Neukölln

Rattenkot, Schimmel: Polizei macht Ekel-Bäckerei dicht

Beamte bei Kontrollen in der Bäckerei in Neukölln.

Beamte bei Kontrollen in der Bäckerei in Neukölln.

Foto: Polizei Berlin

Polizei und Lebensmittelaufsicht kontrollierten eine Bäckerei in Neukölln und stellten "erschreckende Zustände" fest.

Berlin. Einsatzkräfte der Berliner Polizei und Mitarbeiter der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht haben eine Neuköllner Bäckerei dichtgemacht. Die Bäckerei belieferte unter anderem Supermärkte und Imbisse in ganz Berlin, wie die Polizei mitteilte.

Die Beamten hatten einen Hinweis auf das von außen nicht erkennbare Gewerbe erhalten und bei einer Kontrolle "erschreckende Zustände" festgestellt, wie es weiter hieß.

"Schimmel, Dreck, Rattenkot und mit Mehl bedeckter Boden stehen hier ganz oben auf der Speisekarte", heißt es in dem Facebook-Beitrag der Polizei. Während der Kontrolle habe sich ein Mitarbeiter am Waschbecken im Produktionsraum die Füße gewaschen. Fotos der Produktionsstätte zeigen die ekelerregenden Zustände in der Bäckerei.

Bei einem erneuten Besuch am Donnerstag sei die Bäckerei sofort bis auf weiteres amtlich geschlossen worden. Dabei wurden mehrere Anzeigen gefertigt, darunter zu illegaler Beschäftigung und der Nichteinhaltung der Hygienevorschriften.

Verbraucherorganisation: Lebensmittelkontrollen fallen häufig wegen Personalmangel aus

In Neukölln kommt es immer wieder zu Auffälligkeiten bei Hygienekontrollen. Im März des vergangenen Jahres war eine Großbäckerei wegen Mäuse- und Rattenbefalls geschlossen worden. Die hygienischen Mängel waren laut Polizei so groß, dass eine Gesundheitsgefährdung für Verbraucher nicht ausgeschlossen werden konnte.

Im Dezember 2019 hatte die Verbraucherorganisation Foodwatch den Berliner Aufsichtsbehörden ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Laut einer Datenrecherche der Verbraucherorganisation würde jede zweite vorgeschriebene Lebensmittelkontrolle in Berlin ausfallen. Laut Foodwatch hätten die Bezirksämter viel zu wenig Personal für den Verbraucherschutz. Keiner der zwölf Bezirke schafft es demnach, die in der bundesweiten Verwaltungsvorschrift verankerten Vorgaben für die Kontrollzahlen einzuhalten.

( BM )