Polizei

Jugendliche versprühen Flüssigkeit in Tram: Sieben Verletzte

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Der Anschlag ereignete sich in einer Tram der BVG (Symbolbild).

Der Anschlag ereignete sich in einer Tram der BVG (Symbolbild).

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

Eine Gruppe Jugendlicher versprühte am Sonntag eine unbekannte Flüssigkeit in einer Tram. Sieben Menschen wurden verletzt.

Berlin. Schlechter Scherz oder gezielter Anschlag? Nach einem Angriff auf mehrere Fahrgäste in der Tramlinie M17 am Sonntagabend ermittelt die Berliner Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung. Mehrere Jugendliche sollen eine bislang noch nicht identifizierte, klebrige Flüssigkeit in der Straßenbahn verschüttet oder versprüht haben. Der Vorfall trug sich in Marzahn an der Station „Kleingartenanlage Bielefeldt“ auf der Rhinstraße zu. Die Angreifer sollen den Zug dort betreten und nach der Tat auch umgehend wieder verlassen haben, wie die Polizei am Montag mitteilte.

Insgesamt waren sieben Personen im Alter von 18 bis 58 Jahren von dem Angriff betroffen. Sie klagten laut Polizei über leichte Atemwegs- und Augenreizungen und wurden an der Station Rhinstraße/Allee der Kosmonauten, wo der Zug zum Halten gebracht wurde, medizinisch betreut. Um welche Flüssigkeit es sich handelte, war am Montag noch unklar und Gegenstand laufender Ermittlungen. Reste der Substanz konnten in der Bahn sichergestellt werden. Das Ergebnis der Untersuchung werde aber frühestens in einigen Tagen vorliegen, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Einige Zeugen sollen von Reizgas gesprochen haben.

Videoaufnahmen werden ausgewertet

Hinsichtlich des Hergangs gingen die Zeugenaussagen auseinander. So sprachen einige laut einer Polizeisprecherin von drei Jugendlichen, andere von vier bis fünf. Unklar war auch, ob die Flüssigkeit verschüttet oder versprüht wurde. Man habe die Videoaufnahmen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) angefordert und erhoffe sich dadurch genauere Erkenntnisse, so die Sprecherin weiter. Nach den Tätern, die in unbekannte Richtung flohen, werde gesucht.

Ob es sich um einen gezielten Anschlag oder nur um einen missglückten Dummer-Jungen-Streich handelte, ist ebenfalls unklar. Viel deutet allerdings auf eine willkürliche Tat hin. So hätten die sieben Geschädigten nicht zusammengehört und würden auch sonst in keiner erkennbaren Verbindung stehen, so die Polizeisprecherin weiter.

Der Vorfall erinnert ein wenig an einen ähnlichen aus dem vergangenen Sommer. Am frühen Morgen des 4. Juni stiegen drei Personen an der Station Winsstraße in Prenzlauer Berg in einen Zug der Tramlinie M10 ein und randalierten. Zunächst wurden Graffitis im Inneren versprüht, dann kamen fünf weitere Personen hinzu, und begannen, die Tram mit Sprühdosen und nothämmern zu attackieren.

Damals handelte es sich augenscheinlich um eine politisch motivierte Tat, da Aufschriften wie „ACAB“ und „R94“ aufgesprüht werden. Bei ersterem handelt es sich um eine in linksextremen gängige Beleidigungsformel, die alle Polizeibeamten abwertet, zweites steht für das teilbesetzte Haus an der Rigaer Straße 94 in Friedrichshain, um dass es seit Jahren immer wieder Streit gibt. Die Verantwortlichen für diese Tat konnten laut Polizei bislang nicht ermittelt werden.

Bei dem Vorfall aus dem Juni hat der polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Im aktuellen Fall ermittelt ein Abschnittskommissariat der für Lichtenberg zuständigen Polizeidirektion 3 (Ost), was nicht auf die Annahme einer politischen Motivation hindeutet. Zusammenhänge zu Altfällen würden geprüft, heißt es.

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