Ermittlungen laufen weiter

Attacke auf Bundeswehrsoldaten womöglich schlechter Scherz

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Schwer bewaffneter Polizist vor dem Gebäude der Senatsverwaltung für Gesundheit.

Schwer bewaffneter Polizist vor dem Gebäude der Senatsverwaltung für Gesundheit.

Foto: Annette Riedl/dpa

Attacke oder Streich? Der Soldat wurde in der Toilette der Senatsverwaltung für Gesundheit zu Boden gestoßen.

  • Ein Bundeswehrsoldat ist in der Senatsgesundheitsverwaltung attackiert worden.
  • Die Polizei durchsuchte am Dienstagabend das Gebäude, konnte den Täter aber nicht finden.
  • Jetzt stellt sich die Frage: War es möglicherweise nur ein Scherz?

Ein vermeintlicher Angriff auf einen Bundeswehrsoldaten im Gebäude der Senatsverwaltung für Gesundheit in der Oranienstraße in Kreuzberg könnte sich als schlechter Scherz unter Kameraden herausstellen.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost gehen Ermittler der Berliner Polizei mittlerweile davon aus, dass der Soldat am Dienstagnachmittag – anders als zunächst angenommen – nicht aus Niedertracht oder einem anderen böswilligen Motiv zu Boden geschubst wurde. Es könnte sich vielmehr um einen bizarren Ritus unter Kameraden gehandelt haben.

Soldat wurde von hinten gestoßen und augenscheinlich leicht verletzt

Die Polizei teilte am Mittwochvormittag zunächst lediglich mit, dass der Soldat am Dienstag gegen 16.30 Uhr von hinten zu Boden gestoßen und dabei augenscheinlich leicht verletzt worden sei. Angesichts der für möglich gehaltenen Bedrohungslage seien die Mitarbeitenden der Gesundheitsverwaltung aus dem Gebäude geleitet worden. Das Haus sei durchkämmt worden. Der Angreifer sei dabei aber nicht gefunden worden.

Im Lauf des Nachmittags sagte eine Polizeisprecherin auf Nachfrage dann, die anfangs angenommene Bedrohungslage habe sich nicht bestätigt. Weitere Auskünfte seien aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht möglich.

Aus Polizeikreisen verlautete allerdings, dass die Umstände des Vorfalls gegen einen ernsthaften Angriff sprächen. Der Soldat wurde demnach in einer Toilette des Gebäudes gefunden. Er sei mit seinen eigenen Handschellen, möglicherweise ein Kinderspielzeug, an ein Heizungsrohr gekettet gewesen.

Als Mitarbeiter im Corona-Krisenstab der Gesundheitsverwaltung habe der Soldat am Dienstag seinen letzten Arbeitstag gehabt. Kameraden hätten ihm zum Abschied womöglich einen schlechten Scherz bereiten wollen.

Der Soldat ging offenbar von ernsthaftem Angriff aus

Der Bundeswehrsoldat sei dagegen offenbar von einem echten Angriff ausgegangen. Die Polizei sei aufgrund seiner Aussage daher zunächst von einer womöglich ernsthaften Bedrohung ausgegangen.

Der Sprecher der Gesundheitsverwaltung, Moritz Quiske, sagte auf Anfrage, dass die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung ab dem Dienstagnachmittag angesichts der Aufregung leicht eingeschränkt gewesen sei. Die Maßnahmen der Polizei hätten aber im Wesentlichen außerhalb der Kernarbeitszeit stattgefunden.

Ein Sprecher der Bundeswehr sagte, dem Soldaten gehe es „den Umständen entsprechend gut“. Zur Frage nach der aus Polizeikreisen zu hörenden Vermutung, der vermeintliche Angriff sei wohl eher ein schlechter Scherz gewesen, sagte der Bundeswehr-Sprecher: „Uns liegen hierzu keinerlei Erkenntnisse vor.“