Landkreis Elbe-Elster

Regen entschärft Lage in Waldbrandgebieten: Gefahr bleibt

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Ein Löschfahrzeug der Feuerwehr fährt zu einem Einsatz.

Ein Löschfahrzeug der Feuerwehr fährt zu einem Einsatz.

Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Es ist zu trocken in Brandenburg. Immer wieder lodern Brände, die sich schnell ausbreiten. Zwischenzeitlicher Regen entschärft die Lage etwas. Betroffen sind immer wieder kampfmittelbelastete Flächen.

Mühlberg/Zeithain. Der ersehnte Regen hat in Brandenburg etwas Entspannung für die Einsatzkräfte in den Waldbrandgebieten gebracht - die Gefahr ist aber noch nicht vorüber. Davor warnte der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel am Dienstag. «Man kann nur hoffen, dass noch richtiger Regen kommt.» Die Trockenheit stecke weiterhin im Boden, schätzte er ein. In Mühlberg an der Grenze zu Sachsen müssten Glutnester noch abgelöscht werden. Das Ganze habe noch eine «Dynamik», beschrieb Engel. Der Einsatz dort werde noch zwei bis drei Tage dauern. Die Feuerwehrleute bekämpfen den Brand seit dem vergangenen Donnerstag. «Das sind freiwillige Einsatzkräfte, die Tag und Nacht vor Ort sind und kontrollieren, das darf man nicht vergessen», betonte der Waldbrandschutzbeauftragte. «Das zehrt.»

Die Feuerwehr war auch am Dienstag mit einem Großaufgebot im Einsatz. Am frühen Morgen rückten 60 Einsatzkräfte mit 16 Fahrzeugen aus, wie ein Sprecher der Feuerwehr Lausitz am Dienstag mitteilte.

Ein zweiter großer Waldbrand in Brandenburg auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming) ist nach Angaben der Regionalleitstelle gelöscht. Einsetzender Regen habe die Lage entspannt. Die Feuerwehr hatte den Ort am frühen Dienstagmorgen gegen halb drei verlassen, nachdem keine Brandstellen mehr wahrgenommen wurden. Im Laufe des Tages soll das Gebiet noch einmal überprüft werden. Wenn es keine Glutnester mehr gebe, könne das Gebiet dem Waldbesitzer übergeben werden, sagte Engel. Nach dem Brand sei ein Regenmesser aufgestellt worden. Auf der Brandfläche seien 4,5 Liter pro Quadratmeter gefallen. «Das ist - gemessen an der Fläche, die ein paar Hundert Grad heiß ist - gar nichts», schätzte er ein.

Der Waldbrand war am Montag, rund 60 Kilometer südlich von Berlin, ausgebrochen und hatte sich binnen zwei Stunden auf 10 Hektar ausgeweitet. Am späten Montagabend hatte sich das Feuer auf eine Fläche von 25 Hektar ausgedehnt und war nach Angaben der Feuerwehr nicht unter Kontrolle gewesen. Wind behinderte die Löscharbeiten. Die Feuerwehr konnte nur in bestimmten Bereichen patrouillieren - wegen der munitionsbelasteten Flächen. Im Juni 2019 brannten dort beim größten Waldbrand seit Jahrzehnten rund 800 Hektar.

Der ehemalige Truppenübungsplatz bei Jüterbog wurde von 1864 bis in die 1990er Jahre hinein militärisch genutzt. Dort lagert nach Angaben des Kampfmittelbeseitigungsdienstes noch immer Munition aller Art. Blindgänger blieben liegen, alte Kampfmittel bildeten mittlerweile eine dicke Schicht im Erdboden. In den vergangenen Jahrzehnten verrotteten sie und wurden damit unberechenbar.

Erst vor etwa einer Woche hatten ganz in der Nähe Waldbrände in Treuenbrietzen und Beelitz für große Gefahr gesorgt. Jeweils etwa 200 Hektar standen dort in Flammen.

Auch in Gohrischheide auf sächsischer Seite hat sich die Lage nach Feuerwehrangaben durch den Regen in der Nacht entspannt und ist recht stabil. Das meiste Feuer war den Angaben einer Sprecherin der Feuerwehr Zeithain zufolge aus. Am Morgen flammten allerdings erneut Glutnester auf, die nun gelöscht werden. Weiterhin sind viele Kräfte im Einsatz. Löschfahrzeuge aus dem Landkreis Nordsachsen kamen zur Unterstützung. Der Großbrand war am vergangenen Donnerstag auf einem früheren Truppenübungsplatz in der Gohrischheide ausgebrochen und hatte sich am Freitag in Richtung Mühlberg ausgeweitet.

( dpa )