Innere Sicherheit

Nach Rohrbombenfund: Polizei setzt Ermittlergruppe ein

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Polizisten am vergangenen Donnerstag vor dem Wohnhaus in der Eisackstraße in Schöneberg. Im Innenhof des Hauses war eine Rohrbombe explodiert. Das Haus wurde teilweise evakuiert.

Polizisten am vergangenen Donnerstag vor dem Wohnhaus in der Eisackstraße in Schöneberg. Im Innenhof des Hauses war eine Rohrbombe explodiert. Das Haus wurde teilweise evakuiert.

Foto: Thomas Peise / BM

Beamte prüfen Möglichkeit der Vorbereitung einer linksextremistischen Anschlagsserie. Tatverdächtiger weiterhin in Untersuchungshaft.

Berlin. Nach der Detonation einer Rohrbombe im Hof eines Wohnhauses in der Eisackstraße in Schöneberg am vergangenen Donnerstag prüft die Polizei, ob die Explosion ein Testlauf für eine linksextremistische Anschlagsserie gewesen sein könnte. Die Ermittler nehmen den Vorfall offenbar sehr ernst. Nach Informationen der Berliner Morgenpost wurde in der für politisch motivierte Delikte zuständigen Abteilung des Landeskriminalamtes (LKA) eine gesonderte Ermittlungsgruppe eingesetzt.

Nach der Explosion fanden die Beamten im Innenhof des Hauses einen weiteren Sprengsatz. In der Wohnung des festgenommenen Tatverdächtigen entdeckten sie dann neun weitere Rohrbomben. Die LKA-Beamten sollen nun klären, ob die selbst gebauten Sprengvorrichtungen womöglich für gezielte Anschläge vorgesehen waren. Geprüft wird weiterhin auch ein möglicher Zusammenhang mit der Explosion einer Rohrbombe in der Fritz-Reuter-Straße im Januar. Aus Ermittlerkreisen wird zudem berichtet, dass es am Donnerstag einen weiteren, allerdings fehlgeschlagenen Detonationsversuch am Grazer Damm gegeben habe. Auch hier sei ein Zusammenhang mit der Detonation in der nahe gelegenen Eisackstraße denkbar.

Tatverdächtiger verkehrt in der linksextremen Szene

Als tatverdächtig gilt weiterhin der 29 Jahre alte Gregor D, gegen den am Freitag vergangener Woche ein Haftbefehl erlassen wurde. Aus den Sicherheitsbehörden verlautete, dass er in der linksextremistischen Szene verkehrt. Hierzu lägen auch polizeiliche Erkenntnisse über ihn vor.

Zu der Detonation im Innenhof der Eisackstraße, wo D. selbst wohnt, habe er sich in einer Vernehmung geäußert, heißt es. Zu den Hintergründen habe er aber nichts gesagt. Die Ermittler rätseln daher weiterhin, aus welchem Grund die Rohrbombe gezündet wurde. Möglicherweise habe es sich schlicht um ein Versehen beim Experimentieren gehandelt, heißt es.

Unklar ist auch, was mit den neun in der Wohnung gefundenen Rohrbomben passieren sollte. Auch hierzu habe Gregor D. sich bisher nicht geäußert. Aufschluss darüber könnte eine Auswertung elektronischer Geräte und Speichermedien des Tatverdächtigen geben, hoffen Ermittler. Gegen einen zweiten zunächst festgenommenen Mann ergab sich bisher kein dringender Tatverdacht. Er befindet sich auf freiem Fuß.

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