Blaulicht-Blog

Rotes Rathaus mit antisemitischen Parolen beschmiert

| Lesedauer: 10 Minuten
Das Rote Rathaus in Berlin: Am Dienstag vergangener Woche hatte der Senat auf die neueste Fassung der Corona-Eindämmungsverordnung beschlossen

Das Rote Rathaus in Berlin: Am Dienstag vergangener Woche hatte der Senat auf die neueste Fassung der Corona-Eindämmungsverordnung beschlossen

Foto: Paul Zinken / dpa

In unserem Blog finden Sie die aktuellen Meldungen von Polizei und Feuerwehr in Berlin und Brandenburg von Montag, 3. Mai.

Mitte: Rotes Rathaus mit antisemitischen Parolen beschmiert

Unbekannte haben antisemitische Schriftzüge an das Rote Rathaus in Mitte geschmiert. Eine Streife des Zentralen Objektschutzes der Polizei Berlin sah gestern Abend gegen 20.40 Uhr in der Rathausstraße die in schwarzer Farbe aufgetragenen Schriftzüge an der Fassade des Rathauses. Darüber hinaus beschmierten Unbekannte einen in der Nähe abgestellten Bauschuttcontainer mit einem antisemitischen und volksverhetzenden Schriftzug. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt führt die Ermittlungen zu den beiden Taten.

Jänschwalde-Ost: Frau von Zug erfasst und tödlich verletzt

Eine 69 -Jährige Frau ist am Bahnhof Jänschwalde-Ost von einem Zug erfasst und tödlich verletzt worden. Die Frau war am Montag gegen 16.43 Uhr an einer geschlossenen Bahnschranke vorbeigelaufen und auf die Gleise gegangen, sagte ein Sprecher der Polizei. Ein heranfahrender Zug erfasste die 69-Jährige. Der Bahnverkehr wurde für mehrere Stunden unterbrochen, durch die nähe zum Bahnübergang standen die Signal anlagen auf Rot und die Schranken waren geschlossen, die Verkehrsteilnehmer wurden von der Polizei in Schrittgeschwindigkeit über den Übergang geleitet. Wie es zu dem Unfall gekommen war, wird von der Kriminalpolizei derzeit untersucht.

Verstoß gegen Tierschutz: Lebende Ferkel im Abfall

In einem Abfallcontainer an einer Schweinemastanlage in Milower Land (Landkreis Havelland) sind am Sonntag noch lebende Ferkel unter Tierkadavern entdeckt worden. Eine Zeugin habe die Polizei alarmiert, teilte die Polizeidirektion West am Montag mit. Zunächst hatte die „Märkische Allgemeine“ berichtet.

Durch die Feuerwehr konnten zwei noch lebende Tiere geborgen werden. Ein weiteres, schwer verletztes Ferkel wurde durch einen Jäger fachgerecht getötet. Die Polizei leitete ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ein. Das Veterinäramt des Landkreises prüfe Verstöße gegen Haltungs- und Tierkörperbeseitigungsvorschriften, hieß es.

Er sei bestürzt über diesen Vorfall, sagte Dorsten Höhne, Vorsitzender des Fachausschusses Tierhaltung/Tiergesundheit beim Landesbauernverband Brandenburg. Es müsse sichergestellt sein, dass tatsächlich nur tote Tiere in den Kadaverbehälter gelangen. Das betroffene Unternehmen ist nach den Angaben kein Mitglied im Bauernverband.

Hauptzollamt beschlagnahmt Millionen Tonnen Drogen

Das Hauptzollamt Frankfurt (Oder) hat im vergangenen Jahr mehrere Tonnen Drogen, fast 500 Waffen und eine Tonne Feuerwerkskörper beschlagnahmt. Das geht aus der am Montag veröffentlichten Jahresbilanz des Amts hervor. Demnach gingen den Zöllnern bei Kontrollen in Ostbrandenburg 3,85 Tonnen Betäubungsmittel ins Netz. Unter den sichergestellten Waffen seien etwa Schusswaffen oder Elektroimpulsgeräte gewesen. Den Angaben zufolge beschlagnahmten die Zollfahnder zudem 6,8 Millionen Schmuggelzigaretten und 1,3 Tonnen losen Tabak.

Zu den Aufgaben des Zolls gehört weiterhin, Schwarzarbeit zu bekämpfen. Laut Bilanz prüften Zollmitarbeiter vergangenes Jahr 994 Arbeitgeber. 1721 Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Straftaten seien eingeleitet worden. Durch Prüfungen des Zollamts hätten Gerichte insgesamt 99 Monate Freiheitsstrafe verhängt und Geldstrafen in Höhe von mehr als 307 000 Euro festgesetzt. Dazu kämen knapp 230 000 Euro Buß- und Verwarnungsgelder.

Das Amt bezifferte den Gesamtschaden für die Sozialversicherungsträger auf rund 19,5 Millionen Euro. Neben dem Baugewerbe kontrollierten die Zollfahnder den Angaben nach vor allem das Hotel- und Gaststättengewerbe, das Speditions-, Transport- und Logistikgewerbe sowie das Reinigungsgewerbe.

Schließlich hieß es in der Bilanz, das Hauptzollamt habe rund 2,05 Milliarden Euro für den Bund und die Europäische Union eingenommen. Der Großteil davon seien die Verbrauchsteuern wie die Energiesteuer gewesen.

Brandenburg: Toter Wolf mit Schussverletzung entdeckt

Im Gleisbett einer stillgelegten Bahnstrecke zwischen Neuhof und Werder (Landkreis Teltow-Fläming) ist am Montag von einem Jagdpächter ein toter Wolf entdeckt worden. Bisherigen Untersuchungen deuteten darauf hin, dass das geschützte Tier an einer Schussverletzung verendet sei, teilte die Polizeidirektion West mit. Derzeit sei noch unklar, ob es sich beim Fundort auch um den Tatort handele. Es sei eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz aufgenommen worden. Wölfe sind geschützte Tiere und dürfen nur in streng geregelten Fällen geschossen werden. Der Kadaver wurde dem Landesamt für Umwelt Brandenburg übergeben.

Friedrichshain-Kreuzberg/Charlottenburg-Wilmersdorf: Nach Streit brennende Glasflasche geworfen

Gestern Nachmittag kam es zu einem Polizeieinsatz vor einem Kiosk in Kreuzberg. Nach den bisherigen Ermittlungen und Aussagen soll ein 31-Jähriger versucht haben, einen Getränkekasten vor dem Späti in der Schlesischen Straße zu stehlen. Der 21-jährige Ladenbesitzer erwischte den mutmaßlichen Dieb und forderte ihn auf, zu verschwinden. Weitere Zeugen beobachteten den 31-Jährigen in der Nähe an einer Bushaltestelle, wie dieser aus einer Bierflasche, einem Stofffetzen und Feuerzeugbenzin einen sogenannten Molotow-Cocktail baute. Gegen 16.25 Uhr soll der Tatverdächtige erneut auf den nahegelegenen Kiosk zugegangen sein, habe den Stoff angezündet und die Flasche in Richtung des Spätibesitzers geworfen. Etwa einen Meter neben dem 21-Jährigen soll die Flasche gegen die Hauswand geprallt, zerbrochen und brennend auf den Boden gefallen sein.

Passanten sollen die Flammen mit den Füßen ausgetreten haben. Als der Werfer flüchtete, verfolgten ihn mehrere Zeugen und hielten ihn fest. Dabei stürzte der Tatverdächtige und erlitt Verletzungen im Gesicht. Andere Beteiligte wurden nicht verletzt. Alarmierte Einsatzkräfte nahmen den Mann fest und übergaben ihn nach einer ambulanten Behandlung in einem Krankenhaus der Kriminalpolizei der Direktion 5 (City). Wie weitere Ermittlungen ergaben, war der Mann bereits gegen 14.30 Uhr in Charlottenburg polizeilich aufgefallen. In der Hardenbergstraße Ecke Yva-Bogen soll er zwei Ladendetektive mit einem Messer bedroht haben, die ihn zuvor bei einem Diebstahl in einem Supermarkt in der Kantstraße erwischt, dort seine Personalien aufgenommen und ihm ein Hausverbot für das Geschäft erteilt hatten.

Alarmierte Polizistinnen und Polizisten einer Einsatzhundertschaft stellten bei einer Durchsuchung des 31-Jährigen zwei Messer sicher. Er wurde nach Aufnahme seiner Personalien vor Ort entlassen. Den Mann erwarten jetzt mehrere Strafermittlungsverfahren, unter anderem wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Bedrohung mit Waffen. Der Mann soll einem Ermittlungsrichter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt werden.

Weißensee und Schöneberg: Wohnungen brennen

In den Berliner Ortsteilen Weißensee und Schöneberg haben am Sonntagabend Wohnungen gebrannt. Bei dem Brand in Weißensee wurde ein Mensch ins Krankenhaus gebracht, wie ein Sprecher der Feuerwehr am Montagmorgen sagte. Demnach konnten beide Brände gelöscht werden, die Ursachen waren zunächst unklar.

Der Brand in Weißensee ereignete sich kurz vor 20 Uhr in der Heinersdorfer Straße. Hier brannten Einrichtungsgegenstände im zweiten Obergeschoss eines dreigeschossigen Wohnhauses. Zum zweiten Brand in Schöneberg rückte die Feuerwehr gegen 21.30 Uhr in die Lindauer Straße aus. Auch in diesem Fall brannten Einrichtungsgegenstände. Verletzt wurde hier niemand.

Marienfelde: Ertappter Raser versucht, Polizisten zu bestechen

In Marienfelde beschlagnahmten Polizeikräfte am Sonntagmittag das Fahrzeug eines 21-Jährigen, nachdem dieser zuvor an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen teilgenommen haben soll. Gegen 11.55 Uhr fielen einer Polizeistreife zwei Sportwagen auf, die in der Großbeerenstraße versetzt nebeneinander, mit überhöhter Geschwindigkeit und deutlich wahrnehmbar aufheulenden Motoren in Richtung Mariendorf fuhren. Der Einsatzwagen, der in Richtung Marienfelde unterwegs war, wendete und fuhr hinterher. Beide Fahrzeuge sollen ihre Geschwindigkeit daraufhin abermals erhöht haben und bei „Rot“ nach rechts in die Körtingstraße abgebogen sein. Einer der Beteiligten, der Fahrer eines Ford Mustang, hielt Körtingstraße Ecke Fritz-Werner-Straße am rechten Fahrbahnrand, der andere Wagen flüchtete.

Die Polizeikräfte kontrollierten den 21 Jahre alten Fahrer, machten ihm den Tatvorwurf und belehrten ihn bezüglich seiner Rechte als Beschuldigter einer Straftat. Der junge Mann wollte sich nicht äußern, soll jedoch gefragt haben, ob Geld etwas ändern würde. Daraufhin wurde ihm auch der Tatvorwurf der versuchten Bestechung gemacht. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten die Polizisten Führerschein und Fahrzeug des 21-Jährigen, er selbst wurde nach Aufnahme seiner Personalien vor Ort entlassen. Die Ermittlungen wegen des Verdachts eines illegalen Kraftfahrzeugrennens sowie der versuchten Bestechung dauern an, ebenso wie die Ermittlungen zu dem flüchtigen zweiten Beteiligten.

Spandau: Feuerwehr löscht brennende Kellerverschläge

Ein Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Staaken alarmierte Sonntagmittag die Feuerwehr. Nach bisherigen Ermittlungen bemerkte der 19-Jährige gegen 12 Uhr im Treppenflur des Hauses am Cosmarweg Qualm und Brandgeruch und alarmierte die Brandbekämpfer, die nach ihrem Eintreffen ein Feuer im Keller lokalisieren konnten. Dort standen zwei Kellerverschläge in Flammen. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr löschten den Brand, der zu Beschädigungen an der Substanz des Hauses und Versorgungsleitungen führte. Ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes ermittelt wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung. Es wurde niemand verletzt.

Adlershof: Mann beleidigt 17-Jährigen rassistisch und bedroht ihn

Auf dem Vorplatz des S-Bahnhofs Adlershof soll ein 55 Jahre alter Mann am Sonntagabend einen 17-jährigen Jugendlichen rassistisch beleidigt und bedroht haben. Den bisherigen Ermittlungen zufolge unterhielt sich der Jugendliche gegen 18.15 Uhr mit seiner 16-jährigen Freundin, als der Tatverdächtige auftauchte und den 17-Jährigen beleidigte. Nachdem dieser ihn gefragt hatte, was diese Äußerung solle, habe der 55-Jährige zunächst ein Klappmesser aus seiner Tasche geholt und, nach einem weiteren Wortwechsel, eine Eisenstange. Beide Gegenstände zeigte er dem Jugendlichen, wodurch dieser sich bedroht fühlte.

Beamte brachten den Tatverdächtigen in einen Polizeigewahrsam, von wo aus er nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung entlassen wurde. Ein bei ihm durchgeführter Atemalkoholtest zeigte einen Wert von etwa 1 Promille. Auf richterliche Anordnung wurde eine Blutentnahme angeordnet. Der Tatverdächtige selbst zeigte der Polizei an, dass er von dem 17-Jährigen bedroht worden sei. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt führt die noch andauernden Ermittlungen.

Kriminalität 2020 in Berlin - die Statistik im Detail

( BM/dpa )