CSD in Berlin

Gewaltkonflikte zwischen queeren Demonstranten und Polizei

| Lesedauer: 2 Minuten
Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach einer Polizeistreife.

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach einer Polizeistreife.

Foto: dpa

In Kreuzberg und Neukölln kam es am Wochenende zu gewalttätigen Zusammenstößen von Demonstranten mit der Polizei.

Berlin. Bei einer queeren Demonstration in Berlin-Kreuzberg und -Neukölln ist es am Sonnabendabend zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Teilnehmern und der Polizei gekommen. Auslöser war wohl das Auftreten eines 42-jährigen Ordners im Bereich Reichenberger/Mariannenstraße, wie die Polizei erst am späten Sonntagnachmittag mitteilte. Durch ihn hätten sich Journalisten und Journalistinnen in ihrer Arbeit eingeschränkt gefühlt. Der Mann soll sie mehrfach mit einem Handlautsprecher angebrüllt haben.

Nachdem Beamte ihn daraufhin vorläufig festgenommen und zu einem Polizeifahrzeug gebracht hatten, umstellten den Angaben zufolge 50 bis 80 Menschen den Wagen und verhinderten so, dass er abfahren konnte. Dazu seien "polizeifeindliche Sprechchöre skandiert" worden.

Mehrere Anzeigen wurden gefertigt

In der Folge seien rund 300 weitere Demonstrationsteilnehmer auf das Fahrzeug zumarschiert, denen sich Polizisten in den Weg gestellt hätten. Anschließend hätten Demonstranten Beamte geschlagen und getreten, während Einsatzkräfte "gezielt körperliche Gewalt in Form von Schlägen gegen die Aggressoren unter den Teilnehmenden" eingesetzt hätten. Schließlich habe der Polizeiwagen zur Wiener Straße weiterfahren können, wo der Ordner "nach Abschluss polizeilicher Maßnahmen" entlassen worden sei.

Gegen 20.15 Uhr endete laut Polizei der am Hermannplatz begonnene Demonstrationszug auf dem Oranienplatz. Er stand ihr zufolge unter dem Motto "Wir sind hier und wir sind queer - in jeder Farbe, Größe und Form ...". Nachdem sich ihm anfangs einige Hundert Menschen angeschlossen hätten, habe sich die Teilnehmerzahl später "im mittleren vierstelligen Bereich" bewegt. Es seien unter anderem Anzeigen wegen eines Verstoßes gegen das Vereinsgesetz, eines besonders schweren Landfriedensbruchs und einer versuchten Nötigung gefertigt worden.

21-Jähriger mit Regenbogenflagge verletzt

In Berlin-Mitte ist derweil ein 21-Jähriger mit einer aus seinem Rucksack herausragenden Regenbogenflagge von mehreren Männern angegriffen und verletzt worden. Einer der Täter trat dem jungen Mann, der mit drei Freunden am Hackeschen Markt unterwegs war, zunächst unvermittelt von hinten in den Hüftbereich, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Als er den Angreifer zur Rede stellen wollte, kam ein weiterer Mann hinzu und schlug ihm ins Gesicht. Die beiden Unbekannten entrissen dem 21-Jährigen daraufhin die Regenbogenflagge, die im Rucksack steckte. Der Mann kam vorübergehend ins Krankenhaus. Den Freunden zufolge seien die Angreifer in einer größeren Gruppe unterwegs gewesen und konnten unerkannt entkommen.

Zehntausende Menschen hatten am Sonnabend in Berlin am Christopher Street Day (CSD) gefeiert.

CSD in Berlin - Lesen Sie auch:

( dpa )