Schönleinstraße

Bei Festnahme von Dealer: Passanten greifen Polizisten an

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Der U-Bahnhof Schönleinstraße (Archivbild).

Der U-Bahnhof Schönleinstraße (Archivbild).

Foto: Jörg Krauthöfer /Funke MedienGruppe

Im U-Bahnhof Schönleinstraße haben Passanten Einsatzkräfte attackiert, die gerade einen mutmaßlichen Dealer festnehmen wollten.

Berlin. Bei der Festnahme eines mutmaßlichen Drogendealers im U-Bahnhof Schönleinstraße an der Bezirksgrenze zwischen Kreuzberg und Neukölln sind am Sonntagabend Polizisten angegriffen worden. Wie die Polizei am Montag mitteilte, hatten Zivilkräfte gegen 19.45 Uhr einen 28-Jährigen beobachtet, der Kokain in der Hand gehalten haben soll. Als die Polizisten ihn überprüfen wollten, steckte er sich die Verkaufseinheiten in den Mund.

Die Polizisten wollten dies verhindern. Daraufhin biss der 28-Jährige einem der Polizisten in die Hand. Anschließend flüchtete der Mann und sprang dabei ins Gleisbett. Ein Polizeiobermeister betätigte gerade noch rechtzeitig den Notsignalschalter, um einen Zug in Richtung Wittenau am Einfahren in den Bahnhof zu stoppen.

Schönleinstraße: Festnahme von mutmaßlichen Dealer - Passanten greifen Polizisten an

Bei dem Versuch, den Tatverdächtigen aus dem Gleisbett hochzuziehen, wurden die Einsatzkräfte von einer 20-Jährigen und einem 21-Jährigen angegriffen. Die beiden Passanten sollen versucht haben, die Polizisten von dem Tatverdächtigen wegzuziehen. Dabei schlugen sie auf die Einsatzkräfte ein und schubsten einen der Polizeibeamten, so dass dieser stürzte. Ein Polizeimeister erlitt dabei Verletzungen am Bein, Schürfwunden an den Händen sowie Hämatome im Gesicht.

Durch weitere Einsatzkräfte konnten die beiden Passanten festgenommen werden. Der 28-jährige mutmaßliche Drogenhändler konnte anschließend auf den Bahnsteig gezogen werden. Bei seiner Durchsuchung fanden die Einsatzkräfte sechs Verkaufseinheiten Kokain sowie eine Feinwaage. Alle Gegenstände wurden beschlagnahmt. Der Festgenommene sowie der 21-Jährige Tatverdächtige wurden durch die Einsatzkräfte in einen Polizeigewahrsam gebracht und nach erkennungsdienstlicher Behandlung wieder entlassen. Die 20-jährige Frau wurde auf dem U-Bahnhof wieder entlassen.

Schönleinstraße: Zugverkehr unterbrochen

Für die Dauer des Polizeieinsatzes war der Zugverkehr unterbrochen. Der 28-Jährige muss sich wegen des unerlaubten Handels mit Kokain verantworten. Ein Fachkommissariat des Landeskriminalamtes führt die weiteren Ermittlungen. Des Weiteren werden gegen ihn Ermittlungen wegen des gefährlichen Eingriffes in den Bahnverkehr sowie wegen Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte geführt. Die beiden Passanten müssen sich wegen des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, wegen Gefangenenbefreiung sowie wegen Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte verantworten müssen. Ein Polizeibeamter erlitt Prellungen im Gesicht sowie eine Bisswunde und trat vom Dienst ab.

Während des Polizeieinsatzes kam es zu einem weiteren Vorfall auf dem Bahnsteig. Das Sicherheitspersonal der BVG forderte einen Fahrgast mehrfach auf, den U-Bahnhof zu verlassen. Als der 43-Jährige den U-Bahnhof verließ, zerbrach er eine Glasflasche und lief mit dem zerbrochenen Flaschenhals bedrohlich auf andere Fahrgäste zu. Als der Mann mit der kaputten Flasche auf einen der Zivilkräfte zulief und ihn bedrohte, ihn und sich selbst damit umzubringen, setzte der Polizeibeamte sein Pfefferspray ein. Der Angreifer konnte zu Boden gebracht und festgenommen werden. Durch den Einsatz des Pfeffersprays erlitten der Polizeibeamte sowie der 43-Jährige leichte Augenreizungen. Durch einen alarmierten Rettungsdienst wurde der Mann zur stationären psychiatrischen Behandlung in eine Klinik gebracht.

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( BM )