Warschauer Straße

Vandalismus in Berliner Bibliothek: Hunderte Bücher zerstört

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Blick in die durch Wasser in Mitleidenschaft gezogenen Räume der Bibliothek: Die finanzielle Höhe des Schadens lässt sich noch nicht abschätzen.

Blick in die durch Wasser in Mitleidenschaft gezogenen Räume der Bibliothek: Die finanzielle Höhe des Schadens lässt sich noch nicht abschätzen.

Foto: Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF)

Unbekannte Täter haben in der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) randaliert und unermesslichen Schaden angerichtet.

Berlin. Die Täter kamen im Schutze der Nacht und hinterließen Chaos und Zerstörung. Sie drangen an späten Freitagabend in einen Bürokomplex an der Warschauer Straße in Friedrichshain ein und verschafften sich auch Zugang zur dort untergebrachten Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung.

Auf ihrer Homepage machte die Einrichtung am Montag öffentlich, was die Einbrecher in der Bibliothek angerichtet haben. Die Täter oder Täterinnen zerstörten die Abflüsse von Waschbecken in den Toiletten und drehten das Wasser auf. Dieses ergoss sich in die Räume der kürzlich für 500.000 Euro renovierten Bibliothek. Nicht nur die Räumlichkeiten seien stark in Mitleidenschaft gezogen worden, teilte die Bibliotheksleitung mit, auch Hunderte Bücher und historische Drucke im Lesesaal wurden durch das Wasser stark beschädigt, viele sind komplett unbrauchbar geworden.

„Der Schaden trifft uns sehr. Unsere Räumlichkeiten waren erst im November nach auch finanziell sehr aufwändigen Renovierungsarbeiten neu eröffnet worden. Wir können derzeit noch nicht absehen, wie schnell und mit welchen Mitteln wir diesen Rückschlag kompensieren können“, erklärt Sabine Reh, die wissenschaftliche Direktorin der BBF. Betroffen seien auch die Bestände der Forschungsbibliothek mit vielen bedeutenden historischen Quellen. Die Beschäftigten hätten noch am Wochenende damit begonnen, die empfindlichen Bücher notfallmäßig zu versorgen und zu trocknen.

Bestellte Bücher könnten weiterhin abgeholt werden, heißt es auf der Homepage der Bibliothek. Auch nach einer Lockerung der Corona-Maßnahmen sei aber noch nicht abzusehen, wie lange die BBF in ihrer Funktion als Forschungsstätte durch die Schäden an den Räumen eingeschränkt sein werde, heißt es dort weiter.

Die Bibliothek für Bildungsgeschichtliche verfügt über einen herausragenden Bibliotheks- und Archivbestand zur deutschen Bildungsgeschichte – insgesamt zirka 760.000 Medien. Sie ist eine Abteilung des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation.

( tok )