Köpenicker Straße

Köpi-Räumung: Auto nach Demo in Friedrichshain angezündet

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Hunderte Menschen demonstrierten gegen die Räumung einer Bauwagen-Siedlung auf einem besetzten Grundstück an der Köpenicker Straße.

Berlin. In Friedrichshain ist am späten Samstagabend ein Auto angezündet worden. Ein Passant sprach Polizisten gegen 23.35 Uhr an und zeigte ihnen den brennenden Wagen in der Frankfurter Allee. Die Polizisten löschten die Flammen mit einem Feuerlöscher und wurden wenig später von der Feuerwehr unterstützt.

Am Abend hatte eine linke und linksradikale Demonstration mit mehr als 1000 Menschen gegen die Räumung eines alternativen Wohnwagencamps auf einem besetzten Grundstück an der Köpenicker Straße in Mitte stattgefunden. Unter den Demonstranten war auch ein großer Block von schwarz gekleideten und vermummten Linksautonomen. Der Demonstrationszug mit dem Titel „Defend Køpi Wagenplatz“ wurde von einem rund 600 Einsatzkräften dicht begleitet.

Die Teilnehmer liefen von dem Gelände durch Kreuzberg nach Friedrichshain. Schon zu Beginn wurden Böller gezündet. Zudem wurden Steine auf Autos geworfen und Polizisten angegriffen. Auf Balkonen von früher besetzten Häusern an der Strecke standen Unterstützer mit bengalischem Feuer und Rauchtöpfen. Bei einer Zwischenkundgebung an der Ecke Liebigstraße und Rigaer Straße erinnerte eine Rednerin an die Räumung des besetzten Hauses „Liebig 34“ vor fast genau einem Jahr.

Bauwagen-Siedlung in Berlin-Mitte soll im Oktober geräumt werden

Die linksalternative Bauwagen-Siedlung auf einem besetzten Grundstück an der Köpenicker Straße in Berlin-Mitte soll voraussichtlich am 15. Oktober geräumt werden. Dieser Termin sei ihnen mitgeteilt worden, erklärten die Bewohner in einer Mitteilung und über Twitter. Zugleich betonten sie: "So wie wir der Aufforderung zur Räumung im Oktober und April nicht nachgekommen sind, werden wir auch den Räumungstermin nicht widerstandslos hinnehmen."

Die sogenannte Köpi gilt als eines der letzten Symbolprojekte der linksradikalen Szene in Berlin. Das Landgericht hatte im Juni die Räumung angeordnet. Mit der Entscheidung wurde der Klage des Grundstückseigentümers stattgegeben. Laut Urteil muss das unbebaute, 2600 Quadratmetern große Grundstück, auf dem Bau- und Wohnwagen stehen, frei gemacht werden. Aus Sicht des Gerichts war unstrittig, dass das Grundstück einem Eigentümer gehört, der dort eine Baugenehmigung hat. Die Anwälte des Eigentümers betonten, noch in diesem Jahr solle mit der Bebauung der Flächen begonnen werden.

Wagenburg in Berlin-Mitte: 30 Menschen wohnen dort

Nach Angaben des Bewohner-Vereins wohnen dort etwa 30 Menschen. Das Haus Köpenicker Straße 137 ist nicht betroffen. Nach der Urteilsverkündung mussten protestierende Menschen aus dem Saal gedrängt werden. Der Bewohner-Anwalt Moritz Heusinger kündigte Berufung gegen das Urteil an. Einen Termin dafür gibt es laut den Bewohnern noch nicht.

Vor einem Jahr war im Oktober 2020 das besetzte Haus "Liebig 34" in Berlin-Friedrichshain mit Hilfe eines großen Polizeieinsatzes geräumt worden. "Liebig 34" war lange Jahre ebenfalls eines der Symbole der linken Szene.

( pag/dpa )