Rigaer Straße

Vor Köpi-Räumung: Feuerwehr muss unter Polizeischutz löschen

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Philipp Siebert
Die Feuerwehr konnte das Feuer nur unter Polizeischutz löschen.

Die Feuerwehr konnte das Feuer nur unter Polizeischutz löschen.

Foto: Morris Pudwell

Vor der Köpi-Räumung macht die linksextreme Szene mobil. Die Feuerwehr musste an der Rigaer Straße unter Polizeischutz löschen.

Berlin. Wenige Tage vor der geplanten Räumung des „Köpi-Wagenplatzes“ begehrt die linke Szene in Berlin auf. In der Nacht zu Dienstag brannten Reifen und Schrott auf dem sogenannten „Dorfplatz“ – der Kreuzung Rigaer- und Liebigstraße in Friedrichshain. Steine flogen, sodass die Feuerwehr den Schuttberg nur unter Schutz der Polizei löschen konnte.

Über der Straße war auf Brusthöhe ein Transparent aus durchsichtiger Folie gespannt. Darauf stand „Solidarity with KØpiplatz ACAT“. „ACAT“ steht dabei für „All cops are targets“ („Alle Polizisten sind Ziele“).

Ein Mannschaftswagen der Polizei musste vor der Barriere stoppen und wurde dann von den Dächern der angrenzenden Häuser mit Steinen beworfen. Laut Polizei wurde der Wagen acht mal getroffen und beschädigt. Das Gebäude, in dem die Werfer vermutet wurden, wurde angeleuchtet und auch ein Hubschrauber kam zum Einsatz.

GdP: Angreifer nehmen Tod billigend in Kauf

In drei Fällen wird wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt. Da es sich allem Anschein nach um politisch motivierte Taten handelt, hat der Polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Zu Schaden kam keiner der Einsatzkräfte. Dennoch nehme jemand, der Steine auf Menschen wirft, „schwerste Verletzungen und selbst den Tod von ihnen billigend in Kauf“, sagte Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei Berlin.

Jendro geht davon aus, dass auch in den kommenden Tagen mit „weitere dezentrale und absolut sinnfreie Aktionen“ der linksextremistischen Szene zur rechnen sein wird, bei denen „Sachen zerstört und ohne Rücksicht auf Verluste Menschenleben gefährdet werden“. Das werde die Polizei nicht verhindern können. Allerdings werde „kein fliegender Stein und kein brennendes Auto etwas daran ändern, dass die Polizei ihrer rechtsstaatlichen Aufgabe nachkommen und die Wagenburg räumen wird“.

Köpi-Wagenburg soll am Freitag geräumt werden

Die „Köpi-Wagenburg“, neben der „Rigaer 94“ als eines der letzten Symbole der linksradikalen Symbole Berlins, steht vor dem Aus. Nach einer Entscheidung des Berliner Landgerichts im Juni soll das knapp 2600 Quadratmeter große Grundstück am Freitag (15.10.) geräumt und die bewohnten Bauwagen entfernt werden. Das dahinterliegende Haus, das ebenfalls von Linksautonomen bewohnt wird, ist davon nicht betroffen.

Die Bewohner der Wagenburg haben sich derweil verbarrikadiert, den Zaun um das Grundstück auf bis zu vier Meter erhöht und zum Teil mit Blechen und Platten verstärkt. Seit Wochen gehen Unterstützer gegen die Räumung auf die Straße. Das Haus an der Rigaer Straße 94 war erst in der vergangenen Woche von Polizeikräften durchsucht worden.

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