Kriminalität

Schon 1100 Anzeigen wegen gefälschter Impfpässe in Berlin

Ein Mann steckt seinen Impfpass in die Hosentasche.

Ein Mann steckt seinen Impfpass in die Hosentasche.

Foto: dpa

In Restaurants, Kneipen und U-Bahnen muss jeder eine Impfung nachweisen - entsprechend begehrt werden die Zertifikate.

Berlin. In deutlich mehr als 1000 Fällen von gefälschten Impfpässen ist die Berliner Polizei bereits aktiv geworden. Bis zum 17. Dezember gingen 1100 Anzeigen wegen des Verdachts falscher Impfnachweise im zuständigen Kommissariat des Landeskriminalamts (LKA) ein. Das antwortete der Senat auf eine Anfrage der Linken. Die Bearbeitung der Anzeigen sei unterschiedlich weit fortgeschritten, hieß es. Anfang November waren im LKA erst 169 Anzeigen eingegangen.

Bis zum 23. November 2021 wurden die Anzeigen wegen des Verdachts der Urkundenfälschung aufgenommen. Seit dem 24. November, nach einer Gesetzesänderung, geht es um den Paragrafen 275, der die Fälschung von amtlichen Ausweisen und Impfausweisen behandelt. Dort heißt es, "wer die Herstellung eines unrichtigen Impfausweises vorbereitet, indem er in einem Blankett-Impfausweis eine nicht durchgeführte Schutzimpfung dokumentiert" oder sich einen derartigen Impfausweis beschaffe oder ihn verwahre, erhalte eine Geldstrafe oder bis zu zwei Jahren Gefängnisstrafe.

Gefragt wurde auch, ob Apotheker oder Pflegepersonal besonders aufgefallen seien bei der Herstellung und Verwendung gefälschter Impfpässe. Dazu lägen keine Erkenntnisse vor, so die Antwort.

Bekannt ist, dass über das Internet falsche Impfpässe mit Stempel und Unterschrift angeboten werden, wie ein Blick in einen bekannten Messengerdienst zeigt. Nach Angaben der Polizei sind digitale Nachweise in der Regel teurer als klassische Impfbücher. Bei der Kriminalpolizei gehen dazu anonyme Hinweise ein und auch viele Anzeigen von Apotheken, die bei Anträgen auf Digitalisierung Auffälligkeiten feststellen. Auch Ärzte melden sich bei der Polizei.


Corona in Berlin, Deutschland und der Welt - mehr zum Thema

( dpa )