Drogenkriminalität

Gefährliches Haschisch in Berlin im Umlauf

Synthetisch versetztes Haschisch, das in Berlin im Umlauf ist, verursacht Schwindel, Ohnmacht und psychische Ausnahmezustände.

Cannabis, Marihuana, Haschisch – Das steckt hinter den Bezeichnungen

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Berlins Drogenbeauftragte warnt vor einem gefährlichen Cannabinoid, das gerade in der Hauptstadt in Umlauf ist. In einem internen Schreiben an Fachstellen, das der Berliner Morgenpost vorliegt, schreibt Christine Köhler-Azara: "Auch in Berlin ist Haschisch aus dem Straßenverkauf versetzt mit dem synthetischen Cannabinoid MDMB-4en-PINACA aufgetaucht und hat bei Klienten zu Verwirrtheit, Schwindel bis hin zu Ohnmacht geführt".

In einem Labor wurde Haschisch analysiert. Die Ergebnisse sind alarmierend. Das mit synthetische Cannabinoid versetzte Haschisch finde man aktuell in fast allen eingeschickten Proben. In der von Berlin eingesandten Probe sei es sogar in einer bisher noch nicht vorgekommenen sehr hohen Konzentration festgestellt worden.

Das hat massive Auswirkungen auf Konsumenten: Bereits bei geringeren Dosen kommt es zu Schwindel, Herzrasen und dissoziativen Zuständen. Bei höheren Dosen führt es zu Bewusstlosigkeit. Das Fazit des Labors: "Vom weiteren Konsum würde ich daher natürlich dringend abraten“.

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Berlins Landessuchtbeauftragte warnt vor einem gefährlichen Cannabinoid, das gerade in der Hauptstadt in Umlauf ist. In einem internen Schreiben an Fachstellen, das der Berliner Morgenpost vorliegt, schreibt Christine Köhler-Azara: "Auch in Berlin ist Haschisch aus dem Straßenverkauf versetzt mit dem synthetischen Cannabinoid MDMB-4en-PINACA aufgetaucht und hat bei Klienten zu Verwirrtheit, Schwindel bis hin zu Ohnmacht geführt."

In einem Labor wurde das Haschisch analysiert. Die Ergebnisse sind alarmierend. Das mit synthetischem Cannabinoid versetzte Haschisch finde man aktuell in fast allen eingeschickten Proben. In der von Berlin eingesandten Probe sei es sogar in einer bisher noch nicht vorgekommenen sehr hohen Konzentration festgestellt worden.

Bewusstlosigkeit bei höherer Dosis

Das hat massive Auswirkungen auf Konsumenten: Bereits bei geringeren Dosen kommt es zu Schwindel, Herzrasen und dissoziativen Zuständen. Bei höheren Dosen führt es zu Bewusstlosigkeit. Das Fazit des Labors: "Vom weiteren Konsum würde ich daher natürlich dringend abraten."

Zahl der Drogenstraftaten steigt weiter

Synthetisch versetztes Haschisch ist schon länger ein Thema. Allerdings gibt es keine gesicherten Zahlen, wie verbreitet es ist. Berlin hat trotz entsprechender Forderungen kein einheitliches Lagebild zu Drogenstraftaten. Bei Drogendelikten handelt es sich um Kontrolldelikte. Das heißt: Wird viel kontrolliert, wird viel entdeckt. Wird nicht kontrolliert, wird auch nichts entdeckt, weil weder Dealer noch Konsumenten Interesse an Strafverfolgung haben.

Im Jahr 2019 stieg die Zahl der erfassten Rauschgiftdelikte in ganz Berlin um knapp zehn Prozent auf den Rekordwert von 18.950. Auch die Zahl der Drogentoten nahm von 168 im Jahr 2017 auf 191 im Jahr 2018 und 215 im Jahr 2019 zu – der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Das Berliner U-Bahn-Netz fungiere dabei vielfach als Verteilnetz.

Entzug ohne Begleitung für viele Drogenkonsumenten

Neben der gefährlichen Zusammensetzung mancher Drogen bereitet den Behörden auch die Corona-Krise und deren Auswirkung auf Drogenkonsumenten Sorgen. Suchthilfeorganisationen verweisen darauf, dass der Schwarzmarkt für viele harte Drogen wie Heroin zusammengebrochen sei. Vielen Drogenkonsumenten drohten Entzugssituationen, in denen sie nicht begleitet würden.

Cannabis gilt hingegen als leicht verfügbare Einstiegsdroge. Innerhalb der Strafverfolgungsbehörden gibt es unterschiedliche Meinungen, wie man mit ihr umgehen soll. Währen die einen eine Legalisierung wollen, fordern andere die Verfolgung. Befürworter einer Legalisierung sagen, dass man die Polizei entlasten und den Schwarzmarkt austrocknen würde, der unter anderem sein Geld damit verdient, Ware synthetisch und damit gefährlich zu strecken.​