Neukölln

Drei Tonnen Gammelfleisch: Polizei macht Döner-Betrieb dicht

In dem Fleischzerlegungsbetrieb in Neukölln wurde unter anderem Fleisch für Dönerspieße verarbeitet (Archivbild).

In dem Fleischzerlegungsbetrieb in Neukölln wurde unter anderem Fleisch für Dönerspieße verarbeitet (Archivbild).

Foto: Sven Hoppe / dpa

Die Berliner Behörden haben einen Fleisch-Betrieb in Neukölln dichtgemacht, in dem unter anderem Dönerspieße zubereitet worden sind.

Berlin. Die Berliner Behörden haben einen Fleischbetrieb in Neukölln dichtgemacht, in dem unter anderem Dönerspieße zubereitet worden sind. Wie die Polizei am Dienstag bei Facebook mitteilte, lag für den Betrieb keine Zulassung vor. Wörtlich heißt es in dem Beitrag: "Bei der Durchsuchung wurden ekelerregende Zustände vorgefunden. Im Betrieb muffte es ordentlich nach Gammelfleisch, und Fußböden und Arbeitsflächen waren verdreckt."

Insgesamt drei Tonnen Ekel-Fleisch seien bei der Kontrolle am Montag in dem Fleischzerlegungsbetrieb sichergestellt worden. Die weitere Fleischverarbeitung wurde von den Behörden untersagt. Außerdem kam es zu weiteren Anzeigen, darunter wegen nicht gekennzeichneter Rettungswege.

Auch die Wohnung und weitere Geschäftsräume des Hauptbeschuldigten wurden durchsucht. Dabei fiel seine Bulldogge auf, die steuerlich nicht angemeldet war. Gegen den Mann lag zudem ein offener Haftbefehl wegen einer nicht bezahlten Geldstrafe vor.

Durchgeführt wurde der Gammelfleisch-Einsatz von Studenten der Berliner Polizeiakademie, vom Bezirksamt Neukölln, vom Landesamt für Gesundheits und Soziales (Lageso) und vom Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (Lagetsi).

Lebensmittelkontrollen fallen in Berlin häufig wegen Personalmangels aus

In Berlin kommt es immer wieder zu Betriebsschließungen aufgrund ekelerregender Zustände. Mitte November war eine Neuköllner Bäckerei geschlossen worden, weil in dem Betrieb Schimmel und Rattenkot gefunden worden war. Im März des vergangenen Jahres war eine Großbäckerei wegen Mäuse- und Rattenbefalls geschlossen worden.

Im Dezember 2019 hatte die Verbraucherorganisation Foodwatch den Berliner Aufsichtsbehörden ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Laut einer Datenrecherche der Verbraucherorganisation würde jede zweite vorgeschriebene Lebensmittelkontrolle in Berlin ausfallen. Laut Foodwatch hätten die Bezirksämter zu wenig Personal für den Verbraucherschutz. Keiner der zwölf Bezirke schaffe es, die in der bundesweiten Verwaltungsvorschrift verankerten Vorgaben für die Kontrollzahlen einzuhalten.

( BM )