Antisemitismus

Angriff in der S-Bahn: Neue antisemitische Attacke in Berlin

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Der neue antisemitische Vorfall ereignete sich in einer S-Bahn der Linie S41.

Der neue antisemitische Vorfall ereignete sich in einer S-Bahn der Linie S41.

Foto: Fabian Sommer / dpa

In Berlin ist es erneut zu einem judenfeindlichen Übergriff gekommen. Nach einem Rabbiner traf es nun einen 33-Jährigen in der S41.

Berlin. In einer Berliner S-Bahn ist es erneut zu einer antisemitischen Attacke gekommen. Wie die Polizei mitteilte, ereignete sich der Angriff am Dienstag gegen 14.50 Uhr in einem Zug der Ringbahnlinie S41 in Höhe des Bahnhofs Jungfernheide in Charlottenburg.

Demnach betrat ein 33-Jähriger den Zug und wurde kurz darauf unvermittelt judenfeindlich beleidigt. Als er sich dies verbat, packte ihn der Unbekannte am Arm. Der Festgehaltene schob den Mann von sich, worauf ein zweiter Unbekannter hinzutrat und gemeinsam mit dem Angreifer mit Fäusten gegen den Kopf und Oberkörper des 33-Jährigen schlug.

Als ein weiterer Fahrgast dazwischen ging, stieg der Angegriffene am Bahnhof Wedding aus, während das Duo seine Fahrt fortsetzte. Der 33-Jährige trug leichte Blessuren davon, brauchte bislang aber nicht behandelt werden. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Volksverhetzung übernommen.

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Antisemitische Attacken in Berlin: Rabbiner in Mariendorf angegriffen

Ebenfalls am Dienstag hatte sich ein antisemitischer Angriff auf den Potsdamer Rabbiner Ariel Kirzon in Berlin-Mariendorf ereignet. Er wurde von einem Unbekannten angerempelt und beschimpft. Berlins Umweltsenatorin Bettina Jarasch (Grüne) und Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) hatten die Attacke auf Kirzon scharf verurteilt. Kirzon selbst forderte bessere Sicherheitsvorkehrungen für das Gemeindehaus der jüdischen Gemeinde in Potsdam.

Hass und Hetze gegen Jüdinnen und Juden beschäftigen die Berliner Strafverfolgungsbehörden weiterhin in hohem Maß. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft 328 Verfahren mit antisemitischem Hintergrund registriert, im ersten Halbjahr 2021 waren es 319.

Auch im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie habe sich ein weiterer Nährboden für antisemitische Verschwörungsmythen offenbart. Es sei zu befürchten, dass eine weitere Krise - ausgelöst durch Inflation und Energiekrise - Hass und Hetze verstärke, hieß es von Florian Hengst, der neue Antisemitismus-Beauftragter der Generalstaatsanwaltschaft.

( BM )