Spandau

SEK-Einsatz nach Sprengstoffdrohung in Kladow

Ein Streifenwagen der Polizei steht mit Blaulicht an einem Einsatzort.

Ein Streifenwagen der Polizei steht mit Blaulicht an einem Einsatzort.

Foto: Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

Ein psychisch auffälliger Mann hat einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst - auch ein Spezialeinsatzkommando (SEK) musste ausrücken.

Berlin. Am Sonnabendnachmittag löste das Verhalten eines psychisch auffälligen Mannes einen Großeinsatz der Berliner Polizei in Spandau aus. Auch die Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) wurden nach Kladow alarmiert. An dem Einsatz waren laut Polizei mehr als 100 Polizeikräfte beteiligt.

Die Sicherheitskräfte wurden am Sonnabend gegen 15.15 Uhr von einer Anwohnerin der Grimmelshausenerstraße alarmiert. Sie gab an, dass sie mehrere schussähnliche Knallgeräusche in einem Einfamilienhaus gehört hatte. Beim Eintreffen der Beamten zog sich der dort wohnhafte 28 Jahre alte Mann in das Einfamilienhaus zurück, drohte aber, Sprengstoff zu zünden.

Polizei überredet psychisch Kranken zur Aufgabe

In den folgenden zwei Stunden zeigte sich der Mann nach Angaben der Polizei immer wieder an einem anderen Fenster des Hauses, um schließlich auf das Dach zu klettern. Gegen 17.30 Uhr hatte die Polizei Erfolg und konnte den Mann überreden, das Dach über eine Leiter zu verlassen.

Spezialeinsatzkräfte nahmen den Mann fest. Bei seiner Festnahme leistete er keinen Widerstand. Rettungskräfte transportierten ihn in ein Krankenhaus, wo er einem Arzt vorgestellt wurde. Der diensthabende Mediziner ordnete die Unterbringung in einer psychiatrischen Abteilung der Klinik an.

Beamtinnen und Beamte fanden bei der Hausdurchsuchung nach Angaben der Polizei eine geringe Menge einer „betäubungsmittelsuspekten Substanz“, mehrere illegale pyrotechnische Gegenstände sowie eine Softairwaffe. Alle Gegenstände wurden beschlagnahmt.

Polizist verletzt sich mit seiner Dienstwaffe

Der 28-jährige Tatverdächtige muss sich wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten, eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten.

Am Rande des Einsatzes wurde auch ein Polizeibeamter verletzt. Er schoss sich laut Polizei mit seiner Dienstwaffe versehentlich selbst ins Bein. Der Beamte musste ambulant behandelt werden.