamt (LKA) im Januar für die Brandserie einrichtete. Erfolge konnte sie bislang nicht verzeichnen.

Denn auch ein damals 16-Jähriger, den Polizeibeamte im Januar in der Nähe eines Tatorts sahen und festnahmen, scheint zumindest nicht allein für die Flammen verantwortlich zu sein. Denn während der Teenager in den folgenden Monaten in Untersuchungshaft saß, ging die Brandserie weiter. Im März lobte die Polizei eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung des oder der Täter führt.

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