Tötungsdelikt

Toter am Alexanderplatz - Tatverdächtiger ist in U-Haft

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Foto: Reto Klar /FFS

BSR-Mitarbeiter entdeckten direkt vor dem Fernsehturm am Alexanderplatz eine Leiche. Ein 22-Jähriger wurde Stunden später gefasst.

Berlin. Im Fall des toten Mannes vom Alexanderplatz in Mitte ist der festgenommene Tatverdächtige in Untersuchungshaft gekommen. Der 22-Jährige wurde am Sonnabend einem Haftrichter vorgestellt, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Berlin am Sonntag mit. „Wegen des dringenden Tatverdachts wurde U-Haft angeordnet“. Der Mann sei inzwischen in Haft. Der Mann war am Freitag gegen 18.30 Uhr festgenommen worden.

Mitarbeitende der Berliner Stadtreinigung hatten am Freitagmorgen gegen 6.20 Uhr eine Leiche zu Füßen des Fernsehturms gefunden. Es handelt sich um einen 27-jährigen Mann. „Rettungskräfte der Feuerwehr haben versucht, den Mann zu reanimieren – leider ohne Erfolg“, sagte Polizeisprecherin Dajana Hirth.

Leiche am Alexanderplatz: Polizei vermutet Tötungsdelikt

Ob der Mann zum Zeitpunkt seines Auffindens noch lebte, war zunächst nicht bekannt. Auch Angaben zur Art der Verletzungen machte die Polizei mit Verweis auf die noch ausstehenden Ergebnisse der Obduktion des Leichnams nicht. Diese war noch für Freitag angesetzt. Klar war nur, dass der Mann umgebracht wurde. „Aufgrund der Auffindesituation kann man davon ausgehen, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelt“, sagte Hirth.

Die fünfte Mordkommission des Berliner Landeskriminalamts hat die Ermittlungen übernommen. Beweismittel würden analysiert und ausgewertet sowie Zeugen befragt, sagte die Sprecherin. Die Hintergründe seien noch völlig unklar. Laut mehrerer Zeugenaussagen soll die Leiche in einer Blutlache gelegen haben.

Kräfte der Kriminaltechnik sicherten Spuren

Die Leiche wurde an prominenter Stelle zwischen den Treppen zum Eingang der Ausstellung „Körperwelten“ im Sockel des Fernsehturms und den Wassertreppen gefunden. Die Ermittlungsbeamten bauten ein blaues Zelt über dem Fundort auf. Kräfte der Kriminaltechnik in weißen Schutzanzügen sicherten Spuren. Aus dem Inneren des Zeltes war immer wieder der Blitz einer Kamera zu sehen. Die Umgebung wurde bis zur Marienkirche abgesperrt.

An den Absperrbändern machten immer wieder Schaulustige Halt – überwiegend Touristen. Eine Gruppe Obdachloser zeigte sich eher desinteressiert. Ob der Getötete ebenfalls diesem Milieu entstammt, war unklar. Er kenne den Mann nicht, sagte ein Obdachloser am Rande der Absperrung.

Alexanderplatz: Zuletzt wieder mehr Straftaten

Am Alexanderplatz kommt es immer wieder zu schweren Straftaten und Gewalttaten. In der polizeilichen Verlaufsstatistik finden sich seit Beginn des Jahres 2019 bis einschließlich September 2021 vier Fälle von „Mord und Totschlag“, wobei auch der versuchte Tötungen darunter Fallen. Erst im September wurde eine Obdachlose von mehreren jungen Frauen zusammengeschlagen und -getreten, sodass sie mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus musste. Auch bei den Sexualdelikten liegt der Alexanderplatz vorn.

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