Aufklärung

Erstochene Frau: Polizei untersucht interne Fehler

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dpa
Trauerort in Pankow: An der Mühlenstraße wahren Anwohner und Freunde der getöteten Mutter das Andenken mit Blumen und Briefen.

Trauerort in Pankow: An der Mühlenstraße wahren Anwohner und Freunde der getöteten Mutter das Andenken mit Blumen und Briefen.

Foto: Thomas Schubert

Die Afghanin war Ende April in Pankow getötet worden. Die Polizei kann bislang nicht erklären, warum sie die Frau nicht schützen konnte

Berlin. Die Berliner Polizei kann weiterhin nicht erklären, warum sie die sechsfache Mutter aus Afghanistan, die vermutlich von ihrem Mann erstochen wurde, nicht schützen konnte. Allerdings deuten Aussagen von Polizeipräsidentin Barbara Slowik daraufhin, dass Fehler gemacht wurden. Es seien innerhalb der Polizei disziplinarrechtliche Maßnahmen eingeleitet worden, sagte Slowik am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Weiteres werde geprüft. Konkreter wollte Slowik nicht werden, weil die Aufklärung noch laufe.

Die 31-Jährige war Ende April in Berlin-Pankow getötet worden. Ihr 42 Jahre alter Ehemann, von dem sie sich getrennt hatte, sitzt als mutmaßlicher Täter in Untersuchungshaft.

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Es gibt Kritik an Polizei und andere Behörden

Slowik sagte, die Frau habe ihren Ehemann zwei Monate vor der Tat zum ersten Mal bei der Polizei angezeigt. Danach suchte sie demnach Hilfe bei den Wachleuten des Flüchtlingsheims. Zwei weitere Anzeigen gegen den Mann nahm die Polizei in den nächsten Wochen auf und er erhielt Hausverbot. Die Polizei nahm auch Kontakt zum Jugendamt und dem Sozialdienst auf.

Nach der Tat gab es scharfe Kritik, dass die Polizei und andere Behörden nicht richtig reagiert hätten und die Familie in kein Frauenhaus brachten oder sie anders schützten.

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Polizeipräsidentin Slowik bedauerten im Innenausschuss erneut wortreich das Verbrechen. Obwohl immer wieder gerade geflüchtete Frauen aus Afghanistan von ihren Männern, Brüdern oder anderen männlichen Verwandten angegriffen, verletzt oder umgebracht werden, seien solche Taten "sehr, sehr schwer vorhersehbar", sagte Spranger. Auch Slowik meinte, derartige Gewalt sei schwer vorherzusagen und könne leider nicht immer verhindert werden.

( dpa )