Videos aufgetaucht

Polizei-Streifenwagen driftet im Görlitzer Park

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Zwei Videos eines Polizeistreifenwagens machen seit Montag auf Twitter die Runde. Die Polizei geht der Sache nach.

Berlin. Ein Berliner Polizist ist mit seinem Streifenwagen durch den schneebedeckten Görlitzer Park in Kreuzberg „gedriftet“ und dabei gefilmt worden. Im Internet gab es Kritik und Verständnis – und auch die Polizei reagierte am Dienstag mit einem Tweet. Das am Montag bei Twitter veröffentlichte Video zeigt, wie das Polizeiauto an einem der vergangenen sonnigen Tage über eine Schneefläche fährt und sich schnell um die eigene Achse dreht – vermutlich mit Hilfe der ruckartig angezogenen Handbremse. Derartige Manöver werden „driften“ genannt.

Der Twitter-Nutzer schrieb dazu: „Falls jemand mal nachzählen mag, wie die ganzen Einsatzstunden der Polizei Berlin im Görli Kreuzberg so zustande kommen.“ Die Polizei antwortete am Dienstag: „Direkt mit dem 360-Grad-Überblick im Görli in den Twitterfeed gedriftet...check. Morgen dann wieder wie gewohnt zu Fuß.“

Die für ihre rege Twitter-Aktivität bekannte Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg Monika Herrmann (Grüne) antwortete auf diese Ankündigung süffisant: „Pirouette zu Fuß? Wir sind gespannt.“

Eine Twitter-Nutzerin konnte an der gezeigten Showeinlage indes nichts Lustiges finden. Sie schrieb: „Sie finden das wohl witzig? Die Polizei hat eine Vorbildwirkung! ,Wenn die Polizei das macht, kann ich das auch!’ In Gera ist vor Kurzem ein 4-jähriges Mädchen von einem Drifter totgefahren worden. Ihr solltet Euch schämen!“

Driftendes Polizeiauto im Görlitzer Park: Polizei will intern nachforschen

Tatsächlich war am 3. Januar ein Kind bei einem Rodelausflug in der Thüringer Stadt ums Leben gekommen. Wie die Polizei damals berichtete, wurde das Mädchen eingeklemmt, als ein Mann beim Driften auf einer Schneefläche die Kontrolle über seinen Wagen verlor und gegen einen Transporter prallte. Ein anderer Twitter-Nutzer hielt dagegen: „Ernsthaft? Lasst doch mal die Kirche im Dorf! Weder Fußgänger, noch andere Fahrzeuge, noch ihre Einsatzmittel wurden gefährdet!“

Wer im öffentlichen Straßenraum absichtlich „driftet“, hat je nach Verkehrsregelverstoß und Ausgang des Manövers mit unterschiedlichen Folgen zu rechnen. Bußgelder sind möglich, ebenso der Verlust des Führerscheins sowie Geld- und Haftstrafen, wenn dabei Straftatbestände erfüllt wurden. In Berlin wird nach Auskunft der Polizei jetzt die zuständige Dienststelle herausfinden, welche Kollegen sich dort im Schnee amüsierten. Ob die Aktion dann Konsequenzen haben wird, sei offen.

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( pag/pb/dpa )