Schießerei

Schüsse auf dem Tempelhofer Damm – Schütze festgenommen

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Philipp Siebert und Nicole Dolif
Die Schüsse fielen am Tempelhofer Damm.

Die Schüsse fielen am Tempelhofer Damm.

Foto: Jessica Hanack

Auf dem Tempelhofer Damm fielen am Dienstagnachmittag Schüsse. Ein 19-Jähriger wurde verletzt, zwei weitere stellten sich der Polizei.

Berlin. Drei Tage, nachdem ein 42-Jähriger in Wedding erschossen wurde, kam es am Dienstagnachmittag in Tempelhof erneut zu einer Schießerei. Beteiligt daran waren drei Männer. Einer von ihnen wurde durch die Kugeln schwer verletzt.

Nach den bisherigen Erkenntnissen kam es gegen 14.20 Uhr in der Borussiastraße Ecke Tempelhofer Damm zu einer Auseinandersetzung zwischen einem 19-Jährigen und zwei Kontrahenten. Im Zuge dieser schoss ein 18-Jähriger auf den 19-Jährigen und traf ihn am Bein. Der Verletzte rettete sich in eine nahegelegene Apotheke. Der alarmierte Rettungsdienst brachte ihn zur stationären Behandlung in eine Klinik.

Der mutmaßliche Schütze und sein 20 Jahre alter Begleiter flüchteten zunächst, erschienen aber kurz darauf bei einem Polizeiabschnitt und wurden festgenommen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung und zu den Hintergründen der Tat übernommen. Unweit des Tatorts soll eine Schusswaffe gefunden worden sein. Ein Anwohner sagte der Berliner Morgenpost, dem "Jungen" sei auf dem Bürgersteig von hinten dreimal in die Beine geschossen worden.

Der 18 Jahre alte mutmaßliche Schütze soll noch am heutigen Mittwoch einem Richter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt werden. Sein 20 Jahre alter Begleiter wurde inzwischen aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Die Hintergründe waren auch am Mittwoch laut eines Polizeisprechers weiter unklar.

In Wedding wurden in sechs Wochen zwei Männer erschossen

Erst am Sonnabend wurde auf der Schulstraße in Wedding ein 42-Jähriger erschossen. Der Täter konnte fliehen. Laut Polizei habe es zuvor „private Streitigkeiten“ gegeben. Ein 46-Jähriger starb Ende August durch Kugeln auf der Reinickendorfer Straße. Auch in diesem Fall läuft die Suche nach dem Täter noch.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurde bei insgesamt 205 Straftaten geschossen, bei 202 wurde mit einer Schusswaffe gedroht. Das teilte die Polizei am Montag auf Anfrage der Berliner Morgenpost mit. Seit Beginn des Jahres hat es in der ganzen Stadt immer wieder erschreckende Vorfälle dieser Art gegeben. Die meisten fanden jedoch im Norden des Bezirks Mitte, also im Bereich Wedding und Gesundbrunnen, statt.