Festnahme nach Spionage

Brite soll in Berlin für Russland spioniert haben

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Andreas Gandzior
Britischer Botschaftsmitarbeiter in Berlin soll für Russland spioniert haben

Britischer Botschaftsmitarbeiter in Berlin soll für Russland spioniert haben

Die Bundesanwaltschaft hat einen Mitarbeiter der britischen Botschaft in Berlin wegen Verdachts auf Spionage für Russland festnehmen lassen. David S. soll einem russischen Geheimdienst gegen Geld Dokumente übergeben haben.

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Ein Mitarbeiter der britischen Botschaft wurde in Potsdam festgenommen, weil er einem russischen Geheimdienst Dokumente verschaffte.

Karlsruhe. Ermittler des Bundeskriminalamtes haben am Dienstag in Potsdam den britischen Staatsangehörigen David S. festgenommen. Er soll als Mitarbeiter der britischen Botschaft in Berlin in mindestens einem Fall Dokumente an den russischen Nachrichtendienst übermittelt und dafür Geld bekommen haben. Zudem durchsuchten die Beamtinnen und Beamten die Wohnung des Tatverdächtigen.

Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe entschied, dass der Mann, der laut britischen Angaben 57 Jahre alt ist, in Untersuchungshaft kommt. Nach Angaben der Generalbundesanwaltschaft führten gemeinsame Ermittlungen deutscher und britischer Behörden zu der Festnahme von David S. am Dienstag in Potsdam.

Agent festgenommen: Wie viel Geld er bekam, ist noch unklar

Wie die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe am Mittwoch mitteilte, hatte ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs bereits am vergangenen Mittwoch einen Haftbefehl gegen den Mann erlassen. Spätestens seit November 2020 soll er für den Geheimdienst gearbeitet haben. Mindestens einmal habe er diesem Material übermittelt, an das er im Zuge seiner Arbeit gelangte. Wie viel Bargeld er dafür bekam, sei bisher unklar.

Das zuständige britische Innenministerium bestätigte auf Anfrage die Festnahme einer „Person, die als Ortskraft für die Regierung gearbeitet hat“. Weitere Angaben machte die Behörde zunächst nicht. „Es wäre nicht angebracht, sich weiter zu äußern, da polizeiliche Ermittlungen laufen“, hieß es in London.

Dem Beschuldigten wird laut Haftbefehl folgendes Vorgehen zur Last gelegt: David S. war bis zu seiner Verhaftung als Ortskraft bei der britischen Botschaft an der Wilhelmstraße in Mitte beschäftigt. Bei mindestens einer Gelegenheit übermittelte er Dokumente, die er während seiner beruflichen Tätigkeit erlangt hatte, an einen Vertreter eines russischen Nachrichtendienstes. Als Gegenleistung für seine Informationsübermittlung erhielt der Beschuldigte Bargeld in bislang unbekannter Höhe.

Moabit wurde Schauplatz eines Auftragsmordes

Immer wieder ist Berlin Schauplatz russischer Geheimdienstaktivitäten. Vor zwei Jahren, im August 2019, wurde der Kleine Tiergarten in Moabit Schauplatz eines Auftragsmordes. Ein russischer Auftragsmörder tötete einen tschetschenischen Georgier, der gegen Russland gekämpft hatte, mit Schüssen in den Kopf. Der Täter wurde kurz nach dem Attentat gefasst, im Oktober 2020 begann am Berliner Kammergericht der Prozess.

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