Sexueller Missbrauch

Kind missbraucht: Mann aus Berlin stellt sich der Polizei

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Blaulicht an einem Polizeiauto.

Blaulicht an einem Polizeiauto.

Foto: dpa

Ermittler aus Münster fahndeten nach einem Unbekannten, der ein Kleinkind missbraucht haben soll. Nun hat sich der Gesuchte gestellt.

Berlin. Weiterer Erfolg für die Ermittler im Missbrauchsfall Münster: Am Dienstagabend hat sich ein Tatverdächtiger, nach dem die Polizei mit einem Foto gesucht hatte, gestellt. Der 37 Jahre alte Mann sei in Berlin widerstandslos festgenommen worden, teilte die Polizei in Münster mit. Aufgrund des großen Fahndungsdrucks habe sich der Mann unmittelbar vor der Festnahme im Beisein seines Rechtsanwalts telefonisch bei der Polizei gemeldet.

Der 37-Jährige sei auf mehreren beschlagnahmten Bild- und Videodateien zu sehen. „Diese zeigen schwere sexuelle Missbrauchshandlungen an einem unbekannten männlichen Kleinkind“, hatten die Fahnder der Ermittlungskommission „Rose“ mitgeteilt.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hatte ein Richter einen Beschluss zur Öffentlichkeitsfahndung erlassen. Nach der Veröffentlichung des Fahndungsfotos waren bei der Polizei über die Hinweishotline und per E-Mail knapp vier Dutzend Hinweise eingegangen. Mehrere hätten konkret darauf hingedeutet, dass es sich bei dem Gesuchten um den 37-Jährigen aus Berlin handeln könnte.

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Missbrauchskomplex Münster: Erste Verurteilung im November

Im sogenannten Missbrauchskomplex Münster war im November 2020 ein 53-jähriger Mann aus Schleswig-Holstein zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Er war wegen schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes angeklagt. Er hatte die Taten gegenüber den Ermittlern gestanden und Hinweise zu weiteren Beschuldigten geliefert.

Allein die Staatsanwaltschaft Münster hat bisher Anklage gegen insgesamt neun Personen erhoben. In den Verfahren geht es um acht minderjährige Opfer. Immer wieder stammten sie aus dem nahen Familienumfeld. Gegen mindestens 20 weitere Beschuldigte laufen bundesweite Ermittlungen.

Haupttatort des Missbrauchsfälle wurde abgerissen

Als Haupttatort der Missbrauchsfälle von Münster gilt eine Gartenlaube des Hauptbeschuldigten. Sie wurde im Juni 2020 von der Polizei abgerissen.

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( bee )