100-Kilo-Bombe

Bombe in Haselhorst entschärft - Sperrkreis aufgehoben

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Andreas Gandzior und Dennis Meischen

Foto: Jörg Carstensen/dpa

Eine Fliegerbombe ist am Mittwoch während Bauarbeiten in Haselhorst gefunden worden. Am Sonnabend wurde sie entschärft.

Berlin.  Eine Fliegerbombe ist am Samstag im Spandauer Ortsteil Haselhorst entschärft worden. "Es ist alles planmäßig und ohne Störungen verlaufen“, sagte eine Polizeisprecherin. Die Bombe werde nun zum Sprengplatz Grunewald gebracht. Der Sperrkreis wurde um kurz nach 13 Uhr aufgehoben.

2000 Anwohner rund um die Rhenaniastraße waren seit acht Uhr aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. Die Polizei teilte gegen zwölf Uhr mit, dass der Sperrkreis von 500 Metern evakuiert sei.

Die Feuerwehr leistete dem Bezirksamt und der Polizei vor Ort Amtshilfe, gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz. „Wir pumpen kontaminiertes Schneidwasser ab“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Rettungswagen standen bereit. Es sei im Rahmen der Entschärfung zu keinen Notfalleinsätzen gekommen, hieß es zunächst am Mittag.

Bombe in Haselhorst wurde bei Bauarbeiten gefunden

Die Fliegerbombe wurde bereits am Mittwoch bei Erdaushubarbeiten in der Rhenaniastraße gefunden. Da von der Bombe keine Gefahr ausgehe, wurde die Entschärfung einige Tage später auf den Sonnabend terminiert, hieß es von der Polizei. So sollten auch die Einschränkungen möglichst gering gehalten werden.

Mehr als 4000 Blindgänger liegen noch in Berlins Boden

In einigen Teilen von Berlin steht wegen gefundener Blindgänger immer wieder das Leben für ein paar Stunden still. Im Schnitt würden er und sein Team acht Weltkriegsbomben im Jahr unschädlich machen müssen, sagte Dietmar Püpke, Leiter des Kampfmittelräumdienstes der Berliner Polizei, im Mai der Berliner Morgenpost. Nach Hochrechnungen liegen noch 4000 bis 4600 von ihnen in Berlins Erde.

Wie viele Bomben bereits entschärft wurden, ist auch nicht abschließend bekannt. Eine Statistik für Berlin wird erst seit dem 1. Januar 1948 geführt und zählt bis heute 1211. Allerdings wurden bis 1990 nur die Zahlen für Westberlin erfasst (825), nicht aber für den Ostteil der Stadt. Schätzungen gehen heute davon aus, dass die Feuerwerker dort bis zur Wiedervereinigung etwa genau so häufig ausrücken mussten wie im Westen, was in Summe also etwas mehr als 2000 Entschärfungen bedeuten würde.

( dpa )