Kriminalität

Sieben Polizisten im Weinbergspark in Mitte verletzt

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Immer wieder muss die Polizei seit Beginn der Corona-Pandemie wegen feierender Menschenmassen in Berliner Parks anrücken wie hier im James-Simon-Park (Archivbild).

Immer wieder muss die Polizei seit Beginn der Corona-Pandemie wegen feierender Menschenmassen in Berliner Parks anrücken wie hier im James-Simon-Park (Archivbild).

Foto: Thomas Peise

Erneut kam es in einem Park in Mitte zu Angriffen auf Polizisten. Einer erlitt sogar eine Gehirnerschütterung.

Berlin. Nachdem die Polizei in der Nacht zu Freitag zu einem Einsatz in den Weinbergspark in Mitte gerufen wurde, sind mehrere junge Menschen auf die Beamtinnen und Beamten losgegangen. „Einer davon musste nach einem Tritt ins Gesicht mit Verdacht auf Gehirnerschütterung im Krankenhaus stationär aufgenommen werden“, teilte die Polizei am Freitagvormittag mit. Zwei seiner Kollegen hätten ihren Dienst ebenfalls beenden müssen. Insgesamt wurden sieben Einsatzkräfte verletzt.

Die Polizei war gegen 1.30 Uhr von einem Anwohner gerufen worden, der sich über den Lärm beschwert hatte. Die rund 20 Beamten hätten im Park eine Gruppe von 30 Personen vorgefunden, die der Aufforderung, zu gehen, nur widerwillig nachgekommen sei. Ein Beamter sei dann von einem 21-Jährigen weggestoßen worden. Als dieser dann festgenommen wurde, sollen seine Begleiter versucht haben, ihn zu befreien. Dabei kam es zu weiteren Übergriffen.

Neben dem 21-Jährigen wurde ein Gleichaltriger sowie eine 19-Jährige festgenommen, bei denen ein Atemalkoholwert von 1,5 bis 1,9 Promille festgestellt wurde. Die drei wurden erkennungsdienstlich behandelt und dann wieder entlassen. Ermittelt wird nun wegen des Verdachts des tätlichen Angriffs gegen die Polizisten, des Widerstands, der Beleidigung, der versuchten gemeinschaftlichen Gefangenenbefreiung und des besonders schweren Landfriedensbruchs.

„Der gestrige Einsatz zeigt beispielhaft, warum wir Konzepte von den Verantwortlichen im Bezirk fordern und wir können die Uhr danach stellen, dass das auch am Wochenende passieren wird“, sagt Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei Berlin (GdP). „Wir erleben seit mehr als einem Jahr, dass Heranwachsende aufgrund der Corona-Einschränkungen in Parks zusammenkommen, dort lautstark feiern, Alkohol und Drogen konsumieren, und ganz nebenbei auch jede Menge Müll verursachen.“ Den Polizeibeamten würde dann eine Welle der Gewalt, Flaschen und Steine entgegenschlagen. Es gebe keine Pauschallösung, aber die Politik müsste Verantwortung übernehmen.

Zuletzt erst Angriffe im James-Simon-Park

Gewalt in Mittes Grünflächen ist kein neues Phänomen. Zuletzt war vor allem der James-Simon-Park an der Spree immer wieder in den Schlagzeilen, weil sich dort mitunter mehrere Tausend vor allem junge Menschen versammelten. Vergangene Woche flogen auch dort Flaschen auf Beamte, die Heranwachsende vom Randalieren abhalten wollten. Zuletzt war ein Zaun um den Park im Gespräch.