Mutiger Einsatz

Dünnes Eis: Jogger rettet 15-Jährige aus Teltowkanal

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Lea Hensen
Die Feuerwehr warnt dringend davor, Eisflächen zu betreten.

Die Feuerwehr warnt dringend davor, Eisflächen zu betreten.

Foto: dpa

Ein Jogger hat eine 15-Jährige aus dem Teltowkanal gerettet. Viele Menschen betreten weiterhin die zugefrorenen Eisflächen.

Berlin. Trotz eindringlicher Warnungen von Polizei und Feuerwehr betreten weiterhin viele Menschen die zugefrorenen Gewässer der Stadt. Dabei kam es am Dienstag erneut zu einem Unfall. Ein Jogger hat am Vormittag im Teltowkanal in Tempelhof auf Höhe des Mariendorfer Hafenstegs eine 15-Jährige im Wasser entdeckt. Wie die Polizei mitteilte, wurden die Einsatzkräfte gegen 10.20 Uhr von Zeugen alarmiert, die die Hilferufe der Jugendlichen gehört hatten. Als sie am Einsatzort ankamen, hatte der 35-jährige Jogger die Jugendliche bereits mit einem Seil aus dem Wasser gezogen. Sie wurde leicht verletzt und unterkühlt in ein Krankenhaus gebracht. Wie sie in den Teltowkanal gelangte, wird noch ermittelt.

Erneut Menschen auf dem Karpfenteich

Wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte, befanden sich am Dienstagmorgen etwa 30 bis 40 Personen am Urbanhafen in Kreuzberg, ungefähr auf Höhe des Vivantes Klinikums, auf dem zugefrorenen Landwehrkanal. Die Polizei hatte am Sonntag an gleicher Stelle eine nicht genehmigte Veranstaltung mit Musik aufgelöst: 2000 bis 2500 Menschen befanden sich auf dem Eis.

Zahlreiche Menschen hat es am Wochenende auf die zugefrorenen Seen in Treptow-Köpenick gezogen. Wie das Ordnungsamt Treptow-Köpenick am Dienstag mitteilte, betraten viele Menschen die Eisfläche des Karpfenteichs im Treptower-Park. Genau vor einer Woche war dort ein Mann beim Eisbaden tödlich verunglückt. Am Samstagmittag forderte der Ordnungsdienst den Angaben zufolge rund 40 Personen auf, die Eisfläche des Karpfenteichs zu verlassen. Die Anwesenden seien dem nachgekommen, nur einige Stunden später trafen die Dienstkräfte erneut 50 bis 60 Personen an und auf dem Teich an.

Hunderte auf dem Müggelsee

Auch auf der zugefrorenen Spree am Treptower Hafen und auf der Rummelsburger Bucht in Friedrichshain versammelten sich am Wochenende zahlreiche Menschen auf dem Eis. Das Bezirksamt schätzt, dass am Sonntag mehrere Hundert Menschen auf dem Müggelsee unterwegs waren. Aufgrund des weitläufigen Geländes sei es schwierig, effektiv gegen die Ansammlungen vorzugehen. Am Freitagnachmittag war ein Polizeihubschrauber im Einsatz, um den Müggelsee mit Lautsprecheransagen zu räumen. Der Einsatz hatte in den sozialen Medien für Diskussion gesorgt.

Die Wasserschutzpolizei warnt weiterhin eindringlich vor dem Betreten von Eisschichten. Die Dicke der Eisschichten wird nicht kontrolliert, es gibt keine Garantie dafür, dass sie nicht einbricht. In den vergangenen Tagen sind mehrere Menschen auf dem Schlachtensee eingebrochen, am Montag rettete die Feuerwehr einen Mann aus der Havel.