Polizei

Kriminalität in Berlin: GdP will neue Ermittlungseinheiten

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Andreas Gandzior
Einsatzkräfte löschen ein brennendes Wohnmobil in Kreuzberg. (Archivbild)

Einsatzkräfte löschen ein brennendes Wohnmobil in Kreuzberg. (Archivbild)

Foto: Thomas Peise

Die Gewerkschaft der Polizei schlägt Ermittlungsgruppen vor, die in zivil stadtweit bestimmte Kriminalitätsphänomene bekämpfen.

Berlin. Brandstiftungen an Fahrzeugen ist ein Kriminalitätsphänomen, mit dem es die Berliner Polizei seit Jahren zu tun hat. Erst in der Nacht zu Mittwoch brannten in Kreuzberg wieder mehrere Fahrzeuge. An der Obentrautstraße brannte ein VW-Campingfahrzeug, an der Lachmannstraße wurden ebenfalls drei Pkw durch Feuer beschädigt. Nur kurze Zeit später brannten in der Nacht an der Boppstraße drei Fahrzeuge. Dabei wurden ein Mercedes, ein Renault und ein VW beschädigt.

Am Mittwoch hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) einen Vorschlag zu einer neuen Herangehensweise bei den Ermittlungen unterbreitet. „Wir sollten ernsthaft überlegen, nicht immer nur dann Personal zu einer Ermittlungsgruppe zusammenzufügen, wenn der öffentliche Druck wächst wie bei der Brandserie im Tiergarten vor ein paar Jahren“, sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro. „Sinnvoller ist eine dauerhafte Einheit mit zivilen Kräften, die stadtweit und auftragsungebunden gegen Autobrandstiftungen, Profilierungsfahrten und andere stetig wiederkehrende Kriminalitätsphänomene vorgehen kann.“

GdP will Ermittler, die dauerhaft stadtweit in Teams arbeiten

Ginge es nach der GdP sollten etwa 30 bis 40 Ermittler in Teams „dauerhaft und nachhaltig“ ermitteln. Sonderkommissionen, die erst dann gebildet werden wenn bestimmte Delikte stark zunehmen, würden ohne Nachhaltigkeit arbeiten. So wurden beispielsweise die einst gebildeten Sokos „Profilierungsfahrten“ und „Taschendiebstahl“ wieder aufgelöst.

Nach Meinung der GdP treten bestimmte kriminelle Delikte und Vorgehensweisen immer in Wellenbewegungen auf. Dazu zählen auch die Geldautomatensprengungen und tausende Fälle von Postdiebstahl. Dabei haben die Täter Briefkästen aufgebrochen und gezielt nach Bankkarten gesucht. Hier könnten die Ermittlergruppe schneller reagieren, da sie in Teams zusammenarbeiten, die Polizeistruktur feststeht und die Abläufe klar sind. „Die Erfahrungen zeigen, dass die Berliner Polizei stets da erfolgreich ist, wo die Kollegen konzentriert und fokussiert arbeiten können“, sagte Jendro.

Neue Einheit soll Entwicklungen und Tendenzen bestimmter Deliktbereiche erkennen

Diese Ermittlergruppen sollten keiner Direktion angehören und sich auch nicht mit dem „Alltagsgeschäft“ beschäftigen. Sie sollten selber die Entwicklungen und Tendenzen bestimmter Deliktbereiche erkennen und reagieren können. Möglicherweise könnten sie auch eine eigene Dienststelle bilden, wie beispielsweise die Direktion Einsatz/ Verkehr, die auch stadtweit im Einsatz ist. Vorstellbar sei auch, dass diese Teams von Dienststellen des Landeskriminalamtes (LKA) angefordert werden können, heißt es.

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