Marienfelde

Verunreinigtes Löschwasser: Fischsterben nach Brand

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Die Feuerwehr nimmt Wasserproben aus einem Gully.

Die Feuerwehr nimmt Wasserproben aus einem Gully.

Foto: Peise

Nach dem Brand in einer Chemie-Fabrik war verunreinigtes Löschwasser in die Kanalisation gelaufen. Tote Fische wurden entdeckt.

Berlin. Nach einem Brand in einem metallverarbeitenden Betrieb in Marienfelde (Tempelhof-Schöneberg) am Donnerstag ist die Feuerwehr am späten Sonnabendabend erneut an die Motzener Straße ausgerückt. Der Grund: Aus der Halle, in der unter anderem auch Chemikalien in Brand geraten waren, ist kontaminiertes Löschwasser in die Kanalisation gelaufen. Die Feuerwehr hatte bei dem Brand zusammen mit den Wasserbetrieben eine Sperre errichtet, um das Abfließen von belastetem Löschwasser zu verhindern. „Die Sperre hatte ein Leck, das wir am Sonnabend mit Dichtkissen gestopft haben“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Sonntag.

Nach Informationen der Berliner Wasserbetriebe vom Sonntag sollen sogenannte Cyanide in die Kanalisation gelaufen sein. „Dadurch ist die Biologie im Klärwerk Waßmannsdorf durcheinander gekommen“, sagte ein Sprecher. In den Ablaufbächen des Klärwerks seien tote Fische entdeckt worden. Cyanide verhindern, dass bei Lebewesen wie Fischen genug Sauerstoff über das Blut aufgenommen werden kann.

Warnung über Apps Katwarn und Nina verschickt

Eine Warnung wurde über die Apps Katwarn und Nina an die Bevölkerung verschickt. Es handelte sich um eine „Sicherheitsrelevante Informationen ohne direkte Gefährdung“. Darin hieß es: „Durch den Großbrand (...) wurde das Löschwasser verunreinigt und ist in das Klärwerk Waßmannsdorf der Berliner Wasserbetriebe gelangt und ist dort nicht vollständig abbaubar. Somit ergibt sich eine starke Sauerstoffzehrung in den beiden offen fließenden Ableitern des Klärwerks. Es findet bereits ein Sterben von Fischen statt.“

Spaziergänger sollen auf ihre Hunde achten

Eine Gefahr für Spaziergänger bestehe nicht, allerdings sollten Hundebesitzer darauf achten, dass die Hunde nicht aus den in Richtung Rudow sowie in Richtung Schönefeld jeweils zum Teltowkanal fließenden bachartigen Ableitern trinken, hieß es in der Warnmeldung weiter. Die Ortsteile Großziehten, Waßmannsdorf und Schönefeld sind in einem Umkreis von drei Kilometern betroffen.

Im Klärwerk Waßmannsdorf (Landkreis Dahme-Spreewald) liefen am Sonntag Arbeiten, um den biologischen Schaden zu beheben. „Schon seit der Nacht pendeln 20 Lastwagen nach Waßmannsdorf, die neuen Klärschlamm aus dem Werk Ruhleben anliefern“, sagte ein Sprecher der Wasserbetriebe am Sonntagmorgen. Dadurch werde dort die biologische Abwasserreinigung „wiederbelebt“ und später stabilisiert, so der Sprecher. Es werden laufend Proben aus dem Klärwerk analysiert. Bis wann die Arbeiten andauern werden, war zunächst unklar.

Der Brand in einer metallverarbeitenden Fabrik in Marienfelde war für die Berliner Feuerwehr einer der größten Einsätze der vergangenen Monate. Das Feuer konnte erst nach mehr als 15 Stunden gelöscht werden. Während des Einsatzes waren gefährliche Stoffe ausgetreten. Anwohner mussten ihre Fenster geschlossen halten. Betroffen war ein Umkreis von etwa drei Kilometern rund um die Motzener Straße.

( BM/dpa )