Blissestraße

Festnahme nach Banküberfall in Wilmersdorf

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SEK-Beamte sichern die Commerzbank an der Blissestraße.

SEK-Beamte sichern die Commerzbank an der Blissestraße.

Foto: Morris Pudwell

Anfang Februar war die Commerzbank an der Wilmersdorfer Blissestraße überfallen worden. Jetzt gab es eine Festnahme.

Berlin. Großer Erfolg für die Berliner Polizei: Rund drei Wochen nach dem Überfall auf eine Commerzbank-Filiale an der Wilmersdorfer Blissestraße wurde am Dienstag ein Tatverdächtiger festgenommen. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) rückte am Morgen an der Wohnung des 40-Jährigen in Mariendorf an und vollstreckte einen Haftbefehl, der auf Antrag der Staatsanwaltschaft zuvor erlassen wurde.

Noch am Dienstag sollte der Festgenommene einem Haftrichter vorgeführt werden, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung von Polizei und Generalstaatsanwaltschaft. In der Wohnung des 40-Jährigen wurden demnach auch Beweismittel sichergestellt.

Laut Polizei und Staatsanwaltschaft ist der Mann „dringend tatverdächtig“, an dem Raubüberfall am Morgen des 2. Februar beteiligt gewesen zu sein, der für viel Aufsehen gesorgt hatte. Die Bankfiliale war noch geschlossen, als gegen 7.20 Uhr die Alarmanlage ausgelöst wurde. Die Täter hatten sich in der Nacht über einen Notausgang im Innenhof Zugang zum Tresorvorraum im Keller verschafft.

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Eine Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes sah die zwei Maskierten auf einem Überwachungsmonitor. Als die 55-Jährige in den Tresorvorraum ging, wurde sie von einem der Männer mit einer Pistole bedroht. Die Räuber forderten sie auf, den Safe zu öffnen, was ihr jedoch nicht gelang. Nachdem der Alarm losging, ließen die Täter von der Frau ab und flohen ohne Beute. Die Mitarbeiterin wurde nicht verletzt.

Die Polizei veröffentlichte knapp zwei Wochen darauf Bilder aus der Überwachungskamera, auf denen zwei Täter zu sehen sind. Der eine trägt schwarze Schuhe und eine schwarze Hose, einen hellgrauen Mantel sowie ein schwarzes Basecap. Unter Maske und Mütze sind seine grau melierten Haare sowie der graue Bart deutlich zu sehen. Er bedroht die Frau mit der Waffe.

Der zweite Räuber ist ganz in Schwarz gekleidet und trägt auffällige orangefarbene Gummihandschuhe. Zehn Hinweise seien nach der Veröffentlichung bei den Ermittlern eingegangen, sagte eine Polizeisprecherin. „Einem davon wird noch einmal nachgegangen werden.“ Ursächlich für die Festnahme sei aber keiner der Tipps gewesen. Unklar sei auch, welcher der beiden Männer der nun Festgenommene ist.

Unmittelbar nach dem Überfall wusste die Polizei zunächst nicht, ob sich die Täter noch in der Bank aufhielten oder sich dort gar verschanzten. Daher rückten Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos an und durchsuchten die Kellerräume. Erst nach Stunden stand fest, dass die erfolglosen Räuber fliehen konnten.

Überfälle in Berlin: Zusammenhänge werden von Polizei geprüft

Der gescheiterte Banküberfall an der Blissestraße ist nicht der jüngste Vorfall dieser Art in Berlin. Erst am vergangenen Freitag gegen zehn Uhr wurde knapp zwei Kilometer nördlich auf dem Kurfürstendamm ein Geldtransporter ausgeraubt. Vier Männer hatten sich als Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigung (BSR) verkleidet und zwei Geldboten überrascht, die gerade mittels einer Sackkarre Kassetten mit Nachschub für die Geldautomaten in die Volksbank-Filiale an der Bleibtreustraße brachten.

Die Täter besprühten die Boten mit Reizgas, bedrohten sie mit Waffen und verluden die Beute in unbekannter Höhe in den Kofferraum eines silbernen Audi A6. Der mutmaßliche Fluchtwagen wurde eine halbe Stunde später in Schöneberg angezündet. „Die Fälle werden selbstverständlich auf Zusammenhänge geprüft“, sagte die Polizeisprecherin.

Zuletzt gab es in Berlin eine ganze Reihe von Raubtaten. Am 16. Juni 2020 wurde ein Geldbote vor der Volksbank-Filiale an der Detmolder Straße überfallen – nur wenige hundert Meter von der Blissestraße entfernt. Diese Filiale war am 4. August das Ziel mehrerer Räuber, die aber am Widerstand der Sicherheitsleute scheiterten.

Vier Tage zuvor versuchten vier Männer erfolglos, einen Geldboten an der Hasenheide in Kreuzberg auszurauben. Am 15. Dezember war ein Trio bei einem solchen Überfall am Ikea in Schöneberg erfolgreich. Zwei Tage später wurde ein Bote im Treptower Park Center ausgeraubt. Im Fall des Ikea-Überfalls gab es auch eine Festnahme.